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In Untermais

  v. l.: H. Comar, S. Frötscher, Sara Marmsoler, Giuseppe Valerio Lofoco

Der Stadtteil Untermais ist vor allem für seinen Pferderennplatz bekannt. Zugleich ist er ein beeindruckender Wirtschaftsstandort.

Dass Untermais bis in die 1920er-Jahre eine eigenständige Verwaltung hatte, ist bis heute nachvollziehbar. Daran erinnern nicht nur das erhaltene Gebäude des ehemaligen Rathauses in der Matteotti-Straße und die prächtige Pfarrkirche zum Heiligen Vigilius. Hinzu kommt eine dichte Infrastruktur mit Kindergarten und Grundschule, von zahlreichen Nahversorgern, einer Postfiliale und Apotheken, mehreren Bankfilialen sowie einem breiten Freizeit- und Sportangebot.

Der Saal im ehemaligen Zisterzienserkloster, heute teil der Musikschule

Gewerbezone Untermais

Der Handel konzentriert sich in Untermais vor allem entlang der Romstraße, der Hauptdurchzugsstraße, von der Postbrücke Richtung Süden bis zur Grenze zum Nachbarviertel Sinich. Hier finden sich insbesondere echte Traditionsbetriebe, wie etwa die Eisenwarenhandlung Brugnara. Sie wurde in den 1950er-Jahren gegründet und ist seit rund 70 Jahren eine Fundgrube für Haushaltswaren, Eisenwaren, Werkzeuge und Öfen aller Art. Nur wenige Hausnummern weiter befindet sich die Metzgerei Fritz & Sonja, an deren Stelle sich früher die Metzgerei Hinteregger befand. Heute führen Fritz Waldner und Sonja Gamper diese Tradition mit Fleisch- und Wurstwaren sowie regionalen Feinkostprodukten fort. Ein Großteil des Handwerks und des Gewerbes hat sich hingegen in der Nähe des Kasernenareals und des Untermaiser Bahnhofs niedergelassen. Den Auftakt zur Gewerbezone bildet das Gewerbeensemble „Maia Center“. Darin entstand Ende der 1970er-Jahre mit der Handwerkerzone Mais die erste Handwerkerzone Südtirols. Maßgeblich initiiert wurde sie von der damaligen Stadträtin Traudl Götsch. Gemeinsam mit zwölf weiteren Handwerkern war sie auf der Suche nach einem geeigneten Standort außerhalb des Stadtzentrums und wurde am heutigen Platz fündig. Auf dem weitläufigen Areal waren mit Zipperle und der Obstgenossenschaft Cafa bereits zwei Großbetriebe ansässig. Zu den ersten Betrieben der neuen Zone zählten das Autohaus Götsch, das Einrichtungsunternehmen Tischler, Elektro Covi, der Schneekatzenhersteller Herbst-Pichler, der Kosmetikbetrieb Piroché, die Tischlerei Gufler, das Bäderstudio Huber und der Malerbetrieb Plant. Heute bilden rund 50 Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe die zweitstärkste Wirtschaftssäule der Stadt. Dazu gehört auch der Fachbetrieb Alfred Hofer am Rennstallweg, der seit 2003 Gärten gestaltet und als zertifizierter Baumpfleger arbeitet. 

Handwerkerzone und Bildungsstandort

In den vergangenen Jahren wurde die Zone durch den Bau der deutschsprachigen Berufsschule Luis Zuegg aufgewertet. In diesem Jahr folgte die italienische Berufsschule Guglielmo Marconi, die vom Schulzentrum Karl Wolf nun in den modernen Komplex in der Alois-Kuperion-Straße übersiedelte. Damit entwickelt sich die Zone auch immer mehr zu einem wichtigen Bildungsstandort. Nachdem das Land heuer die zugesicherten Teile des angrenzenden Kasernenareals an die Gemeinde offiziell übertragen hat, eröffnet sich nun weiteres Entwicklungspotenzial für die Zone. Damit verspricht das Gewerbegebiet Untermais auch in Zukunft ein interessanter Standort für Wirtschaft und gesellschaftliches Leben in Meran zu bleiben zu sein.

Die neue italienische Berufsschule in der Handwerkerzone

Seniorenwohnheim Pitsch

Mit dem Seniorenwohnheim Pitsch am oberen Ende der Gampenstraße verfügt Untermais über eine wichtige soziale Einrichtung. Es liegt in der Nähe der Pfarrkirche und des Kulturzentrums KiMM und ist in einen großen Garten eingebettet. Betreiberin ist die gleichnamige Pitsch-Stiftung. Das Haus verfügt über 106 Betten, einen Demenzbereich mit 20 Plätzen sowie elf Plätze für Kurzzeitpflege. Die Geschichte der Stiftung reicht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Dabei hat sie sich immer wieder als wichtiger Träger von Versorgungs- und Pflegeeinrichtungen erwiesen. Neben dem Haus in Untermais betreibt sie heute außerdem das Pflegeheim St. Antonius in Obermais sowie die Einrichtung für betreutes Wohnen „Haus Seisenegg“ und beschäftigt dabei rund 150 Mitarbeiter. Am Montag, dem 19. Oktober, ist Dr. Sara Marmsoler in ihr Amt zurückgekehrt. Sie war bereits von 2020 bis 2023 Direktorin der Pitsch-Stiftung. In den vergangenen drei Jahren sammelte sie weitere Führungserfahrung in der Altenpflege und festigte ihre Kontakte auf Landesebene, wie aus einer Meldung der Stadtgemeinde hervorgeht. In Südtirols Seniorenbetreuung ist Marmsoler ein bekanntes Gesicht. Sie sitzt im Vorstand des Verbands der Seniorenwohnheime Südtirols (VdS) und ist Präsidentin der Berufsgemeinschaft der Führungskräfte der Altenarbeit Südtirols (BFA). Das daraus gewachsene Netzwerk zu Institutionen und anderen Einrichtungen bringt sie nun in die Stiftung ein. Die Stiftung verspricht damit den Beginn einer neuen Entwicklungsphase. Diese zielt auf die Konsolidierung und Weiterentwicklung der Dienste ab, mit Schwerpunkt auf der Qualität der Betreuung, organisatorischen Innovationen und dem Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner. Für Sozialstadtrat Stefan Frötscher ist ihre Rückkehr „ein klares Zeichen der Kontinuität, der Kompetenz und der fundierten Kenntnis der Meraner Verhältnisse.“ In einer Zeit demografischer und sozialer Herausforderungen sieht er in Marmsolers Rückkehr nach Meran die Garantie, dass ältere Menschen und ihre Familien auch in Zukunft, auf eine Persönlichkeit mit fundierter Erfahrung in diesem Bereich zählen zu können.

Die neue italienische Musikschule

Neue Heimat für die italienische Musikschule

Während sich das lang ersehnte Projekt des neuen Untermaiser Schulzentrums weiter in die Länge zieht, konnte die italienische Musikschule Vivaldi bereits in die Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters Maria Trost einziehen. Das historische Prioratsgebäude des Zisterzienserklosters aus dem 17. Jahrhundert wurde dafür in den vergangenen Jahren mit äußerster Sorgfalt restauriert. Ein besonderes Prachtstück ist der nun zugängliche, prunkvoll geschmückte Hauptsaal. Er scheint geradezu danach zu verlangen, bespielt zu werden, und wer weiß, vielleicht inspiriert er ja manch junges Musiktalent ja noch zu höherem Schaffen.

Philipp Genetti