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Meran – Halbzeit bei Docu.emme

19 Schauspielende und eine gemeinsame Rolle: Ein ungewöhnliches Theaterprojekt der Vereinigten Bühnen Bozen in Koproduktion mit dem Südtiroler Theaterverband stellt die Frage nach Identität – und danach, was „normal“ eigentlich bedeutet.

Neun Filme, neun Perspektiven auf unsere Gegenwart – verbunden durch einen roten Faden: das zeitgenössische Dokumentarkino als kritische Linse auf die Welt. Seit Anfang März läuft in Meran die 17. Ausgabe von „Docu.emme“, der Filmreihe des Kulturvereins Mairania 857. Noch bis zum 29. April verwandelt sich das Kulturzentrum jeden Mittwochabend in einen Ort des aufmerksamen Hinschauens. Die Auswahl, kuratiert von Daniel Mazza und Julia Inderst, führt durch unterschiedliche filmische Handschriften und Themenfelder, die aktueller kaum sein könnten: gesellschaftliche Umbrüche, persönliche Lebensrealitäten, politische Spannungen und globale Herausforderungen. Die ersten fünf Abende haben bereits eindrucksvoll bewiesen, wie kraftvoll und vielseitig das zeitgenössische Dokumentarkino sein kann: mal ruhig beobachtend, mal experimentell, mal politisch zugespitzt. Dabei gelingt es der Reihe, unterschiedliche Perspektiven miteinander zu verbinden und ein Gesamtbild unserer Gegenwart zu zeichnen, das zum Nachdenken anregt. Mit dem Beginn des Aprils geht „Docu.emme“ nun in seine zweite Hälfte – und die verbleibenden vier Filme versprechen weiterhin eindrucksvolle Kinoerlebnisse. Am 8. April wird „Wir Erben“ von Simon Baumann gezeigt, eine sensible Reflexion über das Gewicht familiärer Herkunft und deren Einfluss auf die Lebensentscheidungen der nächsten Generation. Am 15. April folgt „Il castello indistruttibile“ von Danny Biancardi, Stefano La Rosa und Virginia Nardelli – die berührende Geschichte von drei elfjährigen Jungen aus Palermo, die einen verlassenen Kindergarten in ihren eigenen Freiraum verwandeln. Am 22. April präsentiert die Reihe den neuesten Film des österreichischen Regisseurs Nikolaus Geyrhalter, eine visuell eindrucksvolle Hommage an „ewiges“ Eis und Schnee – und zugleich eine eindringliche Auseinandersetzung mit deren Verschwinden im Kontext der Klimakrise. Den Abschluss bildet am 29. April „Soundtrack to a Coup d’État“ von Johan Grimonprez, der sich mit der Ermordung des kongolesischen Präsidenten Patrice Lumumba im Jahr 1961 beschäftigt – ein filmisches Statement gegen koloniale Machtstrukturen und ein Aufruf, Geschichte als Lehre für die Zukunft zu begreifen. Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz der Reihe aus: persönliche Geschichten treffen auf globale Zusammenhänge, leise Töne auf eindringliche Bilder. Jeder Film eröffnet einen neuen Blickwinkel und lädt dazu ein, sich intensiver mit der Welt auseinanderzusetzen, in der wir leben. „Docu.emme“ hat sich über die Jahre zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Meran entwickelt. Wer bisher noch keine Vorstellung besucht hat, hat jetzt die perfekte Gelegenheit, in der zweiten Hälfte einzusteigen. Die verbleibenden Filme bieten noch einmal ein dichtes und abwechslungsreiches Programm und zeigen eindrucksvoll, wie lebendig und relevant das Dokumentarkino heute ist. Seit 2009 widmet sich Docu.emme diesem speziellen Filmgenre, das es ermöglicht, neue Stile und künstlerische Ausdrucksformen zu erforschen. Die anhaltende Qualität und besondere Strahlkraft dieser Reihe, ist nicht zuletzt der großartigen Arbeit und der herausragenden Filmauswahl von Daniel Mazza zu verdanken, der mit seinem sorgfältigen kuratorischen Konzept, die Vielfalt und den künstlerischen Anspruch miteinander verbindet.

Die Infos zum Programm und den Filmen findet man hier: https://www.mairania857.org/de/evento/docu-emme-2026/ https://www.facebook.com/docuemme