Zu den Burgruinen von Montani

Ein stiller Ort, der stärkt
23. April 2026
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Zu den Burgruinen von Montani

Gemütliches Wandern auf Berg- und Waalwegen, vorbei am Klobenstein Egg zu den imposanten Ruinen von Montani, den Wächtern über das Martelltal und den Vinschgau.
Vom Sportzentrum Latsch müssen wir die Straße aufwärts zum Waldrand beim Beginn des Parcours für das Bogenschießen. Der Weg zieht sich höher, links am Speicherbecken vorbei bis zum markierten Steig, der zu den Burgruinen führt. Da der Raminiwaal zurzeit gesperrt ist, wählen wir diese Alternative.

Immer in Richtung Westen
Nun wandern wir der Markierung entlang, erst an den Rastplätzen vorbei und links vom Speicherbecken abwärts Wir kommen zu einem Forstweg, den wir bis zur nächsten Kurve aufwärts gehen. Nun führt ein idyllischer Steg geradeaus und wir erreichen einen herrlichen Aussichtspunkt. Wir blicken auf Tarsch mit den Türmen der zwei Kirchen, die dem hl. Michael (Pfarrkirche) und dem hl. Karpophorus geweiht sind. St. Medardus, das dritte Kirchlein versteckt sich. Außerdem überblicken wir die Weite des Vinschger Talkessels. Unser Weg führt nunmehr abwärts, die Abzweigungen zur Latscher Alm und zum Trimm-dich-Pfad nicht beachtend. Aber da, wo der Weg etwas steinig wird, zweigt links ein nicht markierter Pfad ab, den wir nehmen, um dann in Serpentinen den steinigen Weg und ein Wasserreservoir zu umgehen.

Ein Blick nach Tarsch

Ober- und Untermontani

Zum Klobenstein Egg
Wir folgen jetzt immer der Markierung 5 und müssen, nachdem wir am Tiefpunkt viele Wegweiser entdeckt haben, kurz etwas steiler aufwärts zum Klobenstein – Egg, jenem großen, gespaltenen Felsblock mit einem Kreuz. Dahinter stehen Tisch und Bank für Ruhe suchende Wanderer. Weiter geht es und bald weicht der Wald zurück, Weideland mit Büschen umgibt uns. Wir wandern oberhalb eines Wildzauns und kommen – einen zugeschütteten Waal entlang – wieder auf einen breiteren Weg mit einem Aussichtspunkt. Weiter, den Wegweisern folgend, sehen wir bereits unser Ziel, die mächtigen Ruinen von Ober- und Untermontani.

Die Ruinen von Ober- und Untermontani
Dem in Rohre gefassten Neuwaal entlang (die Infotafel am Felsen links oben beachten), dann kurz abwärts und schon stehen wir vor den Ruinen von Obermontani. Die einst so mächtige Burg aus dem 13. Jh. gehörte den Herren von Montani und nach deren Aussterben dem Grafen Maximilian von Mohr. Dieser war es, der wahrscheinlich eine wertvolle Handschrift des Nibelungenliedes nach Montani gebracht hatte. Leider wurde die Burg nach dem Aussterben auch dieses Geschlechts dem Verfall preisgegeben, die wertvollen Handschriften um ein Spottgeld veräußert und schließlich landeten sie in der Stiftung „Preußischer Kulturbesitz“ in Berlin.

Das Juwel von St. Stephan
Nach links abbiegend erreichen wir in wenigen Minuten St. Stephan, ein wahres Kleinod ob seiner herrlichen Fresken. Wegen der Öffnungszeiten und Führungen empfiehlt es sich, bei Interesse zuvor beim Tourismusverein Latsch nachzufragen. Von hier haben wir einen einmaligen Blick ins wildromantische Martelltal. Am Kirchlein vorbei finden wir einen Steig, der um den Burghügel herum und dann hinunter zur Ruine von Untermontani führt. Beide Burgen hatten einst denselben Besitzer. Bald haben wir den Fuß des Burghügels erreicht. Wir wenden uns nach links über den Plimabach mit seiner überdachten Brücke in Richtung Morter.

Blick von Unter- nach Obermontani

Sankt Anna beim Schanzenhof

St. Anna in Schanzen
Da der Dorfkern weiter oben liegt, gehen wir direkt zum Bahnhof von Goldrain. Über eine lange Strecke können wir gut auf den Wiesenrand ausweichen, um nicht über den harten Asphalt tippeln zu müssen.
Dann entdecken wir linkerhand den geschichtsträchtigen Schanzenhof, einst ein Mairhof der Herren von Chur, mit der kleinen, der Mutter Anna geweihten Kapelle. Von dort sind wir binnen kurzem nach links abbiegend, am Bahnhof von Goldrain. Ein letzter Blick zurück zu den Ruinen von Montani, die immer noch über den Vinschgau zu wachen scheinen.

Christl Fink

INFOS:

Anfahrt: Mit dem Zug bis Latsch und dem öffentlichen Bus bis zum Sportzentrum Latsch.

Gehzeiten: insgesamt rund 4 Std.
Sportzentrum Latsch > Obermontani
2 – 2,30 Std. > über St. Stefan nach Untermontani: 30 Min. > Bahnhof Goldrain 1 Std.