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Tirol nach Corona
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Unsere Berghütten

Zahlreiche Berghütten laden im gesamten Burggrafenamt zum Verweilen ein. Von urig bis modern, gehören Berghütten zum Landschaftsbild in Südtirol.

Sesvennahütte

Die ersten zweckmäßigen Schutzhütten im alpinen Raum sind vermutlich entstanden, um Reisenden und arbeitenden Menschen, die sich in unbewohnten Gebieten befanden, Schutz vor Unwettern zu bieten. Im zentral und strategisch wichtig gelegenen Südtirol lassen sich einfachste Schutzhütten an wichtigen Stationen und Pässen seit der Zeit der römischen Alpenübergänge nachweisen. Mit der zunehmenden Reisetätigkeit, dem Fernhandel des Hochmittelalters und Pilgerherbergen am Weg nach Rom stieg die Zahl bescheidener Unterkünfte am Wegesrand in den Alpen. Die ersten Alm- und Schutzhütten im Sinne touristischer Stützpunkte entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts. Durch die Gründung von Alpenvereinssektionen in verschiedenen Ländern wurde die Bergwelt zunehmend zugänglich gemacht. Das wachsende Interesse an alpinen und hochalpinen Ausflügen, durch die oftmals gehobene Stadtbevölkerung, ließ zahlreiche neue Berghütten entstehen. Unterkunft und Verpflegung für die Bergsteiger seitens der Landbevölkerung wurde zu einer dankenswerten Einnahmequelle. Allerdings war der Anspruch an Schutz- und Berghütten damals weitestgehend funktioneller Natur, Komfort gab es kaum. Das Publikum heute hat oftmals höhere Ansprüche an Berghütten – nicht immer lassen sich allerdings alle Wünsche verwirklichen.

AVS-Mitarbeiter Martin Niedrist

Der hauptamtliche Sachbearbeiter für Schutzhütten im AVS, Martin Niedrist im Gespräch:
Wie verteilt sich der Besitz der Schutzhütten im Burggra­fen­amt (AVS, CAI, Landesbesitz, privat)?
Von den 96 Schutzhütten in Südtirol befinden sich 13 in Gemeinden des Burggrafenamtes. Davon gehört eine, die Meraner Hütte auf Meran 2000, dem AVS, zwei dem CAI und vier dem Land Südtirol. Sechs Schutzhütten sind in Privatbesitz.

Inwiefern haben sich die Ansprüche von Wanderern an die Ausstattung der Hütten in den letzten Jahren verändert?
Der Standard in der regionalen Gastronomie wurde in den letzten Jahren immer weiter nach oben geschraubt. Damit steigen auch die Komfortansprüche vieler Gäste auf den Hütten. Ob Zweibettzimmer mit Privatdusche, mehrgängige Menüs, Hütten-WLAN – viele Annehmlichkeiten werden als selbstverständlich angesehen und nachgefragt. Als Alpenverein sehen wir diese Entwicklung kritisch, vor allem aus Gründen der Nachhaltigkeit und der damit verbundenen hohen Kosten. Auf der anderen Seite muss aber auch gesagt werden, dass nach wie vor viele Wanderer mit einer einfachen, aber schmackhaften Verköstigung zufrieden sind und die Einfachheit am Berg sogar suchen.

Hinsichtlich der Coronakrise und ihrer Auswirkungen: Wie reagieren die Hüttenwirte auf den noch unklaren Saisonbeginn und dessen schwierigen Start? (Stand Mitte April)
Für die Hüttenwirte ist die aktuelle Situation – wie für so viele – sehr schwierig. Vor allem die Unsicherheit, was die Sommersaison angeht, bereitet Kopfzerbrechen. Eine Hüttenöffnung muss frühzeitig geplant und Personal rechtzeitig organisiert werden. Dabei fallen zahlreiche Spesen an. Derzeit weiß man nicht, wann und unter welchen Rahmenbedingungen die Gastronomiebetriebe bzw. Schutzhütten ihren Betrieb aufnehmen können.
Die Buchungslage ist schlecht. Die Sommersaison dauert im Hochgebirge nur wenige Monate, die Wirte werden sich die Frage stellen, ob sich ein Betrieb unter diesen Voraussetzungen überhaupt lohnen kann.  Die Marteller Hütte und die Sesvennahütte, beides beliebte Skitourenhütten, mussten wenige Wochen nach dem Beginn der Wintersaison schließen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Situation bald normalisiert.

von Jasmin Maringgele