

Wir fahren – da der öffentliche Bus das Penserjoch leider nicht mehr anfährt – mit dem Auto durchs Sarntal zur Penser – Joch –
Alm kurz vor dem Pass. Ein zweites Auto lassen wir in PENS zurück. Dort weist das Hinweisschild mit der Markierung 14 A zur Tatschspitze. Stolz erhebt sich, rückwärts blickend, das Sarner Weißhorn, ob des markanten Gipfels auch Sarner Matterhorn genannt.

Herrliche Kammwanderung
Kurz müssen wir aufwärts zum Westrücken des Astenberges, dann quert unser Steig steile Grashänge und wir kommen zu einer Gratscharte. Wir können bloß schauen und staunen, ob all der Schönheit rundum. Schafe zupfen friedlich die kleinen Bergkräutlein. Bald queren wir die Hänge der markanten Niedschneid. Bei der nächsten Gratsenke wechseln wir zur Ostseite, jetzt den Weiler Egg im Blick. Hier ist der Fels brüchig, wir queren einen Erosionshang, der von den Wegemachern des AVS vorbildlich befestigt wurde. Vor uns liegt die weite Kammsenke zwischen dem Niedeck und der Tatschspitze. Abweichende Markierungen beachten wir nicht, denn direkt vor uns erhebt sich nun unser Ziel, der Berggipfel. Eine kurze Trinkpause, dann geht es zur Zielgeraden.

Auf zum Gipfelkreuz!
Wer meint, dass es nun ans Klettern geht, der täuscht sich. Der grasbewachsene Hang wird zwar steiler, größere Steine und Felsblöcke sind wie hingestreut, gelb, weiß und blau gucken vereinzelt die kleinen Blümchen hinter so manchem Stein hervor. Die Sonne brennt und der Schweiß tropft von der Stirn, doch ehe wir es uns versehen, sind wir am Gipfelgrat, das Kreuz vor uns. Ein „Berg Heil!“, ein Jauchzer und jetzt freuen wir uns, an einem windgeschützten Plätzchen das zünftige Gipfelpicknick zu genießen, bei dem uns die frechen Alpendohlen Gesellschaft leisten, begierig auf die kleinen Happen, die wir ihnen zuwerfen. Sogar ein kleines Mittagsschläfchen genehmigen wir uns, ehe wir wieder aufbrechen. Ein letzter Rundumblick und schon geht es bergab.

Über die Seebergalm
Da wir ein Auto im Tal gelassen haben, wandern wir nicht mehr denselben Weg zurück, sondern zweigen dort, wo die Markierung 10 über die Seebergalm nach Asten weist, ab und folgen dieser. Einsam ist es hier, nur Schafen begegnen wir, hie und da fliegt ein Vogel erschreckt vor uns auf. An einem winzigen Rest dessen, was wohl einst der Seebergsee gewesen war, kommen wir vorbei. Natürlich widerstehen wir nicht der Versuchung, kurz unsere Füße darin zu kühlen, denn was gibt es Köstlicheres, als ein noch so kurzes Fußbad in einem Bergsee? Dann verlieren wir rasch an Höhe, größere und kleinere Felsblöcke sind über die Grasflanken gestreut, die Seebergalm kommt bald in Sicht. Sie ist jetzt bewohnt und liebevoll hergerichtet, aber nur privat.

Weiler Asten bis Pens
Nach einer kleinen Rast nahe der Alm verlassen wir auch dieses idyllische Plätzchen. Hier entdecken wir auch das Hinweisschild zur Traminalm, die ich schon früher beschrieben habe. Nun geht es auf einem ausgebauten Forstweg zügig in weiten Serpentinen – immer auf Markierung 10 – bergab. Bald kommen wir zum innersten Hof, dem „Inderst“, daran vorbei und hinunter nach Asten mit seinem schmucken, kleinen Kirchlein. Nun nur noch ein knappes halbes Stündchen ebener Fußweg. Kurz die Straße talauswärts, dann kommt man links durch ein großes Gatter auf einen breiten. Weg, der eine Wiese quert, dann fast am Bach entlang bis Pens. Nochmals fahren zwei von uns die schöne Strecke hoch zum Joch. Dann bringen uns die Autos über Astfeld und Sarnthein zurück nach Bozen. Dankbar für das wunderbare Bergerlebnis, das uns heute geschenkt war, fahren wir mit müden Füßen und Augen, trunken von all der Schönheit, heimzu.

Christl Fink