

Holz ist seit jeher ein äußerst vielseitiger und nachwachsender Rohstoff von großer Bedeutung, der sowohl im Bauwesen als auch in der Möbelproduktion und im Kunsthandwerk Verwendung findet. So arbeitet zum Beispiel die IDM Südtirol an mehrjährigen strategischen Programmen für die Weiterentwicklung des Sektors Holz. Michael Stauder, Projektleiter bei der IDM sagt dazu: „Die Holzbranche zählt zu den wichtigsten Stärkefeldern Südtirols.
Rund 2.900 Betriebe sind hier im verarbeitenden Gewerbe tätig, und etwa 20.000 Menschen erwirtschaften Einkünfte aus dem Wald- und Holzsektor.
Insgesamt erwirtschaftet dieser Wirtschaftsbereich nach aktuellen Schätzungen einen Jahresumsatz von rund 1,4 Milliarden Euro – ein klarer Beweis für seine zentrale Bedeutung für Südtirols Wirtschaft.“
Halb Südtirol ist Wald
In Südtirol bedecken Wälder rund die Hälfte der Gesamtfläche, wobei vor allem Fichten, Lärchen, Kiefern und Tannen dominieren. Die verschiedenen Holzarten unterscheiden sich hinsichtlich Härte, Maserung und Anwendungsbereichen: Fichte ist weich und leicht zu bearbeiten, Lärche zeichnet sich durch Wetterbeständigkeit und Langlebigkeit aus, während Zirbenholz besonders robust ist und einen charakteristischen Duft verbreitet.
Frisch geschlagenes Holz muss sorgfältig getrocknet werden – Nadelholz benötigt dafür etwa ein Jahr, Hartholz kann bis zu drei Jahre zum Trocknen brauchen.Der Holzbau in Südtirol erreicht ein hohes technisches Niveau, wird jedoch bislang nur in einem vergleichsweisen geringen Anteil von unter 10 % aller Neubauten genutzt. Landesteile wie das Ultental und das Passeiertal gelten als bedeutende Zentren der Waldwirtschaft und Holzverarbeitung mit hoher Produktqualität. Insgesamt verbindet Südtirol Tradition und Innovation im Umgang mit Holz zu einer nachhaltigen Wertschöpfungskette – von der Forstwirtschaft bis zum fertigen Produkt.
Holz – vor allem
nachhaltig
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, die nicht nur den Erhalt der Biodiversität und des Ökosystems sicherstellt, sondern auch langfristig die Holzressourcen bewahrt. Zertifizierungen wie FSC oder PEFC garantieren eine kontrollierte Herkunft des Holzes und fördern umweltbewusstes Handeln entlang der gesamten Lieferkette.
Gleichzeitig gewinnt die energetische Nutzung von Holz – beispielsweise in Form von Pellets oder Hackschnitzeln – zunehmend an Bedeutung als klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen. So trägt Holz in Südtirol nicht nur zur regionalen Wertschöpfung bei, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und zur Energiewende.
Darüber hinaus spielt die Forschung an neuen Holztechnologien eine zentrale Rolle, um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten weiter auszubauen.
Beispielsweise werden innovative Klebetechniken und Holzverbindungen entwickelt, die es erlauben, tragfähige und zugleich leichte Konstruktionen zu realisieren. Auch die Kombination von Holz mit anderen nachhaltigen Materialien wie Bambus oder recycelten Fasern eröffnet neue Perspektiven für ökologische Bauweisen.
Gleichzeitig gewinnt die Digitalisierung in der Holzwirtschaft immer mehr an Bedeutung: Präzisionsmaschinen steigern die Effizienz in Produktion und Verarbeitung, während digitale Plattformen den Handel sowie den Austausch von Holzprodukten erleichtern. Auf diese Weise trägt Südtirol dazu bei, Holz als zukunftsfähigen Werkstoff innerhalb einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zu etablieren.
Holz – ein ungemein
vielfältiger Werkstoff
Holzwerkstoffe werden aus zerkleinertem Holz und Restholz hergestellt, wobei die Verbindung durch natürliche Fasern und Klebstoffe erfolgt. Sie finden breite Anwendung in Bau- und Möbelindustrie, etwa als Dämmstoff oder Möbelgrundlage. Holz ist trotz gelegentlicher Zweifel an seiner Beständigkeit besonders erdbebensicher. Südtirol ist bekannt für handwerkliche Holzschnitzereien, deren Unikate international geschätzt werden. In Südtirol leben zahlreiche Berufe vom Holz, darunter Waldbesitzer, Forstarbeiter, Tischler sowie Hersteller von Werkzeugen und Handelsbetriebe. Die nachhaltige Nutzung und Pflege der Wälder spielen dabei eine zentrale Rolle, um die Qualität des Holzes langfristig zu sichern. Moderne Forstwirtschaft setzt auf gezielte Aufforstung, schonende Ernteverfahren und den Schutz der Biodiversität. Dadurch wird nicht nur der Rohstoff Holz erhalten, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet, da Wälder wichtige Kohlenstoffsenker sind. Innovative Technologien ermöglichen zudem eine effiziente Verarbeitung und Veredelung des Holzes, wodurch neue Einsatzmöglichkeiten entstehen.
Walter J. Werth