Tourismus-Dilemma

Südtirols Wohlstand gründet auf dem Tourismus – das ist unbestritten. Doch im Burggrafenamt und besonders in Meran kippt die Stimmung. Wenn Busse Massen an Tagestouristen ausspucken, die für ein schnelles Selfie die Hotspots verstopfen, kaum Wertschöpfung hinterlassen, aber Müll und Frust, dann läuft etwas schief.
Einheimische finden in verstopften Fußgängerzonen kaum Durchkommen und teilen sich überlastete Busse mit Gästen, die dank Ortstaxe „gratis“ fahren. Die Meraner Initiative R.O.M.P.I. bringt es mit ihrem provokanten Namen auf den Punkt: Es nervt. Wir sind von Natur aus gastfreundlich, aber das Maß ist voll.
Wir stecken im Dilemma zwischen wirtschaftlicher Abhängigkeit und Lebensqualität. Die Lösung liegt nicht im totalen Stopp, sondern im mutigen Umdenken: strikte Bettenstopps, die Regulierung des Tagestourismus durch Kontingente und eine echte Lenkung der Verkehrsströme. Tourismus muss den Einheimischen dienen, nicht umgekehrt. Sonst verspielen wir das Wertvollste, das wir haben: unsere Akzeptanz.

Walter J. Werth

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