
Die etwas weite Anfahrt ist dank der ausgezeichneten Verbindungen lohnenswert und der Wanderer wird mit drei herrlichen Seen, sehr abwechslungsreichen Wegen und dem Blick zum König Ortler belohnt.
von Christl Fink
Da wir mit dem Zug um 7.46 Uhr von Meran abfahren, haben wir am Bahnhof Mals sofort Anschluss und sind bereits gegen 9.20 Uhr am Start. So können wir die Morgensonne genießen.
Der Haidersee
Wir überqueren die Straße und wenden uns gleich nach links, dem Seeufer zu. Nun geht es am unteren Ufer entlang und wir genießen die herbstliche Pracht. Der bequeme Fußweg wird zu einem langen Holzsteg, eingerahmt von vergilbendem Schilf; wahrscheinlich wäre es hier zu gewissen Zeiten einfach zu nass. Schließlich überspannt noch eine Brücke den südlichsten Seezipfel, auf dem gerade einige Enten schwimmen und wir kommen ans Ufer. Sofort entdecken wir die Hinweisschilder mit der Nummer 8, der wir folgen. Erst führt ein neuangelegter Steig durch den Wald bergan, bis wir zu einem Forstweg kommen. Diesen überqueren wir und sehen gleich wieder die Markierung, die in weiten Serpentinen aufwärtsführt.

Über den bereiften Holzsteg

Der Faulsee, einst ein Fischerteich

König Ortler grüßt
Zum Faulsee
Ganz plötzlich liegt er vor uns, der idyllische Faulsee, eingebettet in Mischwald, der sich schon bunt gefärbt hat. Künstlich angelegt als Fischteich für die Benediktiner vom Kloster Marienberg, dem höchstgelegenen Kloster Europas. Heute dient er Erholungssuchenden aus nah und fern, Kindern wie Erwachsenen zu einer wunderbaren Auszeit. Tische und Bänke laden zur Rast, sogar eine Grillstelle ist vorhanden. Nach einem kurzen Halt, einfach um zu schauen, zu staunen und dem Maler Herbst ein großes Kompliment zu machen, wandern wir weiter. Nun steigt der Weg kaum mehr an und öffnet sich einer weiten Wiese samt Gehöft und Kapelle.
Das Fischgadermoos
Dieses Biotop liegt am Rande der zwei ineinander verschachtelten, nunmehr unter Denkmalschutz gestellten Fischgaderhöfe, deren Ursprung ins 13. Jh. zurückreicht. Wir gehen am Rand desselben weiter, und bald darnach zweigt vom Hauptweg, der zur Talstation des Watles – Sessellifts nach Prämajur führt, links ein markierter Steig ab, den wir nehmen. Erst geht es ziemlich eben durch dichten Wald, der sich nach einem kleinen Gatter einem herrlichen Weidegebiet öffnet. Zahlreiche Büsche, ideale Verstecke für Vögel, durchsetzen die Weide. Berberitzen leuchten im schönsten Rot. Etwas höher, dort, wo ein Weg direkt zu den Pfaffenseeen führt, grüßt ein mächtiges Kreuz. Wir folgen immer den Hinweisschildern zum Bergsee. Der Weg führt nun leicht abwärts, durch eine Umzäunung, die originell überstiegen wird und dann liegt er ganz plötzlich vor uns:
Der Bergsee
Hier ist der richtige Platz für unsere Mittagsrast. Tische und Bänke laden die Wanderer dazu ein. Ob wir nun über den See hinweg den Blick zum Ortler genießen, dem Spiel der Wellen im sanften Wind zusehen, oder die von einem langen Sommer sonnendurchfluteten Blätter der Laubbäume bewundern – immer tut es unserer Seele gut! Fast schwer fällt uns der Abschied von diesem Plätzchen. Aber dann – ein letzter Blick zurück und weiter geht es! Geradeaus an einem Aussichtspunkt vorbei, der einen Panoramablick in den Vinschgau von Burgeis abwärts bietet, führt ein markierter Steig talwärts, ebenso einer etwas rechts davon, beide kommen zusammen. Wer möchte, kann dann den Steig zum Kloster Marienberg nehmen, um sich den jahrhundertealten Komplex mit seiner eindrucksvollen Kirche anzusehen; wir steigen diesmal direkt nach Burgeis ab.

Blick zur Fürstenburg und zu Kloster Marienberg

Die kleine Nikolauskirche wacht über die Malser Heide

Spätherbst am Bergsee
Von Burgeis nach Mals
Wer möchte, kann von hier aus den Bus nach Mals nehmen. Da wir noch zeitig dran sind, statten wir erst der schönen Marienkirche inmitten des Friedhofs mit seinen sehenswerten Grabkreuzen einen Besuch ab. Beim Weg durch das Dorf, das sich großteils seinen urtümlichen Charakter bewahrt hat, fallen uns so manche Fresken an den Häusern auf, wir überqueren die Etsch, die hier noch ein kleines Bächlein ist und müssen nun unterhalb der kleinen Michaelskirche ein kurzes Stück der Hauptstraße entlang, ehe rechts der Fuß- und Radweg nach Mals abzweigt. Leider ist er asphaltiert, doch man kann gut auf die Wiesenränder ausweichen.
In einem halben Stündchen ist das stattliche Dorf mit seinen sieben Kirchen erreicht und wir suchen uns den kürzesten Weg zum Bahnhof.
Ausgangspunkt: Haltestelle Fischerhäuser vor St. Valentin auf der Haide
Ziel: Bergsee, Burgeis und Mals
Gesamtgehzeit: insgesamt rund 3 ½ – 4 Std.
Beste Zeit: Frühsommer bis zum ersten Schneefall
Anfahrt: Mit dem Zug bis Mals, mit dem Bus 273 zur Haltestelle Fischerhäuser