Neuer Kabinettschef in Meran
29. Januar 2026
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Hoch über Naturns

Eine Wanderung für Sonnenhungrige: von Naturns über den Vogeltenn- und den Panoramaweg, von Zwiebelturm zu Zwiebelturm, von St. Zeno zu St. Peter und Paul.
Von der Bushaltestelle Naturns wenden wir uns erst Richtung Vinschgau, dann die Straße aufwärts, an mehreren modernen Hotels vorbei, direkt zur Pfarrkirche. Die erst kürzlich renovierte Kirche aus dem 15. Jh. ist dem hl. Zeno geweiht und einen Besuch wert. Sie birgt unter anderem ein kostbares Marienbild von Jörg Lederer.

Zur Vogeltennpromenade
Vor der Pfarrkirche wandern wir über den zum Spazierweg ausgebauten Damm aufwärts, bis linkerhand ein Durchlass hinunterführt. Nun sofort nach rechts, über die kleine Brücke und den Durchlass hinaus zur Straße. Wir müssen einige Schritte abwärts bis zum Hinweisschild „Partschins – Vogeltennpromenade“. Nun geht es in ebener, sehr sonniger Wanderung unter dem Schloss Hochnaturns an zahlreichen Rastbänken und dem Mairhof vorbei bis zu einer Querstraße. Hier müssen wir einige Schritte aufwärts, an einem Erbhof vorbei und folgen nun immer der Markierung 91.

Sonnenberger Panoramaweg
Dieser ist mit der neuen Beschilderung von Vinum Venostis identisch, wobei wir so manch Interessantes erfahren. Wir ignorieren den Weg zu den Wallburgböden und wandern weiter, immer nach Osten. Erst einige, hinter einem Zaun weidende Pferde, dann oberhalb eine Olivenplantage und unterhalb der Weinberghof, ein empfehlenswertes Restaurant, das zurzeit nur sonntags geöffnet ist. Wir kommen durch eine Obstwiese und zum Runsthof. Wo wir von einer lebensgroßen Marienskulptur begrüßt werden. Dann müssen wir kurz hinunter zum Bach, über die Brücke und jenseits wieder hinauf.

Die Runstermühle
Wie schön, dass diese alte Mühle restauriert worden ist! Wir wandern, immer Markierung 91, am stattlichen Weitgrub-, und Pardellhof vorbei. Hier tummeln sich Enten, Hühner und Kaninchen und genießen die Freiheit. Wir kommen nun durch einen Flaumeichenwald und genießen den Blätterteppich unter unseren Füßen. Die Sage erzählt von einem schlauen Bäuerlein, das aus nackter Not heraus seine Seele dem Teufel verkaufte. Er wollte sie ihm übergeben, sobald die Eichen ganz ohne Blätter wären. Der Teufel ging auf den Handel ein. Als der merkte, dass er überlistet worden war, da die Eichen nie alle Blätter verlieren, denn zuvor wachsen die jungen nach, zerriss er diese wutentbrannt. Seither sind die Eichenblätter so tief eingekerbt. Tisch und Bänke laden zur Rast.

Auf und ab
Bald kommen wir in felsiges Gelände. Erst an einem Geländer abwärts, dann über Stufen hinauf, eine Steinlammer querend, kommen wir zur Abzweigung, die hinunter zum Happichlhof führt.
Da ab hier der Weiterweg seit Jahren gesperrt ist, müssen wir etwas steil und steinig zum besagten Hof und jenseits über einen bequemen, breiten Forstweg wieder hinauf bis zum anderen Ende der Absperrung. Wir folgen ab jetzt unserem Steig 91 und kommen zum Winkler Hof, der hier auch seine Produkte zur Selbstbedienung anbietet. Daran vorbei müssen wir einige Schritte aufwärts und dann nach rechts, über eine kleine Hängebrücke. Bei Sommergewittern führt der Zielbach viel Geröll mit sich und hat schon öfters die Brücken mitgerissen, heute wirkt er ganz harmlos.

Partschins, unser Ziel!
Von der Hängebrücke aus wandern wir an einem Bildstock vorbei durch Obstplantagen und kommen zum Mareinhof. Immer wieder ziehen originelle Insektenhäuschen für den naturnahen Anbau unsere Blicke an.

Weiter geht es durch Obstwiesen, nun ihrer Früchte und Blätter beraubt im kahlen Winterkleid. Umso kräftiger leuchtet der rote Zwiebelturm der Partschinser Pfarrkirche, die gleich drei Heiligen geweiht ist: Petrus, Paulus und Nikolaus. Von der Kirche sind wir binnen kurzem, abwärts gehend, am Busbahnhof, wo wir bald in Richtung Meran fahren, dankbar heute so viel an Sonne getankt zu haben.
Christl Fink