Quer über den Marlinger Berg

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Quer über den Marlinger Berg

Einer der vielen Aussichtspunkte öffnet den Blick über das gesamte Etschtal

Wer nur von Meran auf den Marlinger Berg schaut, der am Kirchlein von Vigiljoch gipfelt, ahnt nichts von den vielen Wanderwegen und Steigen, die sich quer über den bewaldeten Rücken ziehen.

Marling – Es gibt zwei Verflachungen – die Quadrathöfe und Aschbach – zwei uralte Siedlungen, und diese sind für Familien mit Kindern, ebenso wie für Senioren ein beliebtes Wanderziel.  Wir fahren von Oberlana mit der Seilbahn aufs Vigiljoch. Gleich an der Seilbahn starten wir mit der Markierung 33.

Die Wegweiser an der Bergstation Vigiljoch

Vom Vigiljoch zum Almboden

An der Talstation des Sesselliftes vorbei führt erst ein breiter Weg, der dann wieder zum ehemaligen, schmalen Eggersteig wird. Gleich geht es an einem, dem Verfall preisgegebenen Haus vorbei. Auf unserem Weg kommen wir am Kalchwasser Ries und am Gföll Egg vorbei und immer wieder ergeben sich herrliche Blicke auf Meran, das Etschtal und die Berge ringsum. Traurig stimmt auch nach vielen Jahrzehnten das Erinnerungskreuz an ein Ehepaar, das im Juli 1954 hier in einer Holzhütte verbrannte. Nach rund einer Stunde öffnet sich der Weg plötzlich zum Alpboden, wie er früher hieß. Ein Brunnen für Durstige, eine lange Bank für Müde und eine Wiese voller Blumen für alle, die noch staunen können. 

Der Weg wird zum Steig

Der Eggerhof einst und jetzt

Vom Almboden ist es nicht mehr weit und plötzlich sehen wir einen Parkplatz voller Autos, darunter eine Feriensiedlung mit vielen kleinen, dunklen Holzhäuschen, sowie das kleine, dem hl. Martin geweihte Kirchlein. Mit dem Eggerhof verbanden die Bewohner des Burggrafenamts einst das große Ferienhaus der „Englischen Fräulein“, heute besser bekannt unter „Schwestern der Congregatio Jesu“. Das Haus wurde verkauft, abgerissen und die kleinen Ferienhäuschen entstanden. Erst dahinter und fast versteckt erhebt sich das Gasthaus, das den heutigen Bedürfnissen durchaus gerecht wird. Seit die Buslinie 268 regelmäßig von der Töll aus über Quadrat in wildromantischen Serpentinen bis hier herauffährt, kommen viele, um das Panorama und die Auswahl der Speisekarte zu genießen.

Am Gasthaus Eggerhof

Die Quelle am Weg

Der „Weg zur Quelle“ ist anfangs identisch mit dem Martinsweg und dem Alpenrosenweg. Er weist oberhalb des Gasthauses nach rechts. An Besinnungsstellen zum Thema Quelle vorbei erreichen wir bald die Quelle selbst mit dem schönen, alten Brunnen, nahe einer kleinen Holzbrücke. Eine Bank lädt zur Rast und zum Innehalten und Lauschen ein. Weiter geht es in ebener Wanderung bis zu einer Forststraße, die wir überqueren und nun abwärts wandern. Bald finden wir an der Bergseite Wegweiser und an der Talseite einen Stapel Stämme. Um in Richtung Quadrat zu gelangen, müssen wir wohl oder übel über die Stämme balancieren. Und dann sind wir auch schon auf unserer Markierung 29. 

Ein Speicherbecken

Quer über den Berg

Der Steig führt abwärts bis zu einem quer verlaufenden Weg, den wir nach links gehen. Wir kommen zu einem Brunnen, einem runden Wasserbecken, sowie Tisch und Bank mit herrlicher Aussicht weit übers Tal. Alsdann müssen wir kurz die Asphaltstraße entlang weiter abwärts, ehe wir rechts die Abzweigung 29 entdecken. Nochmals aufgepasst, denn kurz darauf geht es plötzlich nach links und etwas abenteuerlich über Stufen, aber gesichert durch ein Geländer, abwärts, dann in Serpentinen bis zum quer verlaufenden Familienwanderweg. Diesen wenige Schritte aufwärts, entdecken wir ein Hinweisschild zum „Brünnl in 10 Minuten“, dem wir nun folgen.

Ganz kurz wird es abenteuerlich

Das Gasthaus Brünnl 

Es ist ein sehr gut geführter Familienbetrieb, gleich darunter befindet sich die Haltestelle des Shuttlebusses, der uns zur Töll, bzw. Rabland bringt. Zuvor stärken wir uns noch auf der Terrasse mit dem wohlverdienten Kaffee nach dem langen Abstieg und genießen die herrliche Aussicht über das weite Meraner Becken bis hinauf ins Zieltal mit dem beeindruckenden Partschinser Wasserfall. Ein interessanter und sehr abwechslungsreicher Wandertag ist wieder zu Ende und wir beschließen, ein nächstes Mal den Familienwanderweg auszukundschaften, sowie den weiterführenden Steig zum Senn am Egg und weiter, den Marlinger Waalweg entlang. 


Kurzinfos zur Wanderung

Start: : Seilbahnbergstation Vigiljoch: 1486 m
Ziel: Haltestelle Brünnl auf Quadrat
Gehzeit: insgesamt: 2,30 – 3 Std. > Vigiljoch, Bergstation > Almboden: 1 Std. > Eggerhof:15 Min. > Haltestelle Gasthaus Brünnl: 1,30 Std.  


Christl Fink