

Erst in Richtung Naturns
Wir folgen dem Wegweiser Walderlebnisweg, bzw. Markierung 16 und kommen, kurz wieder etwas ansteigend, zum Thalerhof. Hier hört der Asphalt auf und es beginnt die Forststraße „Kalkofen“. In ebener Wanderung überqueren wir eine Wiese, entdecken den Gelben Fingerhut, sowie Königskerzen. Dann umfängt uns der Wald, den wir heute ganz intensiv und bewusst erleben. Noch ein Stück geht es eben weiter, dann zweigt links der Walderlebnisweg vom Hauptweg ab und beginnt in gemütlichen Serpentinen anzusteigen.

Bäume und Vögel
„Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt“. Mit diesem Zitat von Kahil Gibran entdecken wir zahlreiche, in den Boden verankerte Stämme der verschiedenen Baumarten, sowie originelle Kisten für die „Früchte“ der Bäume, die Zapfen. Schautafeln informieren uns über die ungefähr achtzehn Baumarten in diesem Gebiet, sowie, dass es hier in diesem Mischwald nicht weniger als neunzig Vogelarten gibt, die sehr unterschiedlich brüten. Dazu passend sind Holzkisten mit vielen, vom Winde verwehten und von Kindern gesammelten Vogelnestern aufgestellt.

Auf Entdeckungsreise
„In den Wäldern sind Dinge, über die nachzudenken, man jahrelang im Moos liegen könnte.“ (Franz Kafka) Ein Barfußweg lädt zum Ertasten der verschiedenen Böden ein, ein überdimensionaler Trichter zum Hören –
und wirklich, es zwitschert und zirpt, dass man einstimmen möchte in all diesen Jubel. Schließlich haben wir die Höhe erreicht und damit auch eine Kreuzung mit der MB – Route und anderen Wanderwegen. Wir bleiben auf unserem Erlebnisweg, neugierig auf alles, worauf er uns aufmerksam macht: auf Spuren der Waldtiere, auf die Ameisen in ihrer faszinierenden Welt, die verschiedenen Baumschwämme und andere Pilzarten, auf Farne und Moose. Sogar das Pech (Harz) wird uns als Antibiotikum der Bäume nahegebracht.

Ein faszinierendes Panorama
Wir queren nun am oberen Rand eine Wiese und uns bietet sich ein herrliches Bild. Wie auf einem Präsentierteller liegt Aschbach mit seinen zwei Kirchen unter uns. Weit geht der Blick hinauf in den Vinschgau, sowie zum Meraner Talkessel, alles eingerahmt von der Texelgruppe.
An einem Insektenhotel vorbei kommen wir schließlich zu einem Waldxylophon. Wer hätte gedacht, dass jede Baumart ihren eigenen Klang hat? Nach einem kurzen, etwas steileren Stück abwärts wandern wir in der Runde zurück ins Dorf. Zuvor erfahren wir noch etwas davon, wie einst die gefällten Baumstämme zu Tal befördert wurden, wie gefährlich diese Arbeit war und heute noch ist.

Der Weiler Aschbach
Zurück zum Dorf, wählen wir nun den oberen Weg und kommen von oben zur schmucken, neugotischen Herz-Jesu-Kirche, die geöffnet ist. Wir erfahren, dass das Dörfchen 13 Höfe zählt und rund 70 Einwohner hat. Bis zum Bau der Seilbahn vor 50 Jahren (1970) wurde es bloß über steile Fußwege erreicht. Das einstige Schulhaus, seit Jahren aufgelassen, da die Kinder nun im Tal die verschiedenen Schulen besuchen, ist nun als „WERK statt SCHUAL“ zu neuem Leben erwacht. Kinder, wie Erwachsene, haben hier die Möglichkeit, das Motto: „Zurück zur Natur“ neu zu erleben. Der Aschbacher Hof, für seine köstlichen, hausgemachten Torten bekannt, verwöhnt uns nach der Rundwanderung mit Speis und Trank. Da die Wolken immer dunkler werden, sind wir dankbar, hernach mit der Seilbahn rasch wieder ins Tal zu kommen.

Christl Fink