Neuer Firmensitz …

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Neuer Firmensitz …

… als Meilenstein für den Burgeiser Traditionsbetrieb Bliem.

Es war vor etwas mehr als zehn Jahren, als Michael Peer die Firma Bliem von seinem Großvater Adolf Bliem übernahm. Nun hat der Burgeiser Heizungs- und Sanitärbetrieb mit dem Neubau des Betriebsgebäudes in der Handwerkerzone einen weiteren wichtigen Meilenstein gesetzt. Der Neubau befindet sich an gut einsehbarer Position am nördlichen Rand der Handwerkerzone von Burgeis, direkt an der Vinschger Staatsstraße. Für Planung und Koordination zeichneten die Architekten Fabian Oberhofer und Samuel Pircher verantwortlich. Nach einer intensiven Bauphase von Oktober 2024 bis August 2025 konnte der Betrieb im vergangenen Sommer den neuen Firmensitz beziehen. Am Samstag, 30. Mai, fanden die offiziellen Feierlichkeiten dazu statt. Aber der Reihe nach: Weil im Dorf kein geeigneter Leerstand für den mittlerweile stark gewachsenen Betrieb verfügbar war, musste das bestehende Gewerbegebiet erweitert werden. Die besondere Herausforderung lag laut den Planern darin, „ein langes Gebäude in einen relativ steilen Hang mit vielen Zufahrten zu schaffen“. Gleichzeitig sollte der Eingriff in die Landschaft möglichst gering bleiben. „Der Geländeverlauf wurde so geringfügig wie möglich verändert, um die bestehende Topografie der Malser Haide zu bewahren“, erklärt der Grauner Architekt Fabian Oberhofer. Entstanden ist ein klar gegliederter, kompakter Baukörper mit drei Ebenen, der eine eigenständige architektonische Sprache entwickelt. Die Architekten griffen dabei bewusst Elemente der traditionellen Vinschger Lochfassade auf. Schwarze Aluminiumfenster in tiefen Laibungen und ein heller Rollputz prägen das äußere Erscheinungsbild

Größtes Schiebetor Südtirols

Im Erdgeschoss befindet sich die groß dimensionierte Betriebshalle mit mehreren Zufahrten für An- und Ablieferungen.

Technisch besonders auffällig ist die Toranlage an der Westseite mit einem 17 Meter langen Schiebetor. Das großformatige Tor ermöglicht es, die Halle an warmen Tagen komplett zu öffnen und die Betriebsabläufe flexibel zu gestalten. Im ersten Obergeschoss sind Büros, Besprechungsräume, Lagerflächen sowie Technik- und Nebenräume untergebracht. Im zweiten Obergeschoss entstanden zwei Dienstwohnungen sowie ein großzügiger Ausstellungsraum mit Blick zur Staatsstraße.

Ziel sei es gewesen, ein „Schaufenster“ für den Betrieb zu schaffen und die Sichtbarkeit zu erhöhen. Diese großen Fensterflächen geben Einblicke in die Bad und Fliesenausstellung, das Lager und die Büroeinheiten. Auch bei der Materialwahl setzte man auf Langlebigkeit und Funktionalität. Sichtbeton, Schwarzstahl und robuste Oberflächen prägen den Gewerbebau. In den Wohnungen sorgen hingegen Holzböden, textile Materialien und warme Oberflächen für eine wohnliche Atmosphäre.

Kurze Bauzeit und starke Zusammenarbeit

Dass zwischen dem Baustart im Oktober 2024 und dem Einzug im August 2025 weniger als ein Jahr lag, erforderte eine genaue Koordination aller Beteiligten. „Eine besondere Herausforderung stellte der enge Zeitrahmen zwischen den urbanistischen Verfahren und der Bauausführung dar“, so Oberhofer.

Michael Peer hebt vor allem die gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Handwerksfirmen hervor. Die Arbeiten hätten hervorragend funktioniert, das Zusammenspiel auf der Baustelle sei ausgesprochen positiv gewesen. Dafür spricht er allen beteiligten Betrieben ein großes Kompliment aus.

Besonderes Augenmerk wurde außerdem auf Funktionalität und Zukunftsfähigkeit gelegt: ausreichend Parkplätze, großzügige Lagerflächen, gut zugängliche Zufahrten für Lkws, helle Büroräume, ein Mitarbeiterraum sowie eine moderne Bad- und Fliesenausstellung. Zudem wurde das Gebäude barrierefrei ausgeführt und an das bestehende Fernheizwerk angeschlossen.

Vom Familienbetrieb zum modernen Unternehmen

Die Geschichte des Betriebs reicht bis ins Jahr 1968 zurück, als Adolf Bliem die Firma gründete. Sein Enkel Michael Peer übernahm den Betrieb im Jahr 2014 im Alter von nur 26 Jahren. Schon früh entschied er sich bewusst für das Handwerk. Nach einigen Jahren an der Oberschule erkannte er durch Sommerjobs, dass seine Zukunft im praktischen Arbeiten liegt. Es folgten die Ausbildung bei zwei Hydraulikern im Vinschgau sowie der Besuch der Meisterschule in Konstanz – derselben Schule, die bereits sein Großvater besucht hatte. Dort erhielt er 2012 den Meisterbrief im Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk.

Bei der Übernahme beschäftigte der Betrieb fünf Mitarbeiter. Heute arbeiten rund 20 Personen bei Bliem. Mit dem Wachstum erweiterten sich auch Fuhrpark, Lager und Angebot. Neben Heizungs- und Sanitärarbeiten werden inzwischen komplette Badsanierungen, Solaranlagen, Lüftungs- und Klimaanlagen sowie Fliesenverkauf angeboten.

Der Betrieb realisiert sowohl große Hotel- und öffentliche Bauprojekte als auch Arbeiten für Privathäuser und bietet einen schnellen Kundendienst. 2024 holte Michael Peer zudem seine Schwester Sarah in den Betrieb. Mit ihrem Masterstudium in Businessmanagement mit Schwerpunkt Marketing, Sales und Qualitätsmanagement bringt sie zusätzliche Kompetenzen für die organisatorischen und digitalen Herausforderungen mit. Eine ihrer ersten Maßnahmen war die SOA-Zertifizierung, damit künftig auch größere Bauprojekte übernommen werden können.

Schwierige Suchen nach dem Baugrund

Dass der Neubau überhaupt umgesetzt werden konnte, war nicht selbstverständlich. Weil der Mietvertrag für die bisherigen Räumlichkeiten auslief und diese längst zu klein geworden waren, musste rasch gehandelt werden. Gleichzeitig wollte man mit dem Betrieb unbedingt in Burgeis bleiben. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück und die notwendige Umwidmung stellten sich jedoch als schwierig heraus. Unterstützung erhielt die Familie insbesondere vom Malser Bürgermeister Josef Thurner. Das erste Projekt, an dem mehrere Monate gearbeitet worden war, wurde in Bozen abgelehnt, ehe schließlich eine neue Variante genehmigt wurde.

Tradition und Moderne

Heute präsentiert sich das neue Betriebsgebäude als sichtbares Zeichen für die Entwicklung eines Betriebs, der tief im Obervinschgau verwurzelt ist und gleichzeitig auf moderne Strukturen und langfristige Perspektiven setzt. Gesucht werden derzeit übrigens weiterhin Lehrlinge, Hilfsarbeiter und Gesellen.

Michael Andres