
Afrika könnte den Welthunger stillen und einen Beitrag zur Lösung der CO₂-Emissionen leisten,
davon ist Alice Tlustos überzeugt.
Mit ihrem Mann hat sie vor sieben Jahren in Zentral Tansania eine Pilotfarm aufgebaut, die trotz extrem schwieriger Ausgangsbedingungen – kaum Wasser, ausgelaugte Böden und harte Erde – heute wie ein Garten Eden wirkt. Kürzlich war sie auf Einladung der „Freien Christlichen Gemeinde“ zu Gast in Meran und stellte das Projekt vor. „Wenn karger Boden wieder grünt und Menschen neue Perspektiven finden, dann ist das mehr als ein landwirtschaftliches Erfolgskonzept, es ist ein Zeichen der Hoffnung“, sagt Alice Tlustos. Die gebürtige Kärntnerin Alice und der gebürtige Wiener Martin Tlustos kamen vor vielen Jahrzehnten mit ihren vier Kindern nach Tansania, das sie seitdem nicht mehr loslässt. Nach der Rückkehr nach Österreich kehrten sie vor sieben Jahren erneut in das afrikanische Land zurück, das Dürre und Bodendegradation sehr gut kennt. Dass trotz widriger Umstände Landwirtschaft möglich sein muss, davon waren der Permakultur Experte und die Expertin für nachhaltige Landwirtschaft überzeugt. Und so entstand in sieben Jahren in der Nähe von Dodoma, der Hauptstadt Tansanias, ein 25 Hektar großer Landwirtschaftsbetrieb, der demonstriert, dass auch unter den widrigsten Umständen mit nachhaltiger Bewirtschaftung und Gottes Hilfe ein kleiner Garten Eden entstehen kann.
Die Pilotfarm zeigt, was möglich ist, wenn ökologische Methoden mit Durchhaltevermögen verbunden werden: Auf der Farm der Tlustos wächst wieder Gemüse, dort sprießen Früchte, weiden Tiere und blühen Blumen. Das Projekt basiert auf einer speziellen Form der Landwirtschaft namens „Farming God’s Way“ – einem Ansatz, der ökologische Nachhaltigkeit, christliche Lebensprinzipien und praktisches Management vereint, wie Alice Tlustos in Meran vor zahlreichen Interessierten vorstellte. Diese Methode setzt auf geringe Bodenstörung, organischen Mulchschutz und Artenvielfalt, statt auf teure Maschinen oder chemische Dünger.
Mehr als Ackerbau –
eine Lebensschule
Was die Tlustos auf ihrer Farm in Tansania zeigen, geht über reine Technik hinaus: Kleinbauern lernen, dauerhaft gute Erträge zu erwirtschaften, ihren Familien ein sicheres Einkommen zu geben und die Umwelt zu achten. Die Auswirkungen sind spürbar: Menschen, die zuvor kaum genug zum Leben hatten, ernten heute genügend Nahrung für sich und ihre Gemeinden. Das Projekt führt dazu, dass Nahrungssicherheit wächst, nicht nur für einzelne Familien, sondern langfristig für ganze Regionen. Die Verbindung zwischen dem Burggrafenamt und Tansania kam über einen Vortrag zustande. Mitglieder der Freien Christlichen Gemeinde Meran (FCG) hörten von dem Projekt und luden das Ehepaar Tlustos nun schon zum zweiten Mal ein, in Meran davon zu berichten.
Josef Prantl