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Burgstall im Fokus

In Burgstall stehen mehrere Projekte an: die Erweiterung der Feuerwehrhalle, ein neuer Rad- und
Fußweg und neue Ideen für die Alte Volksschule und zusätzlichen Wohnraum.
Die BAZ im Gespräch mit Burgstalls Bürgermeister Othmar Unterkofler.

Burgstall erhält einen neuen Fußgänger- und Radweg, der von der Industriezone Winkelau bis nach Gargazon führt. Bis wann ist damit zu rechnen?
Wir befinden uns derzeit in den letzten Verhandlungen mit den Grundeigentümern und werden anschließend die Ausschreibungen durchführen.
Die Finanzierung steht. Deshalb haben wir einen gewissen Druck, das Projekt zeitnah abzuschließen. Die Arbeiten sind im Laufe des Jahres geplant. Die Nutzung des leerstehenden Gebäudes der Alten Volksschule ist in Burgstall ein Dauerthema. Nun scheint das Projekt an Fahrt zu gewinnen. Wir haben eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Unsere Idee als Verwaltung ist es, das Gebäude zu einem Haus der Vereine zu gestalten, in dem mehrere Vereine untergebracht werden können. Wir haben unzählige Dinge durchgesprochen, denn das Gebäude steht seit der Errichtung der neuen Grundschule leer – die inzwischen selbst schon wieder renovierungsbedürftig ist. Ich bin bereits der dritte Bürgermeister, der sich mit diesem Thema beschäftigt.
Von Altersheim über Altenwohnungen bis hin zu Behindertenwerkstätten: Alles wurde wieder verworfen, weil die Projekte nie ganz konkret angegangen wurden und daran scheiterten, dass die Finanzierung nicht gesichert war. Nun hat sich die neue Obfrau der Heimatpflege, Herta Burger, das Thema ernsthaft vorgenommen, um das Projekt endlich weiterzubringen. Für den Heimatpflegeverein ist wichtig, dass das Haus erhalten bleibt. Mir ist wichtig, dass das Haus von den Vereinen genutzt wird. Idealerweise vielleicht sogar mit einem kleinen Gastrobereich im Erdgeschoss.
Im Wohnbau scheint sich einiges zu tun?
Es geht hier vor allem um den Abschnitt vom Hotel Günther bis zur Sparkasse. In diesem Bereich gibt es einige Leerstände. Es gibt Ideen und Bestrebungen, entsprechende Änderungen im Bauleitplan vorzunehmen, um das Gebiet dem Wohnbau zuzuführen. Allerdings sind noch einige Punkte offen, von denen ein wesentlicher Teil der Vorhaben abhängt.
Die geplante Therme auf dem Gelände des Rainerhofs ist ein Thema, das in Burgstall immer wieder diskutiert wird. Im Wahlkampf hatten die Initiatoren der Gemeinde vorgeworfen, alles getan zu haben, um das Projekt zu verhindern.

Was ist dran an diesem Vorwurf?
Ich deute das als Wahlkampfstrategie. Das Thema war übrigens auch Teil des Wahlprogramms der SVP. Als Gemeinde haben wir immer wieder signalisiert, dass wir das Projekt für Burgstall grundsätzlich interessant finden. Ich glaube auch den Initiatoren, dass es in Burgstall nachweislich dieses Thermalwasser gibt.
Allerdings warten wir bis heute auf ganz konkrete, realistische Vorschläge für das Projekt, da die bisherigen Entwürfe und die Baukostenschätzungen in astronomischer Höhe schlichtweg unrealistisch waren. Sobald das Projekt Hand und Fuß hat, wird die Gemeinde es auch entsprechend unterstützen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Projekt für Burgstall sinnvoll sein kann, und hoffe dass es auch von der Bevölkerung unterstützt wird. Allerdings erwarte ich mir von den Initiatoren, die inzwischen Teil des Gemeinderats sind, dass sie nun konkrete und umsetzbare Vorschläge liefern.

Bei der Musikkapelle geben Sie an der Pauke den Takt an. Wo in der Gemeinde würden Sie sich mehr Tempo wünschen?
Wir Burgstaller können uns auf vielen Ebenen glücklich schätzen: Wir haben ein reges Vereinsleben und ein lebendiges Dorfleben mit aktiver Wirtschaft, Gastronomie, Nahversorgung, Bank und Post. Durch die Sanierung und Erweiterung der Feuerwehrhalle entstehen zusätzliche Räume für Vereine. Ein großes Anliegen bleibt für mich allerdings der Verkehr, vor allem im Bereich der MeBo-Ausfahrt.

Vor einigen Jahren sprach der damalige Bürgermeister von Lana Harald Stauder vom Projekt einer Radfahrerschleife.
Dieses Projekt wurde in Lana jedoch verworfen. Es gibt jedoch neue Bestrebungen, um die Ausfahrten zu verbessern. Mir ist wichtig, dass die Abstimmung zwi­schen der Gemeinde Lana und uns in Burgstall gemeinsam erfolgt.
Umso mehr erwarte ich mir die gleiche Transparenz beim Ausbau des zweiten Zuggleises Meran–Bozen. Der Landeshauptmann hat kürzlich gesagt, das Projekt sei auf der Zielgeraden. Allerdings fragt man sich, wie lang diese Gerade eigentlich ist. Fakt ist, dass noch sehr viele Fragen offen sind: von der Breite und Höhe des neuen Gleises über die während der Bauphase zu beanspruchenden Grundstücke bis hin zur Verlegung bestehender Infrastrukturen. Wir, die Gemeinden Burgstall, Gargazon und Terlan, haben unsere Bedenken und Vorschläge mittels Ratsbeschlüssen an den Landeshauptmann und den Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider übermittelt. Wesentliche Anliegen von uns Burgstallern wurden dabei jedoch nicht zufriedenstellend berücksichtigt.

Wirtschaft in Burgstall
Die Wirtschaft in Burgstall ist breit aufgestellt: Sie umfasst Handwerk, Handel und Gastronomie über Gesundheit bis hin zu Nahversorgung und Dienstleistungen. Ein wesentlicher Teil der Betriebe hat sich entlang der Romstraße sowie in den Wirtschaftszonen Winkelau und Bahnhof angesiedelt. Als Gesundheitsmeile hat sich insbesondere vor allem die Muchele Galerie einen Namen gemacht. Neben einer Vinothek und der Apotheke Burgstall befinden sich hier unter anderem die Facharztpraxis von Dr. Markus Kleon, der sich auf Orthopädie und Traumatologie spezialisiert hat.
Der Conad City Burgstall ist weit mehr als nur ein Supermarkt. Neben qualitativ hochwertigen Produkten erwarten Kunden hier im Zwei-Wochen-Takt neue, besondere Angebote und ist zugleich ein beliebter Treffpunkt im Dorf. Das Geschäft ist von Montag bis Samstag durchgehend von 7.30 bis 19 Uhr geöffnet und überzeugt mit einem breit gefächerten Sortiment. Neben täglich frischem, saisonalem Obst und Gemüse aus Italien und der Region finden sich zahlreiche ausgewählte lokale Spezialitäten wie Vinschger Bio-Eier, frisches Fleisch aus dem Passeiertal, Tisner Schinken sowie jeden Freitag frisches Bauernbrot vom Tisner Bauern (auch auf Vorbestellung). Auch Bio-Liebhaber kommen voll auf ihre Kosten, und wer besondere italienische Köstlichkeiten sucht, kann aus einer Vielzahl hochwertiger Produkte der Linie „Sapori & Dintorni“ wählen. Zudem bietet Conad ab einem Einkaufswert von 30 Euro einen bequemen Zustellservice.
Im Bereich der Wurstverarbeitung und im Einzelhandel hat sich hingegen die Metzgerei Pfitscher einen Namen gemacht. Das 1980 von Gottfried Pfitscher senior gegründete Unternehmen gehört heute zu den führenden Produzenten von Südtiroler Speck- und Wurstspezialitäten, die teilweise bis weit über die Landesgrenzen hinaus exportiert werden. In Burgstall ist aber auch das Detailgeschäft am Firmensitz in der Romstraße besonders beliebt.
Es bietet ein vielseitiges Sortiment an Wurst- und Fleischwaren sowie Feinschmecker-Spezialitäten aus Südtirol. Eine nahegelegene Bushaltestelle sowie Parkmöglichkeiten direkt vor Ort sorgen für eine gute Erreichbarkeit. Inzwischen führt Junior Lukas Pfitscher in zweiter Generation die Leidenschaft und Innovationskraft seiner Eltern weiter.
Philipp Genetti