Editorial

Ostern, das größte Fest im Jahreskreis der katholischen Kirche steht vor der Tür. Es ist ja auch kaum zu übersehen. Kaum waren in den Geschäften Nikoläuse und Weihnachtsdekorationen abgeräumt, streckten schon die Osterhasen ihre goldenen Ohren in die Höhe. Dazu Riesen-Ostereier aus Schokolade mit nicht überraschenden Überraschungen drin. Hauptsache es wird gekauft. Möglichst schon Ende Jänner, schnell und viel. Dann kommen noch die buntgefärbten Hühnereier, in Geschäften ebenso wie in Gastlokalen. Hier bei uns – so sagt man – kommen die Eier noch von glücklichen Hühnern. Aber ist es wirklich notwendig, dass diese Eier zum Färben hunderte Kilometer über die Autobahnen gekarrt werden müssen?

Eine Umfrage in Österreich ergab, dass Ostern nur noch für jeden Vierten eine religiöse Bedeutung hat. Stattdessen wird das Osterfest zumindest nach wie vor als traditionelles Familienfest wahrgenommen.

Religiöse Aktivitäten werden nicht mehr so intensiv gepflegt, das merkt man auch bei den Osterbräuchen. Die zunehmende Vermarktung des christlichen Festes im Einzelhandel trägt das ihre zur Kommerzialisierung bei. Ein kleiner Trost dabei ist,  dass die profanen Bräuche dadurch erhalten bleiben.

Bunte Ostereier und der Schokoladenosterhase zählen zu den wichtigsten Osterbräuchen. Das Verstecken und suchen von Osternestern haben nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt. Wichtige Traditionen sind auch das Eierpecken oder -hecken und der geschmückte Osterstrauch. Weit abgeschlagen ist hingegen der traditionelle Kirchenbesuch am Ostersonntag. Zwar kommen mehr Menschen als üblich in die Kirche. Diese Mehrzahl hat einmal ein Pfarrer treffend als „Uboot-Christen“ bezeichnet. Sie tauchen nämlich nur an Ostern und Weihnachten auf …

Aber das ist ein anderes Thema. Und schließlich jedermanns ganz persönliche Sache. Wie heißt es doch so schön: Jeder ist seines Glückes Schmied.

 

von Walter J. Werth

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