Sylvesterkirchlein im Langental

10 Jahre ChoryFeen
15. Oktober 2026
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Sylvesterkirchlein im Langental

Sobald der sommerliche Feriengästestrom abgeflaut ist und ehe die Wintersaison beginnt: hinein ins Grödnertal. Eine Wanderung zwischen hohen Felstürmen und weichen Almmatten.

Wir fahren mit dem Zug bis Waidbruck und mit dem Bus weiter nach Plan de Gralba im hintersten Grödnertal!

Über den Bahnweg

Sofort überqueren wir die Straße und wenden uns zwischen Häusern bergwärts. Wir kommen auf den „Bahnweg“, eine schmale, asphaltierte Straße, die Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist. Informationstafeln erzählen die Geschichte der „Grödner Bahn“, eines kleinen Zuges, der bis 1960 verkehrte, ehe er, ebenso wie die Überetscher und Fleimstaler Bahn, dem Busverkehr weichen musste. Hoch über dem Talkessel wandern wir in Richtung Wolkenstein. Schließlich führt eine schmale Autostraße aufwärts. Dieser folgen wir, am Restaurant „Scoiattolo“ (Eichhörnchen) vorbei, noch ein kurzes Stück aufwärts, ehe die Straße nach links leicht abwärts führt. Von hier aus beginnt auch die Aufstiegsanlage zur Schifahrern bekannten Danterciepes-Piste.

Ins Langental

Hier entdecken wir auch den Wegweiser ins Langental mit der Markierung 14. Nun geht es zum Talgrund, und damit ist das Ende des Asphalts erreicht. Im rechten Winkel wandern wir weiter. Es geht zunächst taleinwärts, unser Weg ist inmitten des weiten Almbodens mit Schotter gekennzeichnet. Zur Linken wandern wir zunächst noch am Rand eines Militärareals, zur Rechten befinden sich ein Freizeitgelände mit Kinderspielplätzen. Ein Gasthaus zur Linken lassen wir unbeachtet – unser „Menu“ ist im Rucksack.  Beeindruckend, wie sich zu beiden Seiten des Tals immer neue Felsentürme emporrecken. Schon sehen wir von weitem das Kirchlein, das dem hl. Papst Sylvester geweiht ist. Dorthin wollen wir.

Rast bei St. Sylvester

Die Türe steht allen offen, ob sie nun zu einem stillen Gebet oder bloß zur Besichtigung einkehren. An der linken Seite steht groß und beschützend der Apostel Jakobus, der Pilgerpatron, doch er zeigt auf die Pestbeule oberhalb seines Knies. Ob da zwei Heilige zu einem mutiert sind? Interessant sind die Fresken zur „Vita Christi“ im Kirchlein. Wir suchen uns etwas höher eine der vielen Rastbänke und genießen die Sonne ebenso wie das einmalige Panorama. Die vielen Feriengäste weiter unten am Weg stören uns nicht, und die Brotzeit schmeckt heute besonders gut. Wer will, kann gerne noch weiter durch das breite Almtal aufwärts wandern, doch wir haben unser Ziel für heute erreicht.   

Dem Kreuzweg entlang

Nun wandern wir nach links, auf einem wunderbar angelegten Steig, dem Berghang entlang. Sehr schön geschnitzte Kreuzwegstationen begleiten uns in umgekehrter Richtung, beginnend bei der 15. Station, der Auferstehung. Der Weg steigt sachte, aber stetig. Abzweigungen, die abwärts, sowie nach oben zur Ruine der einst stolzen Burg Wolkenstein führen, beachten wir nicht. Talauswärts entdecken wir sogar den Schlern mit den markanten Gipfeln der Santner- und Euringer Spitze. Und dann sind wir auch schon bei der ersten Kreuzwegstation angelangt.

  

Der Abstieg nach Wolkenstein

Jetzt geht es nach links abwärts. Wir kommen zu einem Wiesenweg, der am Beginn etwas steil ist. Wir achten gut auf die Markierung, fragen zwischendurch Einheimische, die uns auf verwinkelte Abkürzungen hinweisen und erreichen schließlich – teilweise etwas abenteuerlich – die Bushaltestelle am Nivesplatz. Wir sind glücklich, wieder ein neues Stück Heimat, sowie ein kulturelles Kleinod, das Kirchlein, das dem hl. Sylvester geweiht ist, entdeckt zu haben. Nicht lange, dann bringen uns Bus und Bahn wieder zurück ins vertraute Burggrafenamt.


Christl Fink