

In Meran entsteht ein neues Gemeinschaftsprojekt für nachhaltigen Einkauf und Begegnung.
Im Meraner Stadtviertel Maria Assunta herrscht gerade große Bewegung, weil ein ehemaliges Geschäftslokal vor einem besonderen Neustart steht. In der Schießstandstraße soll ein früherer Supermarkt, der längere Zeit leer stand, bald wieder genutzt werden, diesmal jedoch mit einem sozialen und gemeinschaftlichen Ansatz. Nach umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten hat das Institut für den sozialen Wohnbau der Autonomen Provinz Bozen (WOBI) die Räumlichkeiten in den Hausnummern 58, 60 und 62 an die Meraner Bürgergenossenschaft Ginko übergeben.
Damit ist die bauliche Erneuerung abgeschlossen und zugleich der Grundstein für ein neues Projekt im Viertel gelegt. Das Gebäude, das viele Jahre eine wichtige Anlaufstelle für die Nahversorgung war, soll künftig nicht nur als Geschäft dienen, sondern auch als Treffpunkt für die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils. Die Genossenschaft Ginko verfolgt das Ziel, Nahversorgung, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft miteinander zu verbinden. Der geplante soziale Laden soll ein Angebot an regionalen und möglichst biologischen Produkten bereitstellen. Gleichzeitig möchten die Initiator*innen lokale Produzenten stärker einbinden und auf kurze Lieferketten setzen. Auch fair gehandelte Waren sowie Produkte aus solidarischen Einkaufsgruppen könnten Teil des Sortiments werden. Neben dem Verkauf von Lebensmitteln ist vorgesehen, den Raum auch für gemeinschaftliche Aktivitäten zu nutzen. Veranstaltungen, Informationsabende und Workshops sollen künftig Themen wie nachhaltige Ernährung, lokale Wirtschaft oder bewusstes Konsumverhalten aufgreifen. Auf diese Weise soll der Standort wieder zu einem lebendigen Mittelpunkt im Viertel werden, nicht nur als Geschäft, sondern als Ort der Begegnung und des Austauschs.
Die Idee für das Projekt entstand aus dem Engagement von Bürgerinnen und Bürgern wie Julia Dalsant aus Meran, die dem leerstehenden Lokal im Viertel eine neue Funktion geben wollten. Ihr Konzept basiert auf einer gemeinschaftlich organisierten Nahversorgung, bei der Mitglieder und Unterstützer:innen aktiv am Aufbau und an der Weiterentwicklung des Projekts beteiligt sein können. Für diesen Ansatz erhielt die Genossenschaft bereits überregionale Anerkennung: Der nationale Genossenschaftsverband Legacoop zeichnete das Projekt als besonders innovative Neugründung aus und unterstützte es mit einem Preisgeld von 10.000 Euro.
Mit der Wiederbelebung der Räumlichkeiten gewinnt das Stadtiertel Maria Assunta nicht nur ein neues Geschäft, sondern auch einen Ort, der das soziale Leben im Stadtteil stärken soll.
Das Projekt verbindet mehrere Ziele: die Nutzung eines lange leerstehenden Lokals, eine nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln und die Förderung von Begegnung und Austausch in der Nachbarschaft. Ein genauer Termin für die Eröffnung steht noch nicht fest. Nach der Einrichtung der Räumlichkeiten soll der soziale Laden jedoch in den kommenden Monaten seine Türen öffnen und damit neues Leben in das Viertel bringen.
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann Mitglied der Bürger*innengenossenschaft werden, Spenden zum Aufbau des Projektes beitragen oder sich auch ehrenamtlich beim weiteren Aufbau engagieren.
Weitere Infos zu Ginko findet man auf deren Web- und Facebookseite:
www.ginkomerano.org
www.facebook.com/ginkomerano
Thomas Kobler