

CASA bringt junge Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen und Interessen zusammen. Was sie verbindet, ist der Wunsch, sich aktiv mit der Gegenwart und Zukunft auseinanderzusetzen und die eigene Meinung einzubringen. Der Verein versteht sich als Diskussionsplattform und möchte in Südtirol den Dialog zwischen Kultur, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft fördern. Ein besonderes Anliegen ist es, Gesprächsräume zu schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und ein offener, konstruktiver Austausch entstehen kann. Ein konkretes Beispiel dafür war die zweite Ausgabe der Algunder Gespräche in Aschbach. Drei Tage lang kamen junge Menschen zusammen, um sich gemeinsam mit Südtiroler Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen über Themen rund um Südtirol und darüber hinaus auszutauschen. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr die Frage nach einer fairen Zukunft. Dabei wurden verschiedene Dimensionen gesellschaftlicher Gerechtigkeit beleuchtet: Entwicklungszusammenarbeit, Geschlechtergleichheit, Klimagerechtigkeit und die Rechte von Minderheiten. Für spannende Einblicke sorgten unter anderem Sheila Romen, langjährige Mitarbeiterin der Vereinten Nationen in der Demokratischen Republik Kongo, das neu gegründete queer-feministische Kollektiv Studio Pink aus Südtirol, der ehemalige Meraner Bürgermeister Paul Rösch sowie Kuno Tarfusser, ehemaliger Richter am Internationalen Strafgerichtshof.

Sie brachten unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven ein und regten damit Diskussionen an, die weit über die einzelnen Fachbereiche hinausgingen. Die Algunder Gespräche sind Teil eines größeren Engagements. Die zentrale Aufgabe von CASA besteht in der Vergabe von Stipendien für das Europäische Forum Alpbach (EFA). Das Forum bringt seit Jahrzehnten Menschen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam über zentrale Fragen der europäischen Zukunft zu diskutieren. Junge Menschen erhalten dort die Möglichkeit, internationale Kontakte zu knüpfen, neue Perspektiven kennenzulernen und sich aktiv in gesellschaftliche Debatten einzubringen. Beim diesjährigen Forum unter dem Leitthema „How Europe Wins“ gestaltete CASA das Programm mit eigenen Veranstaltungen aktiv mit. Ein Höhepunkt war die Euregio Impact Night, bei der internationale Investorinnen und Investoren über Impact Entrepreneurship und Impact Investing sowie über die Verbindung von wirtschaftlichem Erfolg und gesellschaftlicher Wirkung diskutierten. Bei einer weiteren Veranstaltung, einer Podiumsdiskussion zu Jugend, Polarisierung und demokratischer Resilienz, kamen unter anderem der österreichische Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Liza Saris vom European Policy Centre zusammen. Ergänzt wurde das Programm durch einen persönlichen Austausch mit Landeshauptmann Arno Kompatscher. Genau diese offene und interdisziplinäre Debattenkultur möchten wir verstärkt auch nach Südtirol bringen: niederschwellig, zugänglich und vor allem von jungen Menschen für junge Menschen. Denn eine lebendige Demokratie lebt von Menschen, die bereit sind, Fragen zu stellen, zuzuhören, zu widersprechen und sich engagieren. CASA möchte Räume für Begegnung, Austausch und neue Ideen schaffen. Denn eine faire Zukunft entsteht nicht von selbst. Sie beginnt dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen und den Mut haben, sie gemeinsam zu gestalten.
Carina Gassebner