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Bauen mit Vorteilen

Für nachhaltiges Bauen gibt es viele Förderungen. Belohnt wird, was der Umwelt auch zu Gute kommt, ganz im Sinne des europäischen „Green Deals“.

von Michael Andres

Lockdowns, Unsicherheiten, Krise: Das Coronavirus stellt uns vor große Probleme. Es ist wichtig, dass es auch in Zeiten wie diesen weitergeht. Dies wird unter anderem klar, wenn man einen Blick auf die Bauwirtschaft wirft. Auch, oder besser gesagt vor allem in Krisenzeiten soll gebaut werden. Seit jeher kann das Burggrafenamt auf eine breit aufgestellte Baubranche zählen. Fleißige und tüchtige Handwerker, gut arbeitende lokale Unternehmen, professionelle und gut ausgebildete Techniker sowie viele weitere Akteure sorgen für bauliche Aushängeschilder, vom Ultental über Meran bis ins Passeiertal. Jedoch, wie eine Ende des vergangenen Jahres in ganz Südtirol durchgeführte Umfrage ergeben hatte, ist das Geschäftsklima im Baugewerbe bescheiden – aber, immerhin noch besser als der Durchschnitt der Südtiroler Wirtschaft. Bei der im Herbst durchgeführten Konjunkturumfrage des WIFO (Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen) bewerteten rund drei Viertel der Unternehmer der Südtiroler Bauwirtschaft die 2020 erzielte Ertragslage als befriedigend. Dieser Anteil ist zwar deutlich geringer als in den Vorjahren, liegt aber über dem Durchschnitt der Südtiroler Wirtschaft von 67 %. Nach Angaben der befragten Unternehmer werde sich das Bild ihren Befürchtungen nach auch im Jahr 2021 nicht wesentlich verbessern. Aber: Damit es auch in Zeiten wie diesen weitergeht und die Wirtschaft weiter angekurbelt wird, setzen auch Staat und Land auf Unterstützungen. Schon lange hat die Politik begriffen, wie wichtig dieses Ankurbeln der Bauwirtschaft ist. Der Staat versucht mit dem Superbonus das Bauen schmackhaft zu machen. Der Bonus erhielt bereits viel Lob von Experten. Einerseits könne und werde er die Wirtschaft ankurbeln, andererseits sei er einer der Schlüssel zur Umsetzung des europäischen „Green Deals“ und somit wegweisend für nachhaltiges Bauen.

Sanieren weiterhin beliebt
Neben dem Superbonus gibt es zahlreiche weitere, teils bekannte und teils erneuerte Fördermaßnahmen, wie die Landesförderungen für Energiesparmaßnahmen und den Einsatz erneuerbarer Energiequellen, die Landesförderungen für den Bau, Sanierung oder Kauf von Erstwohnungen (Wohnbauförderung) sowie Steuerabzüge von 36 bis 90 % für Gebäudesanierungen bzw. Steuerbegünstigungen von 50 bis 85 % für Energiesparmaßnahmen (energetische Sanierung) an Gebäuden. Für die energetischen Sanierungsarbeiten an den Gemeinschaftsanteilen von Kondominien können bis zu 75 % der Ausgaben von der Einkommenssteuer abgezogen werden. Die Zahlungen müssen innerhalb 31. 12. 2021 erfolgen. Ohnehin erfreuen sich Sanierungsmaßnahmen großer Beliebtheit. Unter anderem stehen auf Badsanierungen 50 % Steuerbonus zu. Bei Wiedergewinnungsarbeiten für welche der Steuerabzug von 50 % in Anspruch genommen wird, kann zusätzlich ein Steuerabzug für den Ankauf von Möbeln, Einrichtungsgegenständen und energieeffizienten Elektrogeräten in Anspruch genommen werden. „Der maximal abschreibbare Höchstbetrag liegt bei 8000 € pro Baueinheit (50 % von 16.000 €) und muss zu gleichen Teilen auf zehn Jahre aufgeteilt werden“, wie die Verbraucherzentrale Südtirol (VZS) kürzlich mitgeteilt hat.

110 % Steuererleichterung
Mit dem Gesetzesdekret „Rilancio“ hat die italienische Regierung den Superbonus 2020 eingeführt. Damit wird eine Steuererleichterung in Höhe von 110  % gewährt und zwar für energetische Sanierung, welche bis 31. Dezember 2021 durchgeführt wer­den. Die Voraussetzung dafür ist die Verbesserung um zwei Energieklassen. Besonders vorteilhaft: Der Steuerbonus kann an Dritte, wie Banken oder andere Finanzierungsinstitute abgetreten werden, damit dann diese die Steuerabschreibung tätigen. Firmen, Banken, Techniker und viele weitere Unternehmen beraten hierbei die Kunden.

Bonus geeignet?
Zudem gibt es Unterstützung, um mit einem Energie-Check – vor allem in Mehrfamilienhäusern – abzuklären, ob ein Gebäude für den Superbonus geeignet ist. Den Check um die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer Energiesanierung durchzuführen, liegt darin, dass – sollten die Bedingungen für den Superbonus nicht gegeben sein und die Sanierung nicht gemacht wird – werden 80 % der Kosten für die Energieüberprüfung rückvergütet. Die Verbesserung um zwei Energieklassen kann durch Wärmeisolierung der Gebäudehülle, effizientere Heizkessel bzw. den Austausch von Heizanlagen sowie Erdbebenschutz erreicht werden. Weitere Möglichkeiten bieten sich durch die Installation von Fotovoltaikanlagen sowie Lade­sta­tio­nen für Elektrofahrzeuge („Säulen“).

 

 

Der Hydrauliker
Altes Gewerbe mit neuer Bezeichnung: Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker

Südtirol kann stolz auf seine Handwerksbetriebe sein. Diese sind seit jeher ein Aushängeschild unseres Landes. Unter anderem die Hydrauliker: Kompetent, professionell, schnell und bei Notfällen fast rund um die Uhr erreichbar. Damit konnten die vielen fleißigen Hydrauliker in den vergangenen Jahren punkten. Technisches Verständnis, Geschick, viel Know-how und die selbstständige und zuverlässige Arbeitsweise, das sind die Attribute, welche die heimischen Hydrauliker auszeichnen. Aber woher kommt eigentlich der Begriff Hydrauliker? In Südtirol hat sich in Anlehnung auf die italienische Übersetzung von Installateur (diese lautet „idraulico“) die umgangssprachliche Bezeichnung Hydrauliker durchgesetzt. Als Hei­zungs- und Lüftungsbauer sor­gen die heimischen Hydrauliker für die Montagen, Instandhaltungen und Reparaturen von Warm­wasser-, Dampf-, Heiz-, Lüf­tungs- und Klimaanlagen in Alt- oder Neubauten. Als Gas- und Wasserinstallateure verlegen sie Rohrleitungen und schließen sanitäre Einrichtungen an. Offiziell wurde das Berufsbild in Südtirol lange Zeit Installateur für Hei­zungs- und Sanitäranlagen genannt.

Neuer Name: Heizungs-Lüf­tungs- und Sanitärtechniker
Der Installateur gehört jedoch der Vergangenheit an. Die offizielle Bezeichnung des Berufsbildes hier bei uns lautet seit Juni 2020 Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker. Davor sprach man offiziell von Heizungs- und Sanitärinstallateuren. „Die Namensänderung der Berufsgemeinschaft von Heizungs- und Sani­tär­installateuren in Heizungs- Lüf­tungs- und Sanitärtechnikern ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, betont Harald Kraler, Obmann der Berufsgemeinschaft. „Der Beruf wurde in den vergangenen Jahren immer technisch-­komplexer und die Tendenz geht weiter in diese Richtung. Zugleich werden die Anforderungen immer höher. Den Weg von Installateuren zu Technikern haben wir bereits längst erreicht. Jetzt wird es Zeit, dass wir das auch nach außen hin kommunizieren.“ Damit läutete der Obmann den neuen Abschnitt der Berufsgemeinschaft ein. Besonders in den vergangenen Monaten, in Zeiten des Coronavirus, wurde sichtbar, wie wichtig die Dienstleistungen der Hydrauliker sind. Schließlich sind die Heizungs- Lüftungs- und Sanitärtechniker für die Aufrechterhaltung von systemrelevanten Einrichtungen wie der Wasser- und Energieversorgung zuständig. Vor allem die derzeitige Lage hat damit auch sichtbar gemacht, wie krisenfest der Beruf ist. Er bietet Sicherheit und Beständigkeit für die Zukunft.

Austausch von Heiz­anlagen zahlt sich aus
Hydrauliker gelten als die richtigen Ansprechpartner und Fachleute für den Einbau verschiedener sanitärer Einrichtungen wie Bäder, Toi­letten, Duschen und dergleichen. Reparaturarbeiten, die anfallen, machen einen beträchtlichen Teil ihrer Tätigkeit aus. Nicht zuletzt sind die Hydrauliker auch Experten, wenn es um neuere Methoden der Warmwasserbereitung und Heizung geht, wie Sonnenkollektoren oder Wärmepumpen. Besonders der Austausch bzw. die Erneuerung der Heizanlagen zahlt sich derzeit aus. Denn, wie wir im Sonderthema Bauen berichten (siehe dazu auch Seite 21), kann man mit solchen Maßnahmen den Superbonus in Höhe von 110 Prozent in Anspruch nehmen. Kein Wunder, dass der Superbonus derzeit unter anderem vor allem auch bei Mehrfamilienhäusern bzw. so genannten Kondominien gefragt ist – diese können fast zum Nulltarif den Austausch von Heizanlagen usw. vornehmen. Die lokalen Hydrau­liker-­Un­ter­neh­men wissen über die verschiedenen Möglichkeiten Bescheid und finden die passend­ste Lösung, auch um die Förderungen in Anspruch zu nehmen. Auch hierbei beraten die Firmen kompetent, zuverlässig und seriös. Bürokratische Hürden werden aus dem Weg geräumt.

So wird man Hydrauliker
Eine Ausbildung für Hydrauliker-Lehrlinge dauert rund vier Jahre. Danach stehen ihnen viele Möglichkeiten offen. Vom Gesellen- zum Meisterbrief, von Spe­zia­lisierungskursen bis hin zu Weiterbildungen eröffnen sich gar einige berufliche Perspektiven für die jungen Handwerker. Viele davon wagen den Schritt in die Selbstständigkeit und gründen ihren eigenen Betrieb – sehr zur Freude der Kunden. Denn diese wissen: Auf die heimischen Handwerksbetriebe können sie in jeder Hinsicht zählen. Und so freuen sie sich, ob im Ballungsraum der Stadt Meran oder in den ländlichen Gebieten, sowohl über erfahrene Betriebe, als auch über junge aufstrebende Hydrauliker, denn eines haben diese alle gemeinsam: Viel Fachwissen und ein hohes Maß an Zuverlässigkeit.

Den Hausbau von Grund auf begleiten
Der Beruf des Hydraulikers ist einer der wenigen Berufe, wo man einen Hausbau von Grund auf begleitet. Der Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärtechniker ist nicht nur vom Rohbau bis zur Fertigstellung an der Baustelle anzutreffen, sondern auch vom Keller bis Dachgeschoss. Es gibt sozusagen immer und überall etwas zu tun. Das ist das Schöne und Spannende im Berufsbild des Hydraulikers. Aber wie es auch bei allen anderen Berufen und im Leben ist, gibt es auch was das Berufsbild des Hydraulikers anbelangt durchaus einige Schwierigkeiten. Vor allem die wenigen Nachwuchskräfte, aber auch die generell steigende Bürokratie, bereiten der Branche Sorgen. Es kommen weniger Lehrlinge nach als früher. Ein Grund dafür könnte ein zu beobachtender genereller Rückgang von Lehrlingen im Handwerk sein. Das ist schade, insbesondere für solche spannenden und vielseitigen Berufsbilder.

Tradition und Moderne
Der Beruf des Hydraulikers unterliegt wie viele andere dem Wandel der Zeit. Ständig gibt es neue Produkte, technische Neuerungen und vieles mehr. Die einheimischen Betriebe stellen sich den Herausforderungen und meistern diesen Spagat zwischen Tradition und Moderne stets optimal. Mittlerweile kann man etwa ganze Anlagen „smart“, also mittels einer App am Handy oder Computer, steuern. Von der Heizung über die Wohnraumlüftung bis hin zur Klimaanlage. Sicherlich muss es nicht gleich das ganze Smart Home Paket sein. In bestehenden Häusern kann man sehr schnell und unkompliziert die Heizung digitalisieren. Die einfachste Lösung, die Heizung per App zu steuern, ist ein neues WLAN- bzw. funkfähiges Thermostat zu installieren, das kostengünstig zu haben ist. Dieses lässt sich schnell anbringen und ist schon kurz nach der Installation über eine Applikation steuerbar.
In der einfachsten Version funktionieren diese Thermostate ähnlich wie Zeitschalter für Steckdosen. Die Bewohner können festlegen, wann, wie lange und auf welche Temperatur die Heizung die Räume erwärmen soll. Die elektronischen und programmierbaren Thermostate oder auch die Heizungssteuerung am Kessel lassen sich auch ohne App einstellen. Doch gerade solche modernen Anwendungen bieten auch Vorteile. So können Anwender etwa von jedem Ort aus auf die Thermostate beziehungsweise Steuerung zugreifen. Unter anderem lassen sich einzelne Zeiträume und Heizintervalle einstellen. Darüber hinaus bekommen die Kunden in Echtzeit Informationen zu den Temperaturen, Einstellungen und den Verbrauch. Auch über solche modernen Möglichkeiten klären die Hydrauliker gerne auf.