Wohnen noch „leistbar“

„Leistbares Wohnen“ ist ein zunehmend aktuelles, oft auch ein kontrovers diskutiertes Thema, das in Südtirol und auch in anderen Ländern wie Österreich und Deutschland an Bedeutung gewinnt. Der hohe Anteil von Besitzern einer Eigentumswohnung in Südtirol mag suggerieren, dass Wohnen leistbar ist, doch die Realität sieht anders aus. Hohe Mieten im Durchschnitt von rund 1.000 Euro machen es vor allem jungen Menschen schwer, eine Wohnung zu finden. Die Ursachen für die steigenden Mieten sind vielfältig. Faktoren wie begrenzte Baugrundstücke, steigende Bau- und Energiekosten, hohe Immobilienpreise sowie bürokratische Hürden tragen zu dieser Entwicklung bei. Darüber hinaus steigen die Lebenshaltungskosten im Allgemeinen schneller als die Gehälter. Dies führt dazu, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, die steigenden Mietpreise zu bewältigen.

Die Landesregierung hat einige Maßnahmen vorgeschlagen, um das leistbare Wohnen zu fördern. Dazu gehört die Einführung eines Vermieterschutzfonds, verstärkte Nutzung von Wohnungen durch gemeinnützige Organisationen, Überprüfung der GIS-Regelung für ungenutztes Bauland und vieles mehr. Ob diese Maßnahmen jedoch effektiv umgesetzt werden und langfristig zu einer Verbesserung der Wohnsituation führen, bleibt abzuwarten.

Leistbares Wohnen muss für alle Menschen in unserem Land gewährleistet sein. Die Schaffung eines ausgewogenen und gerechten Wohnraumangebots ist entscheidend für die soziale Integration, wirtschaftliche Stabilität und das Wohlbefinden der Bevölkerung. Die Politik und ebenso die Wirtschaft sind gefordert, gemeinsam alle Anstrengungen zu unternehmen, dass die Mietbelastung maximal auf 25 % des Einkommens begrenzt ist. Gerechte Löhne und gerechte Steuern auf Immobilien sind Voraussetzung. Das müsste doch machbar sein!
Die ausufernde Bürokratie verschlingt außerdem gutes Steuergeld und behindert obendrein eine zügige Abwicklung der notwendigen Akte.

 

Walter J. Werth