

A nice handyman install tile on the floor
Fliesen-, Platten- und Mosaikleger verlegen Wandfliesen und Bodenplatten aus Naturstein, Kunststein, Keramik, Glas und Marmor in den verschiedensten Mustern und Formen.

Fliesen und Platten werden vor allem in Bädern, Waschanlagen, Küchen, Laboratorien, Operationssälen, Hallenbädern, Fleischhauereien, Sennereien usw. verlegt.
Ein Interview mit Dietmar Heiss, dem Obmann der Fliesen-, Platten- und Mosaik¬leger im lvh.
Herr Heiss, welche schulischen und persönlichen Voraussetzungen sollte man für den Beruf des Fliesenlegers mitbringen, und wie sieht die typische Ausbildung in Südtirol aus?
Die Betonung auf handwerklicher Begabung, räumlichem Vorstellungsvermögen und mathematischem Grundverständnis ist zentral. Wichtig ist auch die Erwähnung von überfachlichen, persönlichen und sozialen Kompetenzen wie Kundenorientierung, Sorgfalt und Teamfähigkeit. In der heutigen Zeit sollten digitale Grundkenntnisse nicht unterschätzt werden. Die duale Ausbildung in Südtirol verbindet hier ideal Theorie und Praxis.
Welche Karriere- und Spezialisierungsmöglichkeiten (z. B. im Bereich Design, Altbausanierung oder Selbständigkeit) gibt es für Fliesenleger heute?
Hier zeigt sich die Stärke des Handwerks. Vom Gesellen zum Meister, zur Selbständigkeit oder Führungsposition. Spezialisierungen wie Naturstein, Mosaik, Fußbodenheizungsverlegung oder barrierefreie Bäder sind zukunftsfähig. Besonders interessant ist die Schnittstelle zur Innenarchitektur – hier können Fliesenleger zu kreativen Planungspartnern werden. Eine klare Karriereperspektive ist ein starkes Argument für junge Menschen.

Was macht den Beruf für junge Menschen besonders attraktiv, und welche körperlichen sowie planerischen Herausforderungen sind im Alltag zu meistern?
Es ist ein kreativer, zukunftssicherer und anspruchsvoller Beruf, der gesellschaftlich und wirtschaftlich hochrelevant ist. Die Attraktivität leidet oft noch unter veralteten Klischees („schmutziger Job“). Dabei bietet der Beruf wesentliche und moderne Vorteile: kreative Gestaltungsfreiheit, die Zufriedenheit, sichtbare und dauerhafte Werte zu schaffen, und sehr gute Verdienstmöglichkeiten. Entscheidend ist die Kommunikation dieser Aspekte – etwa durch Praktika, Social-Media-Präsenz von jungen Handwerkern oder Kooperationen mit Schulen. Die Wertschätzung für qualitativ hochwertiges Handwerk steigt wieder.

Wie schneiden Südtirols Fliesenleger im Vergleich zu Kollegen aus anderen Ländern in Bezug auf Handwerkstradition, Qualität und Innovation ab?
Südtirol kann mit einer starken Handwerkstradition punkten, die oft über Generationen weitergegeben wird. Die Qualitätsansprüche sind hierzulande traditionell sehr hoch, was sich in Präzision und Langlebigkeit der Arbeit zeigt. Im Vergleich zu unseren Nachbarn brauchen wir uns also nicht zu verstecken. Die hohe Qualität durften wir in der Vergangenheit bei verschiedenen nationalen und internationalen Wettbewerben immer wieder unter Beweis stellen (Worldskills, Euroskills oder Alpencup).
Zum anderen haben wir einen Standortvorteil, weil wir nicht weit von der Sassuolo-Keramik, der weltweit führenden Fliesenindustrie, entfernt sind, weshalb wir unseren Kunden fast in Echtzeit neue, innovative und stylische Produkte anbieten können. In Sassuolo wird außerdem ständig an neuen Verlegearten von Bodenfliesen und an Materialien getüftelt, denn nur so kann man mit den Entwicklungen am Markt Schritt halten. Bei der Innovation besteht vielleicht noch Potenzial – hier könnten Fortbildungen zu neuen Materialien (z. B. recycelte Fliesen, ultra-dünne Großformate) und Verlegetechniken (z. B. vollflächige Trockenverlegung) die internationale Wettbewerbsfähigkeit wieder stärken. Der Mix aus bewährter Tradition und gezielter Modernisierung ist der richtige Weg. Zudem gewinnen Themen wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und digitale Planung zunehmend an Bedeutung.
Wer diese modernen Trends aktiv aufgreift, kann sich eben langfristig klar im internationalen Vergleich positionieren und letztlich neue Marktchancen erschließen.


Welche steuerlichen Vergünstigungen oder Abschreibungsmöglichkeiten sind für 2026 für Sanierungsarbeiten geplant, die auch für Fliesenlegeraufträge relevant sein könnten?
Dieser Punkt ist für die Branche extrem relevant. Steuerliche Anreize für Sanierungen (wie sie in der Vergangenheit z. B. durch die „Superbonus“-Regelung in Italien existierten) können die Nachfrage nach Fliesenlegerarbeiten massiv ankurbeln.
Markus Auerbach