


Dolomiten, Rittner Horn, Sarner Scharte, Mittager, Ifinger, Texelgruppe, Laugenspitzen, Mendelkamm, Kalterer See – zwar nicht auf einen Blick, aber bei einer einzigen Wanderung quer über den Salten.
Wir starten bei der Haltestelle, bzw. beim Gasthaus Tomanegger. Dahin kommen wir entweder über Bozen mit dem Bus nach Jenesien oder über Terlan und Schermoos. In Jenesien, wie in Mölten ist Umsteigen angesagt.
Lärchen über Lärchen
Die Hinweisschilder zeigen gleich aufwärts über eine Wiese. Dann geht es durch ein erstes Gatter zu den Lärchenwiesen. Es gilt, gut auf die Markierung an den Baumstämmen zu achten, wobei wir uns eher links halten. Weitere 4 Gatter, dann müssen wir nach rechts, zwischen einer Hütte und einem Hüttlein /pivat (Plumpsklo!) hindurch. Wir kommen zu einem quer verlaufenden Güterweg und Hinweisschildern. Wir haben jetzt die Höhe erreicht und wenden uns nach links. Rings um uns nur gepflegte Lärchenwiesen jede mit ihrer kleinen, Hütte, die entweder einem Schmuckkästlein gleicht, oder auch nur einer primitiven „Schupf“. Wir wandern auf dem breiten Weg, der sich nach links zieht, gemütlich weiter und staunen immer neu über die wunderbare Sicht zu den so nah erscheinenden Dolomiten, bzw. zu den Sarntaler Alpen mit dem Ifinger.

Am Winterle vorbei
An Sagengestalten, die unübersehbar zwischen dem Geäst hängen vorbei, kommen wir zu einem neuen Wegkreuz, vielen Wegweisern und zu einer Gabelung. Der obere Weg führt nach Jenesien, wir wählen den rechten, müssen abwärts und ganz kurz sogar über Asphalt bis zu einer neuerlichen Abzweigung. Jetzt scharf nach rechts, an einem schönen, alten Kreuz vorbei, folgen wir immer der Markierung 7. Hier befindet sich der Saltenhof in herrlicher Aussichtslage. Wenn wir ins Tal schauen, erblicken wir erstmals einen Zipfel vom Kalterer See. Nun leicht abwärts, an mit Enzian bestückten Almwiesen vorbei, kommen wir zum längst aufgelassenen Winterle-Hof.. Wir wandern weiter und entdecken ganz plötzlich die vierte und fünfte Station des „Guggnwegs“. Wo ist sein Anfang, wo sein Ende?

Zum bekannten Tschaufenhaus
Am Ende der unteren Wiese wandern wir nun dem Zaun entlang abwärts zu den nächsten Wegweisern. Zuvor erfreuen uns neben den vielen blauen Farbtupfern der verschiedenen Enzianarten die ersten Mehlprimeln. Wir überqueren einen Weg und wandern an einer windschiefen Lärche vorbei nun immer in dieselbe Richtung, bis wir plötzlich kurz steiler abwärts in dunklen Fichtenwald kommen. Hier hat der Winter gerade erst ade gesagt. Nochmals führt eine Abzweigung, die wir nicht beachten, in Richtung Gschnofer Stall. Zur Linken ruht der Tschaufer Weiher, der leider fast gänzlich zugewachsen ist. Einst bezogen die Herren der Burg Neuhaus (Maultasch) von hier ihre Fische, denn das Tschaufenhaus war ihr Schwaighof. Wieder umfängt uns Lärchenwald, schon winkt das gastliche Haus (Montag Ruhetag) mit Speis und Trank. Nochmals weitet sich unser Blick bis zum Kalterer See.

Hinunter nach Verschneid
Wer breite, sichere Wege vorzieht, sollte jetzt die Fahrstraße benützen. Ansonsten kann man über einen schmalen, steinigen Pfad den Weiler mit seiner kleinen Kirche, den Heiligen Sylvester und Blasius geweiht, erreichen. Trittsicheren Wanderern empfehle ich den Weg, Markierung 7 über den Tschaufennock in Richtung Legar. Gleich beim „Nock“ geht es etwas abenteuerlich hinunter, ansonsten ist der Steig breiter und empfehlenswerter als jener direkt nach Verschneid. Wir kommen oberhalb des Kohlbrennerhofs zur Asphaltstraße und wenden uns nach rechts, am „Spergser Bichl“ vorbei. Wir erreichen die Hauptstraße. Nun noch einige Meter bergan und schon sehen wir beide Haltestellen. Die eine führt über Terlan direkt nach Bozen, oder mit dem Zug nach Meran, die andere über Hafling mit Umstieg nach Meran.
Mit von der Sonne gewärmten Gesichtern, Augen, müde vom vielen Schauen, aber glücklich, warten wir auf unsern Bus.
Christl Fink
Kurzinfos zur Wanderung
Start: Haltestelle Tomanegger (Jenesien 1.329 m)
Saltenhöhe: ca. 1.400 m
Ziel: Verschneid, Haltestelle Spergser Bichl (1.050 m)
Gesamtgehzeit: rund 3 Stunden: Haltestelle Tomanegger > Salten Querweg 25 Min.> Saltenhof 35 Min.> Tschaufen 1 Std. > Haltestelle 45 Min.