Rotwand – Meran 2000

Wo Geschichte auf Moderne trifft
10. September 2026
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Rotwand – Meran 2000

Die Renovierung und Erneuerung des Bergrestaurants Rotwand in Meran 2000 ordnet den Bestand neu und verbindet Nachhaltigkeit mit zeitgemäßer alpiner Gastronomie.

Ziel war es, das bestehende Bergrestaurant Rotwand – ehemals Parete Rossa – behutsam zu modernisieren und gleichzeitig ein innovatives, junges Bergrestaurant zu schaffen, das den hohen Ansprüchen heutiger Gäste gerecht wird und die touristische Infrastruktur am Standort stärkt. Bauherren des Projekts sind Klaus Alber und Carmen Kruselburger von der Hotel Miramonti GmbH. Das Bergrestaurant befindet sich in Hafling oberhalb von Meran auf dem Gebiet Meran 2000 und wird als Bergrestaurant für Wanderer, Skifahrer und internationale Gäste genutzt. Der kulinarische Schwerpunkt liegt auf Südtiroler Küche mit konsequenter Verwendung regionaler Lebensmittel. Die bestehende Hütte war über viele Jahre im Besitz des italienischen Alpenvereins CAI und stets verpachtet. 

      

Obwohl funktional, entsprach der Bau in weiten Teilen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Komfort, Qualität, Nachhaltigkeit und gesetzliche Vorgaben. Insbesondere die räumliche Organisation, die technische Ausstattung und das Gästeerlebnis machten eine grundlegende Erneuerung notwendig. Für die Bauherren stand jedoch von Beginn an fest, dass kein Abriss erfolgen sollte. Stattdessen wurde bewusst der Weg einer möglichst nachhaltigen Renovierung und Weiterentwicklung des Bestands gewählt.

Die Planung und das gestalterische Konzept stammen von Designer Harry Thaler, der die Aufgabe als temporäre Neugestaltung verstand – als bewusste Übergangs­phase vor einer möglichen späteren Gesamtentwicklung. Die Vor­gabe war eine schlanke, ressourcenschonende Investition mit maximaler gestalterischer Wirkung. Der Entwurf setzt auf den respektvollen Umgang mit dem Bestand und zeigt, wie temporäre Architektur mit begrenzten Mitteln eine starke Identität entwickeln kann. Zentrales Element des Konzepts ist ein kraftvolles, spielerisches Farbkonzept. Das gesamte Bergrestaurant– von Böden über Wän­de und Decken bis hin zu Kiosk, Wintergarten und Mobiliar – wurde in drei abgestuften Grüntönen gestaltet. Diese Farbwelt nimmt direkten Bezug auf die umliegenden Fichtenwälder und verankert das Gebäude visuell in seiner alpinen Umgebung. Das Leitmotiv „Rot wird Grün“ spielt dabei bewusst mit dem Namen Rotwand und dem Wechsel von Komplementärfarben. Ein besonderes architektonisches Detail ist die neu geschaffene Wand als Windschutz für die Terrasse. Sie erfüllt nicht nur eine funktionale Aufgabe, sondern greift zugleich das Motiv der „Wand“ aus dem Bergrestaurantnamen auf und übersetzt es in eine klare, gestalterische Geste. Der erneuerte Wintergarten und die sanierte Terrasse erweitern die nutzbaren Flächen deutlich und verbessern vor allem die Aufenthaltsqualität in der kälteren Jahreszeit.

Bei der Umsetzung wurde großer Wert auf nachhaltige Materialien, langlebige Ausstattung und energieeffiziente Technik gelegt. Holz spielt als regionaler und robuster Baustoff eine zentrale Rolle, ergänzt durch wetterfeste Materialien für die alpinen Bedingungen. Die Gestaltung orientiert sich bewusst an der Berglandschaft, ohne in alpine Klischees zu verfallen.

    

Die Bauphase erstreckte sich von September bis November 2025. Trotz der logistisch anspruchsvollen Lage und der Höhenlage konnten die Arbeiten ohne größere Verzögerungen abgeschlossen werden. Neben dem Designer waren zahlreiche regionale Handwerksbetriebe beteiligt, darunter Fachfirmen aus den Bereichen Holzbau, Tischlerei, Haustechnik, Kücheneinrichtung, Metallbau, Bo­den- und Fliesenarbeiten sowie Grafik und Ausstattung. Die Baukosten wurden durch die Bauherren finanziert. Kostensteigerungen ergaben sich lediglich durch unvorhersehbare Gegebenheiten im Bestand. Das Ergebnis ist ein Bergrestaurant, das modernen Komfort bietet, flexibler genutzt werden kann und ganzjährig attraktiv ist.

Langfristig soll das Projekt wirtschaftlich tragfähig sein und sich zugleich als sozialer Treffpunkt für Bergliebhaber etablieren. Angestrebt wird zudem eine nachhaltige Zertifizierung des Betriebs. Der respektvolle Umgang mit Natur, Wasser und Ressourcen ist dabei ein zentrales Anliegen der Bauherren – getragen von der Überzeugung, dass die alpine Heimat nicht nur genutzt, sondern auch geschützt werden muss. Der Erfolg des Projekts zeigt sich nicht allein in Zahlen, sondern auch in kurzen Wartezeiten, hoher Servicequalität, positiven Gästebewertungen und der spürbaren Aufenthaltsqualität. Für die Zukunft sind weitere Schritte geplant, darunter ein Montessori-inspirierter Kinderspielplatz im Sommer sowie kleinere Anpassungen je nach Nutzung und Feedback.

Das Bergrestaurant Rotwand versteht sich damit als lebendiger Ort, der sich weiterentwickelt – im Einklang mit Natur, Landschaft und den Menschen, die ihn besuchen.