Transit bekämpfen und Öffis stärken!

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Transit bekämpfen und Öffis stärken!

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Mehr als 5.000 Menschen aus ganz Tirol haben am vergangenen Wochenende am Brenner demonstriert und damit gezeigt, wie groß der Leidensdruck der Bevölkerung entlang der Brennerautobahn inzwischen geworden ist. Tausende Menschen in Nord-, Süd- und Welsch-Tirol leiden täglich unter Lärm, Abgasen, Staus und gesundheitlichen Belastungen. Wer entlang der Brennerachse lebt, braucht keine Statistiken, um zu wissen, dass die Belastungsgrenze längst überschritten ist. Die Sorgen der Menschen müssen endlich ernst genommen werden. Doch wer den Transitverkehr verringern will, darf nicht nur protestieren, sondern muss auch konkrete Alternativen schaffen. Deshalb ist der Vorschlag, das Euregio-Ticket für die gesamte Europaregion Tirol, das derzeit noch 750 Euro im Jahr kostet, deutlich günstiger zu machen, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Öffentliche Verkehrsmittel müssen für die Bürger nicht nur verfügbar, sondern auch leistbar sein. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten brauchen die Menschen Entlastungen statt immer neuer Belastungen. Die Europaregion Tirol sollte daher prüfen, welche EU-Fördermittel für ein grenzüberschreitendes Mobilitätsprojekt beantragt werden können. Gleichzeitig wäre es sinnvoll, die Einnahmen aus einer moderaten Erhöhung der Tourismusabgabe zweckgebunden für einen gemeinsamen Mobilitätsfonds zu verwenden, denn der Tourismus bringt nicht nur Wohlstand, sondern auch Verkehr in unser Land. Die gesamte Europaregion Tirol verzeichnet jährlich mehr als 100 Millionen Nächtigungen und verfügt somit über ein enormes Potenzial, um den öffentlichen Verkehr auszubauen und die Ticketpreise spürbar zu senken. Ebenso wichtig ist es, endlich die noch bestehenden künstlichen Grenzen auf der Schiene zu beseitigen. Wenn ab 2027 durchgehende Züge von Innsbruck über den Brenner bis nach Bozen und Trient fahren, darf es nicht weiterhin zu unnötigen Personal- und Lokführerwechseln an der Unrechtsgrenze kommen. Tirol braucht durchgehende Verbindungen ohne bürokratische Hindernisse. Wer die Bevölkerung vor dem ausufernden Transitverkehr schützen will, muss beides tun: den Schwerverkehr eindämmen und gleichzeitig attraktive Alternativen schaffen. Ein günstiges Tirol-Ticket, moderne Bahnverbindungen und eine konsequente Entlastung der Brennerroute wären konkrete Maßnahmen, von denen die Menschen auf beiden Seiten des Brenners profitieren würden. Die Europaregion Tirol sollte endlich zeigen, dass sie mehr ist als ein politisches Symbol – nämlich ein Instrument, das den Bürgern ganz konkrete Vorteile bringt.