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SARNTAL
Von der Endhaltestelle des Linienbusses sehen wir bereits vor uns den beeindruckenden Durnholzer See, sowie links, etwas höher, am Hang die Kirche, die dem hl. Nikolaus geweiht ist. Wir wenden uns sofort dem Kirchlein zu, über einen ansteigenden Weg und Stufen aufwärts.

Ein Kleinod am Talschluss
Sein Ursprung reicht in die Romanik, während der Turm der späten Gotik zuzuschreiben ist. Es ist dem hl. Nikolaus, dem Patron der Seefahrer und der Bergarbeiter (wegen der drei Goldkugeln als Attribut!) geweiht. Jeder, der es betritt, staunt über die herrlichen Fresken im Inneren, die man in einem Gotteshaus am Ende eines Tales nie vermuten würde. Zu Recht gilt die Durnholzer Kirche als die schönste des gesamten Tales. Der Freskenzyklus, der einerseits Episoden aus dem Leben Jesu, andererseits die Nikolauslegende und Szenen aus dem Leben des hl. Vitus darstellt, ist vorbildlich restauriert worden. Interessant ist auch der Blumenschmuck am Friedhof. Jedes Grab, ob vom größten Bauern oder vom Kleinhäusler, ist mit denselben Blumen und in der gleichen Anordnung geschmückt, denn vor Gott ist jeder gleich, wie eine Frau am Friedhof bemerkte.

Auf zur Seebalm
Dann aber wenden wir uns in Richtung Seeb – Alm. Gleich hinter der Kirche finden wir das erste Hinweisschild. Erst müssen wir auf der asphaltierten Zufahrtsstraße an einigen Höfen vorbei, dann über die Forststraße. Sie ist zwar etwas eintönig, aber direkt und ohne weite Kehren zum Ziel führend. Hin und wieder gibt der Wald einen herrlichen Blick auf den See frei. Einige, mit reichem Blumenschmuck versehene Wegkreuze fallen uns auf. Durch ein großes Gatter kommen wir ins Almgelände, erstes Weidevieh, das träge an den spärlichen Grasbüscheln zupft, beäugt uns neugierig. Und dann sehen wir bereits, hoch über dem Tal des Seebachs, das Dach der Alm.

Zur Einkehr auf der Alm
Nach einer guten Stunde haben wir das heutige Ziel erreicht. Die Hitze hat uns zugesetzt und so sind wir dankbar für diese Möglichkeit zur Rast an einem gedeckten Tisch. Der Weiterweg würde zur „hohen Scheibe“ oder aber zur Flaggerschartenhütte, ehemals als Marburg-Siegener Hütte bekannt, führen. Wir jedoch genießen die Ruhe und Abgeschiedenheit dieser Alm und nachdem wir uns gestärkt, brechen wir wieder auf, um nunmehr auf dem Wanderweg in der Runde unseren Ausgangspunkt zu erreichen. Der Wanderweg besticht dadurch, dass er bedeutend abwechslungsreicher ist. Erst geht es eher steil durch den Wald abwärts, dann an saftigen Wiesen mit kleinen Schuppen vorbei und schließlich auf die Asphaltstraße, die zu den Berghöfen auf der anderen Talseite führt. Diese gehen wir noch ein gutes Stück bis zum oberen Ende des Sees.

Dem Durnholzer See entlang
Sofort wenden wir uns nach links, erst noch einem Sträßchen entlang. Von hier aus haben wir über den See hinweg einen herrlichen Blick zur Kirche. Eine Entenschar zieht munter ihre Bahn. Es geht über eine kleine Holzbrücke und so umrunden wir den See, der, wohl vor Jahrhunderten, durch einen Bergrutsch von der nordwestlich gelegenen Karspitze aus entstanden ist. Hinter dem sich dadurch gebildeten Felsriegel hat sich dann das Wasser gestaut. Der See ist bekannt für seinen Reichtum an Regenbogenforellen und früher konnte man sogar ein kleines Boot mieten, um darauf nach Herzenslust zu paddeln. Über einen idyllischen Steig mit vielen Rastbänken kommen wir bald zu seinem unteren Ende und damit auch zur Bushaltestelle. Ein eher kurzer, aber interessanter Wandertag ist zu Ende und der Bus bringt uns über Reinswald nach Sarnthein mit sofortigem Anschluss nach Bozen.
Christl Fink