ZUEGG – Tradition lebt weiter

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ZUEGG – Tradition lebt weiter

Auf knapp 1.820 Metern Höhe, mitten im Ski- und Wandergebiet Meran 2000, beginnt für die Zuegg in Hafling ein neues Kapitel. Die traditionsreiche Berghütte, über Jahrzehnte hinweg ein beliebter Treffpunkt für Einheimische, Wandernde und Wintersportler:innen, präsentiert sich nach umfassender Erneuerung in zeitgemäßem Gewand. 

Familie Reiterer entschied sich, das alte Haupthaus abzutragen und durch einen innovativen Neubau zu ersetzen – ein Schritt, der nicht selbstverständlich war und in der Region aufmerksam verfolgt wurde.  Ziel war es, Bewährtes zu bewahren und zugleich die Zuegg für kommende Generationen weiterzuentwickeln. 

Der Anspruch des Projekts war von Beginn an klar formuliert: Die Zuegg sollte ihre Identität als klassische Berghütte behalten und gleichzeitig den Anforderungen moderner Gäste gerecht werden. Entstanden ist ein Ensemble aus vier Gebäuden in nachhaltiger Holzbauweise, das sich harmonisch in die alpine Landschaft am Fuße des Ifingers einfügt. 

Traditionelle Formen, natürliche Materialien und klare Linien prägen das Erscheinungsbild und schaffen eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. 

Geschichte der Zuegg 

Die Geschichte reicht bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. Errichtet wurde die ursprüngliche Hütte um 1950 von Ing. Luis Zuegg, geboren 1876 in Lana. Er gilt als einer der bedeutendsten Pioniere Südtirols und als Vater der modernen Seilbahntechnik. Die erste Zuegg war ein schlichter Holzbau in einer Waldlichtung unterhalb des Ifingers, ausgestattet mit Gaststube, Sonnenterrasse und zehn Betten. Lange bevor das Skigebiet Meran 2000 seine heutige Größe erreichte, entwickelte sich die Zuegg zu einem Treffpunkt für Wanderer und Wintersportler. 1957 ging die Hütte in den Besitz der Familie Bacher über. Waltraud und Horst Bacher führten den Betrieb ab 1966 mehr als drei Jahrzehnte lang mit großem persönlichem Einsatz. Horst war nicht nur Koch, sondern auch Liftmaschinist, denn zur Zuegg gehörte ein Schlepplift. Waltraud zählte später wohl zu den ersten Frauen Südtirols, die die Prüfung zur Liftanlagen-Maschinistin ablegten. Die Arbeit auf dem Berg war entbehrungsreich und von Improvisation geprägt – gekocht wurde mit Gas, geheizt mit Holz, Strom gab es erst mit dem Bau des Falzeben Sesselliftes. Mit der Eröffnung der Seilbahn auf Meran 2000 im Jahr 1968 begann für die Zuegg eine Phase des Aufschwungs.

Ab 1998 prägten Ziehsohn Stefan Falk, seine Frau Helga und Tochter Lisa die Zuegg weiter. Die Hütte wurde erweitert und behutsam modernisiert, ohne ihren Charakter zu verlieren. Zweimal wurde sie von den Leserinnen und Lesern der „Dolomiten“ zur schönsten Hütte Südtirols gewählt. Mit dem Abbruch des alten Gebäudes ging schließlich eine Ära zu Ende, die vielen Stammgästen bis heute in lebhafter Erinnerung geblieben ist.

Vision der Familie Reiterer

Anfang der 2020er-Jahre übernahm Familie Reiterer – Michl, Christine und Sohn Martin – die Zuegg. Als Haflinger und Betreiber des Fünfsternehotels Chalet Mirabell war ihnen bewusst, welche Verantwortung mit diesem Ort verbunden ist. Ihre Vision: alpine Tradition mit zeitgemäßer Architektur, hoher Qualität und gelebter Gastfreundschaft zu verbinden. Die Zuegg soll weiterhin Treffpunkt bleiben – für Familien, Sportler, Skikurse, Einheimische und Gäste, im Sommer wie im Winter. 

Komfort, Qualität und Nachhaltigkeit

Heute verfügt die Zuegg neben dem Restaurant über zwei stilvolle Loftzimmer im Haupthaus sowie drei exklusive Chalets. Jedes Chalet ist mit einer privaten Sauna ausgestattet und bietet einen gemütlichen Wohnbereich mit Ofen. Damit knüpft das Angebot bewusst an die frühere Tradition der Gästebetten an und macht die Zuegg wieder zu einem Ort des Ankommens und Bleibens. Das Restaurant mit großzügiger Sonnenterrasse liegt direkt an der Skipiste und bietet einen weiten Blick über die umliegende Bergwelt. Serviert werden verfeinerte Klas­siker der alpinen Küche, die auf Regionalität und Qualität setzen. Die Zuegg bleibt damit nicht nur Einkehrziel, sondern auch Ort der Begegnung – ein wichtiger Aspekt für das Gebiet Meran 2000. 

Die architektonische Planung übernahm das Büro Perathoner Ar­chitects aus Wolkenstein, ver­antwortlich für Vorentwurf und Einreichprojekt. Die Ausführungsplanung, Tragwerksplanung und Bauleitung lagen in den Händen des Bozner Büros Planteam. Der Baustart erfolgte im Juni 2025, die Fertigstellung innerhalb weniger Monate. 

Besonderes Augenmerk galt der Nachhaltigkeit: Holzbauweise, natürliche Dämm­stoffe, Pelletheizung und eine reduzierte Formensprache sorgen für eine harmonische Einbindung in die sensible Naturlandschaft. Für den laufenden Betrieb sorgt ein engagiertes Team rund um Geschäftsführerin Selina, unterstützt von Serviceleiter Tim, Küchenchef Helmut Oberkalmsteiner und Allrounder Urban. Ge­meinsam wollen sie die lange Geschichte der Zuegg fortschrei­ben – mit Respekt vor der Vergangenheit und Offenheit für Neues. So bleibt die Zuegg, was sie immer war – ein Ort der Begegnung, der Herzlichkeit und des Genusses – hoch über dem Tal und fest verankert in der Geschichte von Hafling und Meran 2000.