

Die Wohnanlage Edlrauth in Burgstall ist ein vorbildliches Projekt das sich durch eine hohe architektonische, ökologische und soziale Qualität auszeichnet. Es zeigt, dass bezahlbarer Wohnraum ohne Qualitätsverlust möglich ist.
Bereits in der Entwurfsphase wurde gemeinsam mit den zukünftigen Bewohnern ein individuelles Raumprogramm entwickelt. So entstehen maßgeschneiderte Wohnungen, die Identifikation, Zufriedenheit und Gemeinschaft nachhaltig stärken. Das Projekt überzeugt durch eine kompakte und sensible Verbauung. Sieben Wohneinheiten schaffen eine angemessene Dichte bei hoher Wohnqualität, mit viel Privatsphäre, Lärmschutz und großzügigen Freiflächen.

Wohnen mit Maß und Haltung
Architektonisch und städtebaulich fügt sich die geförderte Wohnanlage Edlrauth sensibel in die bestehende Bebauung von Burgstall ein. Die kompakte Bauweise reagiert präzise auf die bereits zuvor verbauten Parzellen des freien Wohnbaus und schafft eine ausgewogene Ergänzung im Siedlungsgefüge. Die sieben Wohneinheiten, die sich auf drei Geschosse verteilen, erzeugen eine angemessene Dichte, ohne die Umgebung zu überfordern – ein gelungenes Beispiel für maßvolles Nachverdichten. Besonderes Augenmerk liegt auf der Wohnqualität. Privatsphäre und Lärmschutz werden ebenso ernst genommen wie die Gestaltung großzügiger, teils überdachter Freiflächen. So entsteht auch im geförderten Segment ein Wohnumfeld mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Grundrissorganisation folgt dabei einem durchdachten Mix. Im Erdgeschoss befinden sich eine Vierzimmer-, eine Zweizimmer- sowie eine über zwei Ebenen organisierte Wohnung. Im Obergeschoss ergänzt eine Drei- und eine Vierzimmerwohnung das Angebot, während im Dachgeschoss zwei weitere großzügige Vierzimmerwohnungen untergebracht sind.
Nachhaltigkeit als gelebter Standard
Das Projekt setzt auch in ökologischer und technischer Hinsicht klare Maßstäbe. Die Ausrichtung auf den Klimahaus-A-Nature-Standard in Kombination mit einer Wärmepumpenheizung und einer Photovoltaikanlage zeigt beispielhaft, wie zeitgemäßer Wohnbau heute aussehen kann. Energieeffizienz und Eigenversorgung greifen hier ineinander und reduzieren sowohl den ökologischen Fußabdruck als auch die laufenden Kosten für die Bewohner. Die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien vor Ort minimiert die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen und unterstreicht den nachhaltigen Anspruch des Projekts. Gleichzeitig wurde großer Wert auf langlebige, hochwertige Materialien gelegt – ein oft unterschätzter Aspekt, der wesentlich zur Ressourcenschonung und zur Reduktion der Lebenszykluskosten beiträgt. Ein weiteres zentrales Element ist die extensive Dachbegrünung: Sie verbessert das Mikroklima, wirkt als zusätzliche Dämmung, bindet Feinstaub und schafft wertvollen Lebensraum für Insekten. Ergänzt wird dieses Konzept durch eine solide Bauweise mit tragenden Ziegelwänden und einem Wärmedämmverbundsystem. Diese sorgen für ein dauerhaft stabiles und behagliches Raumklima. Die Wohnanlage Edlrauth geht damit deutlich über die bloße Erfüllung von Standards hinaus. Sie verbindet Energieeffizienz, Materialbewusstsein und soziale Qualität zu einem ganzheitlichen Konzept – und setzt damit einen Maßstab für zukünftige Projekte im geförderten Wohnbau.

Alltagstauglichkeit mit Weitblick
Die funktionale Infrastruktur der Wohnanlage Edlrauth ergänzt die architektonischen und ökologischen Qualitäten um eine ebenso durchdachte Alltagsebene. Eine barrierearme Erschließung mittels Aufzug sorgt in allen Lebensphasen für Komfort, während bedarfsgerecht geplante Garagen und Kellerabteile den praktischen Anforderungen der Bewohner gerecht werden. Besonders bemerkenswert ist die klare Priorisierung nachhaltiger Mobilität. Mit 24 Fahrradstellplätzen gegenüber 12 Autoabstellplätzen setzt das Projekt ein bewusstes Zeichen für umweltfreundliche Fortbewegung. Ergänzt wird dieses Angebot durch funktional gestaltete Gemeinschaftsflächen wie einen zentralen Müllraum sowie gut erreichbare Fahrradabstellräume.
Diese erleichtern den täglichen Ablauf und tragen zur Ordnung im gemeinschaftlichen Raum bei. So entsteht eine Infrastruktur, die mitdenkt, den Alltag ihrer Nutzer aktiv unterstützt – effizient, nachhaltig und zukunftsorientiert.
Markus Auerbach