

Der Ansitz Thierburg in der Romstraße mit seinen Suites und dem Kaffeehaus Lichtenthurn bietet Stadt- und Bergblick sowie ein Restaurant, eine Gemeinschaftslounge, eine Snackbar, einen Garten, einen Außenpool und einen Gastgarten.
Der Ansitz Thierburg-Lichtenthurn in Meran/Untermais ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie historisches Erbe mit modernem Leben in Einklang gebracht werden kann. Die erstmalige urkundliche Erwähnung im Jahre 1394 verleiht dem Gebäude eine tiefe geschichtliche Dimension, die durch seine kontinuierliche Nutzung bis in die jüngere Vergangenheit lebendig bleibt. Im 17. Jahrhundert nahm der Ansitz die Form eines Edelsitzes an, von dem in den folgenden Jahrhunderten die Nebengebäude und die Form des Daches noch mehrfach umgebaut wurden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging er in den Besitz eines Vorfahren der Familie Ladurner über, die bis heute Eigentümerin des Anwesens ist (der derzeitige Eigentümer, Johannes Ladurner, übernahm den Ansitz 2022). Dass der Ansitz nun von Andrea und Johannes, zwei Quereinsteigern mit Sinn für Tradition, neu belebt wurde, zeigt, wie wichtig engagierte Persönlichkeiten für den Erhalt solcher Kulturgüter sind.
Projekt
Besonders beeindruckend ist der respektvolle Umgang mit der historischen Bausubstanz. Unter der Leitung von Architekt Markus Scherer und vielen Ideen der Bauherrschaft wurden über zwei Jahre hinweg originale Elemente wie Kachelöfen, Täfelungen oder der alte Trinkbrunnen und sogar Waschbecken sorgfältig erhalten und in das neue Konzept integriert. Diese Verbindung von Alt und Neu – etwa durch die Kombination von Kalkputz und Holzbalken mit Glas oder Sichtbeton – schafft eine besondere Atmosphäre, die Gäste nicht nur wohnen, sondern Geschichte spüren lässt.
Generell beinhaltet das Restaurierungskonzept die Wiederherstellung der dekorativen Elemente, der ursprünglichen Stein- und Holzmaterialien.
Maßnahmen zum Austausch von Oberflächen aus jüngerer Zeit (einige Bodenbeläge und Wandverkleidungen im ersten und zweiten Stock sowie im Treppenhaus) sind in die Planung miteinbezogen worden. Die Holzbalken wurden erhalten und vorhandene Holzbretter an bestimmten Stellen ausgetauscht.
Es wurden Reparatur- und Ergänzungsmaßnahmen an den bestehenden Fenster- und Türanlagen (Fenster, Innen- und Außentüren, Veranda zur Romstraße) durchgeführt, einschließlich der Wiederherstellung der Rahmen und Holzelemente, der Fensterläden sowie der Beschläge (Scharniere und Schließmechanismen).
Auch die tragenden Holzelemente des Dachgeschosses wurden restauriert und ertüchtigt, wobei nur begrenzte Austausch- und Verstärkungsarbeiten an bestimmten Stellen vorgenommen werden konnten.
Restaurierungskonzept
Die größte Herausforderung, nämlich die Anpassung jahrhundertealter Strukturen an heutige Sicherheits- und Komfortansprüche, wurde offenbar mit handwerklicher Präzision gemeistert. Das Ergebnis sind charmante Ferienwohnungen, die historische Substanz mit modernem Wohnkomfort verbinden, sowie das Kaffeehaus Lichtenthurn mit seiner Jugendstil-Veranda als gesellschaftlichem Herzstück.
Kulinarik und Authentizität
Dass die Küche regional geprägte Gerichte serviert und Weine lokaler Weingüter wie Kränzlhof oder Mauslacherhof anbietet, unterstreicht den authentischen Charakter des Ortes.
Der Ansitz ist damit nicht nur ein Rückzugsort, sondern auch ein lebendiger Treffpunkt, der Vergangenheit und Gegenwart auf sinnliche Weise verbindet.
Ein gelungenes Projekt, das zeigt, wie nachhaltige Denkmalpflege und gastronomische Kultur Hand in Hand gehen können.
www.thierburg.com
Markus Auerbach