Editorial

Der frisch gewählte Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol hat mit einer mutigen Aussage aufhorchen lassen: „Unsere öffentliche Verwaltung könnte mit 30 Prozent weniger Mitarbeitern auskommen – wohlgemerkt beschränkt auf das reine Verwaltungspersonal“, so die Worte von Heiner Oberrauch. Wahre Worte. Die Art und Weise wie sich die Bürokratie in unserem gelobten Land ausgeweitet hat, spottet jeglicher Beschreibung. Dabei darf man den einzelnen kleinen Beamten gar nicht die Schuld für ihr teilweise schikanöses Verhalten geben. Wie lautet ein bekanntes Sprichwort in diesem Zusammenhang? „Der Fisch stinkt vom Kopf“ … und so manche „Köpfe“ scheinen kopflos zu sein.
„Weg vom Mehr, hin zum Besseren“ meinte weiters der neue UVS-Präsident Oberrauch. Das mag ja recht gut klingen, die Realität sieht jedoch anders aus. Kaum sind einige Corona-Regeln gelockert, schon werden Prognosen über Wirtschaftswachstum gemacht. „Im zweiten Halbjahr erwarten wir uns eine Steigerung von so-und-soviel Prozent …“.
Diese Meldungen sind so unnötig wie irreführend. Aus der Vergangenheit scheint die Menschheit nichts gelernt zu haben. Es wird immer weiter nach dem Mehr und Mehr getrachtet. Sowas von unnötig ist auch der Regionalrat Trentino Südtirol. Seit Jahrzehnten spricht man von dessen Abschaffung, aber hochaktuell wird dort heftig gestritten, wer an welchem Sessel kleben darf. Die dort Streitenden sollten unser Leben durch vernünftige Gesetze zum Besten regeln. Ein gutes Beispiel geben sie dabei kaum.
Mutig hingegen war die Entscheidung der Tourismusreferentin von Abtei. Sie stellt sich gegen eine Ski-WM in ihrer Heimat. Eine solche Veranstaltung könne nie und nimmer nachhaltig sein, sagt Elide Mussner. Damit hat zumindest sie den Ausspruch Heiner Oberrauchs „Weg vom Mehr, hin zum Besseren“ in die Praxis umgesetzt. Eine kleine Hoffnung besteht also doch, dass die Dame Nachahmer finden könnte.

von Walter J. Werth

 

 

 

23. September 2019

Umdenken nötig

Der frisch gewählte Präsident des Unternehmerverbandes Südtirol hat mit einer mutigen Aussage aufhorchen lassen: „Unsere öffentliche Verwaltung könnte mit 30 Prozent weniger Mitarbeitern auskommen – wohlgemerkt […]