Gruberhof – ein historisches Juwel

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Gruberhof – ein historisches Juwel

Der Gruberhof verbindet die jahrhundertealte Tradition im Weinbau
mit einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Nutzung.

Er zählt zu den ältesten und geschichtsträchtigsten Höfen in Lana. Die erste urkundliche Erwähnung des Hofes stammt aus dem Jahr 1302. Seinen Namen verdankt der Hof seiner besonderen geografischen Lage „in der Grube“, die ihm über die Jahrhunderte hinweg eine unverwechselbare Identität verlieh. Als Teil eines dichten Netzes regionaler Entwicklungen war der Gruber-
hof eng mit der Geschichte des Burggrafenamtes verbunden. Besonders prägend war seine Rolle beim Bau der strategisch wichtigen Straße von Niederlana nach Nals im 16. Jahrhundert. Durch diese wurde der Hof in ein größeres Verkehrs- und Wirtschaftsnetz eingebunden.

  

Einzigartige Rebberge

Die herausragende Qualität des Ackpfeifer Weins zog im Laufe der Jahrhunderte wohlhabende Bürger aus der nahegelegenen Stadt Meran an. Sie sicherten sich Rebberge in dieser Gegend. Auch der Gruberhof wurde Teil dieser prestigeträchtigen Tradition und profitierte von der hohen Wertschätzung der lokalen Weine. Im Jahr 2012 begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Hofes. Michael Malleier erwarb den Gruberhof. Rund fünf Jahre lang investierte die Familie zunächst in die Erneuerung und Sanierung der Apfelanlagen, um die landwirtschaftliche Basis des Hofes zukunftsfähig zu machen. Im Jahr 2020 folgte schließlich das große Vorhaben – der umfassende Umbau des historischen Bestands. Dies stellte eine besondere Herausforderung dar, da der Gruberhof unter Ensembleschutz steht. Das bedeutete, dass der historisch wertvolle Baubestand, der gewohnte Standard und die landschaftliche Einbindung des Hofes bei allen Maßnahmen erhalten bleiben mussten. Die Planung und Umsetzung erfolgten in enger Abstimmung mit dem Ensembleschutzbeauftragten und dem technischen Büro von Geometer Helmut Moser aus Lana, das den technischen Bericht erstellte.

    

Bausubstanz erhalten, Energie sparen

Das Projekt umfasste ein breites Spektrum an Maßnahmen – von der energetischen Sanierung über interne Umbauarbeiten bis hin zu außerordentlichen Instandhaltungsarbeiten. Eine Besonderheit war die Erweiterung des Wohnhauses im Erd- und Obergeschoss, die durch geänderte gesetzliche Bestimmungen ermöglicht wurde. Diese erlaubten eine Erhöhung des maximal zulässigen Bauvolumens für Hofstellen auf 1.500 m³. Dadurch konnten neben einer Privatwohnung für die Eigentümer auch vier Ferienwohnungen geschaffen werden. Um den angestrebten Klimahausstandard „C“ bzw. „R“ für das Hauptgebäude zu erreichen, waren umfangreiche energetische Maßnahmen erforderlich. So wurde die bestehende Gebäudehülle mit einer Wärmedämmung versehen oder teilweise erneuert. Das Erdgeschoss, in dem sich der historische Weinkeller befindet, wurde bewusst nicht gedämmt. Der Keller stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde während der gesamten Umbauarbeiten unberührt gelassen. Somit stellt er ein lebendiges Zeugnis der langen Geschichte des Hofes dar. Im Obergeschoss wurde das bestehende Außenmauerwerk beibehalten und mit einer fünf Zentimeter starken Innendämmung aus Kalziumsilikatplatten versehen. Das Dachgeschoss und das Dach wurden hingegen vollständig abgebrochen und mit wärmegedämmten Mauerziegeln wiedererrichtet. Alle Fenster und Außentüren wurden durch neue Holzelemente mit Dreifach-Isolierverglasung bzw. durch Holztüren der Klasse A ausgetauscht. Die Außenwände wurden von losen Putzteilen befreit, gereinigt und mit einer neuen Putzschicht versehen. Dabei wurde die glatte Oberfläche beibehalten. Auch im Inneren wurde eine umfassende Erneuerung vorgenommen. Die Sanitärinstallationen in den Bädern und Toiletten wurden vollständig ausgetauscht, ebenso die Fliesenbeläge an Böden und Wänden.

    

Zudem wurden sämtliche Innen- und Außengeländer erneuert. Die Innenwände und Decken erhielten neuen Putz, und die Holzbeläge auf den Balkonen wurden mitsamt der Unterkonstruktion ausgetauscht. Zudem wurde die gesamte elektrische Anlage erneuert. Bei der Energieerzeugung spielte Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Auf dem Südflügel des Satteldaches des kleineren Wirtschaftsgebäudes wurde eine Photovoltaikanlage installiert, die zur Stromerzeugung beiträgt. Zudem wurden das bestehende Wirtschaftsgebäude sowie der freistehende Backofen saniert und es wurden zusätzliche landwirtschaftliche Flächen angelegt. Für den neuen Dachstuhl wurde vorwiegend sägeraues Lärchenholz aus dem eigenen Wald verwendet.  Im Kellergeschoss wurde zudem eine neue Hackschnitzelanlage installiert. Im Jahr 2024 konnte der umfangreiche Umbau erfolgreich abgeschlossen werden. Ein Jahr später übergab Michael Malleier den Gruberhof an seinen Sohn Simon, der ihn seither in der nächsten Generation weiterführt. Heute bietet der Gruberhof seinen Gästen eine großzügige Penthouse-Suite und drei Ferienwohnungen unterschiedlicher Größe. Alle Unterkünfte verfügen über eine eigene Terrasse und sind vollständig ausgestattet. Der Gruberhof in Lana ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie sich historische Bausubstanz mit modernen Ansprüchen an Wohnkomfort, Energieeffizienz und eine zeitgemäße landwirtschaftliche Nutzung verbinden lässt.

Markus Auerbach