Editorial

Haben Sie es auch gehört? Die Zeiten sind hart. Das Geld schmilzt schneller als der Schnee auf unseren Gletschern. Glaubt man den aktuellen Stammtisch-Analysen, reicht das Einkommen bei gefühlt jedem Zweiten hinten und vorne nicht mehr bis zum Monatsende. Ein Blick auf unsere Straßen offenbart jedoch ein faszinierendes Wirtschaftswunder: Die bittere Armut scheint sich bevorzugt in nagelneuen, glänzenden SUVs der Premiumklasse fortzubewegen. Um den Verderb des teuren Treibstoffs zu verhindern, stehen diese Notstands-Gefährte dann Stoßstange an Stoßstange in den Parkgaragen.
Und der Hunger? Massiv! Wer am Wochenende versucht, ohne angemessene Voranmeldung in einer lokalen Pizzeria einen Tisch zu ergattern, lernt die wahre Krise kennen. Die Säle sind prall gefüllt mit Menschen, die bei einem Glas edlem Tropfen und vollem Teller tief betroffen über die Inflation klagen.
Es ist schon ein Elend mit diesem permanenten Luxus. Am Monatsende ist eben noch zu viel Monat für das liebe Geld übrig.

Walter J. Werth

wjw@bezirksmedien.it

23. September 2019

Wohlstandsjammern

Haben Sie es auch gehört? Die Zeiten sind hart. Das Geld schmilzt schneller als der Schnee auf unseren Gletschern. Glaubt man den aktuellen Stammtisch-Analysen, reicht das […]