

Der Baukörper des Johanneums in Dorf Tirol liegt seit über 20 Jahren im Koma. Der Geist des Johanneums lebt aber. Er ist in den Erinnerungen, Gedanken und Hoffnungen ehemaliger Johanniter lebendig. Dies zeigte sich erneut am 6. August bei einer Wortgottesfeier zum zehnten Jahrtag des Todes des legendären Italienischprofessors Giuseppe Magagna in der Pfarrkirche von Dorf Tirol. Über 30 ehemalige Schüler des Johanneums folgten der Einladung. Arnold Stiglmair aus Pens, emeritierter Professor für Altes Testament an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen, leitete die Feier mit den Worten ein: „Wir haben uns zusammengefunden, weil wir erinnernd deutlich machen wollen, wieviel wir dem verehrten Professor Giuseppe Magagna und auch den anderen Lehrern bis heute zu verdanken haben. Sie haben beigetragen zu dem, was wir heute sind.“
Gottlieb Pomella würdigte den außergewöhnlichen Menschen Magagna: „Wenn es einen Lehrer gab, der die Mannigfaltigkeit, aber auch die Zerrissenheit der Welt zur damaligen Zeit in der Weltabgeschiedenheit des Johanneums zur Sprache brachte, Wahrheiten hinterfragte, Meinungen zuließ, zur Diskussion stellte und förderte, an den wir uns orientieren und daran wachsen konnten, dann war er es.“ Besonders berührend waren die Erinnerungsworte von Magagnas Sohn Vincenzo an seinen Vater, der sich mit 59 Jahren noch in den Laienstand versetzen ließ und heiratete.
Nach der von Theo Rifesser an der Orgel begleiteten Feier führte Ortspfarrer Edmund Ungerer die Gruppe zur Marmorplatte in der Mitte des Friedhofs, auf der die Namen aller im Knabenseminar Johanneum und zuvor im St. Fidelishaus der Kapuziner tätigen Priester eingraviert sind. Beim anschließenden Mittagessen im Restaurant Tiroler Kreuz tauschten sich die Altjohanniter aus, erzählten Anekdoten aus ihrer Seminarzeit und beschworen den Geist und die Werte des Johanneums, die sie fürs Leben geprägt haben.
Franz Berger