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Zur Farmazonalm

Ein schöner Anstieg, als Belohnung eine einsame Alm, scheinbar am Ende der Welt und dem Himmel besonders nahe, sowie der gemütliche Rückweg nach Platt in Passeier. Der erste Bus 240, der von Meran bis Pfelders fährt, bringt uns bis zur Haltestelle Außerhütt, wo wir starten. So können wir den Aufstieg großteils im kühlen Morgenschatten bewältigen.

Durch den Herrnwald

Gegenüber der Haltestelle beginnt der Forstweg mit dem ersten Hinweisschild zur Farmazonalm. Wir wandern durch den noch taufrischen Wald. Es geht über die, für Autos gesperrte Forststraße, nur einzelne Radfahrer sind unterwegs, doch diese gehören zu den Stillen. Den abzweigenden Steig zum Meraner Höhenweg beachten wir nicht, zügig geht es aufwärts bis zur ersten großen Kehre. Wir wandern nun in dieselbe Richtung weiter, leicht abwärts, bis wir am Talgrund ankommen. Hier wird uns das enge V-Tal des Farmazonbachs so richtig bewusst.  Nun müssen wir wieder bergan bis zu einer bereits sichtbaren Holzbrücke, die wir überqueren. Jenseits führt der Steig zu den Hinweisschildern.

Immer bergan auf Nummer 10

Zwischen allerersten, blühenden Alpenrosen und Steinen wandern wir stetig aufwärts. Nirgends ist es ausgesetzt, und rückblickend tauchen immer mehr Berge auf. Das muntere Rauschen des Wildbachs ist unser steter Begleiter. Höher und höher zieht sich der Steig, der Schweiß tropft von der Stirn, obwohl wir glücklich sind, noch im Schatten zu gehen.  Auf dem Forstweg an der anderen Talseite brennt längst die Sonne. Dann sehen wir auch schon die rotweiße Fahne, die lustig im Wind flattert und endlich wird auch die Alm hinter einem letzten Hügel sichtbar. Dahinter nur mehr wilde Einsamkeit bis hinauf zu den schneebedeckten Gipfeln. Bis zum Erscheinen dieser Nummer brennen die Hänge in Rot, die Alpenrosen sind dann voll erblüht!

Verdiente Rast und Rückweg

Es ist erstaunlich ruhig, alle genießen hier die Stille. Kein Radio plärrt, kein Motorräderlärm, bloß das Rauschen des Bachs und der vereinzelte Klang der Kuhglocken. Eine schmackhafte Mahlzeit, das Schnapsl zum Abschied bringt uns wieder auf die Beine, der Rückweg ist noch weit. Eine kleine Brücke führt über den Bach, ein letzter Blick auf dieses schöne Plätzchen, dann wandern wir gemütlich den Forstweg bergab. Lang zieht er sich hin, doch es gibt so manches zum Staunen: prachtvolle Panoramablicke, wie auch zwischendurch eine Bank zum Innehalten, ein Wassertrog um Arme und Füße zu erfrischen. Dann sind wir auch schon an der Abzweigung, wo wir morgens den Fußweg genommen hatten. Wir gehen noch ein Stück abwärts bis zur Abzweigung, Markierung 24.

Der Zwölferlarch am „Kropfegge“

Nun hinunter zum Bach, den wir überqueren, und jetzt geht es auf Markierung 10 talaus. Einmal müssen wir über viele Steine, dort hatte einst ein Felssturz stattgefunden. Wir wandern in Richtung Platt weiter. Eine Quelle nässt den darunter liegenden Steig tüchtig ein. Die Abzweigung zum Steig nach Ulfas ist Teil des Meraner Höhenweges (Mark. 24!), wir jedoch bleiben auf Markierung 10. Einem Zaun entlang wandern wir am Wiesenrand weiter. Kurz darauf entdecken wir beim „Zwölferlarch“ neue Wegweiser, sowie eine Informationstafel und wählen die Markierung 10 mit 50 Minuten! Unter uns ist der stattliche Neubau des Farmazonhofs.

Hinunter nach Platt

Der Weg wird breiter und führt längs eines Zauns wieder zum Wald. Ab jetzt müssen wir gut auf die Markierung achten. Wir verlassen den breiten Weg und wandern einen Pfad abwärts. Er schlängelt sich romantisch durch den Wald, führt dann über Steinstufen abwärts und ermöglicht immer wieder schöne Ausblicke. Schließlich mündet er in den Steig, der von Ulfas nach Platt führt. Bald sehen wir bereits die obersten Häuser, sowie den Platter Kirchturm. Am Wendl-
hof vorbei kommen wir zu einem Bildstock und hinunter zur Straße, die wir über einen Wiesensteig nochmals abkürzen. Froh über diesen neu entdeckten Wanderweg steigen wir in Platt in den Bus, der uns nach Meran bringt.

Christl Fink