
Frau Bürgermeisterin, Sie sind seit einem Jahr im Amt. Wie fällt Ihre persönliche Zwischenbilanz aus?
„Nach fast einem Jahr im Amt fällt meine persönliche Zwischenbilanz sehr positiv aus. Es war eine intensive, aber auch sehr bereichernde Zeit, in der ich viele wertvolle Begegnungen und Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und engagierten Menschen in unserer Gemeinde erleben durfte. Gerade dieser direkte Austausch zeigt mir jeden Tag, wie stark der Zusammenhalt in Algund ist. Natürlich bringt das Amt auch große Verantwortung mit sich. Viele Themen sind komplex und verlangen Geduld, gute Zusammenarbeit und oft auch schnelle Entscheidungen. Besonders beeindruckt hat mich, mit wie viel Engagement sich so viele Menschen ehrenamtlich für unser Dorf einsetzen – sei es in Vereinen, sozialen Bereichen oder im kulturellen Leben. Das ist keine Selbstverständlichkeit und macht unsere Gemeinde lebendig und lebenswert. Überrascht hat mich vielleicht am meisten, wie vielfältig und abwechslungsreich die Aufgaben einer Bürgermeisterin tatsächlich sind. Kein Tag ist wie der andere.“
Welche konkreten Maßnahmen und Initiativen haben Sie in Ihrem ersten Amtsjahr bereits in Angriff genommen?
„In meinem ersten Amtsjahr war es mir wichtig, gemeinsam mit dem Gemeindeausschuss und der Verwaltung bereits begonnene Projekte und Themen der vorherigen Verwaltung verantwortungsvoll weiterzuführen und erfolgreich zu Ende zu bringen. Dabei lag unser besonderer Fokus auf der Lebensqualität in Algund, auf Familienfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und einer zukunftsorientierten Entwicklung unserer Gemeinde. Zu den konkreten Maßnahmen zählt unter anderem die primäre Erschließung der Gewerbezone Langgasse, ein wichtiges Projekt zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung unseres Dorfes. Ebenso konnten wir die Planung zur Erneuerung der Heizungsanlagen und die Anbindung an die Fernwärme beim Vereinshaus vorantreiben – ein bedeutender Schritt in Richtung Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Große Aufmerksamkeit erforderte auch die Beseitigung der Unwetterschäden entlang der Aschbacherstraße, wo rasch gehandelt werden musste, um Sicherheit und Infrastruktur wiederherzustellen. Ein besonders wichtiges Zukunftsprojekt ist der Start des Projektes „Wohnen im Alter in Algund“. Hier versuchen wir die Grundlage dafür zu schaffen, dass ältere Menschen auch in Zukunft möglichst selbstbestimmt und gut begleitet in unserer Gemeinde leben können.Im Bereich Nachhaltigkeit und Mobilität wurden Initiativen wie das E-Carsharing sowie „E-Bike to Work“ unterstützt und weiterentwickelt, um umweltfreundliche Mobilität im Alltag stärker zu fördern. Ein weiterer schöner Meilenstein war die Fertigstellung des Messnerhauses, mit seiner Umkleidekabine für die Feuerwehr in Plars, samt Sitzungsraum. Bei den Projekten ist mir stets die enge Zusammenarbeit mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und allen Beteiligten besonders wichtig. Viele Projekte brauchen Zeit und sorgfältige Planung, doch ich freue mich, dass wir bereits erste sichtbare Ergebnisse erzielen konnten und gemeinsam Schritt für Schritt an einer positiven Entwicklung unserer Gemeinde arbeiten.“
Sie waren zuvor Vizebürgermeisterin und kennen die Gemeinde aus dieser Rolle sehr gut. Welche Projekte konnten Sie als Bürgermeisterin näher in den Vordergrund rücken?
„Durch meine vorherige Tätigkeit als Vizebürgermeisterin konnte ich bereits viele Projekte intensiv begleiten und wichtige Grundlagen dafür schaffen. Besonders als zuständige Referentin für den Sportbereich war mir die Sanierung des Fußballplatzes ein großes Anliegen. Es freut mich sehr, dass wir nun als Gemeinde mit dem Nachtragshaushalt bereits die notwendigen finanziellen Mittel vorsehen konnten, um dieses wichtige Projekt konkret voranzubringen. Ein weiteres zentrales Thema ist für uns das Projekt Schule. Unsere Schule platzt mittlerweile aus allen Nähten, weshalb hier dringender Handlungsbedarf besteht. Dieses Projekt hat für uns höchste Priorität. Gemeinsam mit den Planern finden derzeit wöchentliche Sitzungen statt, damit wir so schnell als möglich konkrete Lösungen umsetzen und die notwendigen Schritte vorantreiben können.“
Ein lang ersehntes Vorhaben der Gemeinde ist die Realisierung eines neuen Jugend- und Kulturzentrums. Was genau ist geplant, und wie sieht der Zeitplan aus?
„Das neue Jugend- und Kulturzentrum ist ein sehr wichtiges Zukunftsprojekt für unsere Gemeinde Algund und gleichzeitig ein Vorhaben, das sich viele Bürgerinnen und Bürger schon seit langer Zeit wünschen. Geplant ist ein modernes Zentrum, das mehrere Generationen zusammenbringen soll: Neben einem neuen Jugendzentrum werden dort auch die öffentliche Bibliothek sowie ein Seniorentreff untergebracht sein. Damit schaffen wir einen Ort der Begegnung, des Austausches und des gemeinsamen kulturellen Lebens.Derzeit beschäftigen wir uns intensiv mit den Ausschreibungen und den weiteren vorbereitenden Schritten. Wenn alles planmäßig verläuft, ist der Baubeginn für Herbst 2026 vorgesehen. Die Fertigstellung des Projektes ist für das Jahr 2028 geplant. Uns ist wichtig, hier einen offenen und zeitgemäßen Treffpunkt für Jung und Alt zu schaffen, der langfristig einen echten Mehrwert für das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Algund bietet.“

Das Vereinshaus Peter Thalguter ist seit 45 Jahren ein zentraler Ort des kulturellen Lebens in Algund. Im Zuge der Neugestaltung des Festplatzareals:
Ist auch eine Sanierung oder ein Umbau des Vereinshauses vorgesehen?
„Das Vereinshaus Peter Thalguter ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Mittelpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in unserer Gemeinde und hat für Algund einen großen Stellenwert. Gerade deshalb ist es uns wichtig, das Gebäude auch für die Zukunft funktional und energetisch gut aufzustellen. Im Zuge der laufenden Entwicklungen rund um das Festplatzareal sind im Vereinshaus selbst derzeit vor allem technische und energetische Maßnahmen vorgesehen. So werden die Klimaanlage sowie die Heizungsanlage erneuert beziehungsweise ausgetauscht, um den heutigen Anforderungen an Energieeffizienz und Komfort gerecht zu werden. Darüber hinaus haben wir auch vorgesehen, das Dach des Theaters energetisch zu sanieren. Damit möchten wir langfristig die Qualität des Gebäudes verbessern, den Energieverbrauch reduzieren und gleichzeitig die Nutzungsmöglichkeiten für Vereine, Kulturveranstaltungen und die Bevölkerung sichern. Ein behutsamer Umgang mit diesem wichtigen Gebäude ist uns dabei besonders wichtig, damit das Vereinshaus auch künftig ein lebendiger Treffpunkt für Kultur und Gemeinschaft bleibt.“
Das Ehrenamt hat in Algund einen besonders hohen Stellenwert. Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um dieses freiwillige Engagement gezielt zu stärken und zu fördern?
„Das Ehrenamt hat in Algund traditionell einen sehr hohen Stellenwert und ist eine unverzichtbare Säule unseres Dorflebens. Unsere Vereine leisten Großartiges – sei es im kulturellen, sportlichen, sozialen oder gesellschaftlichen Bereich – und tragen wesentlich zum starken Zusammenhalt in der Gemeinde bei. Deshalb ist es uns als Gemeindeverwaltung ein großes Anliegen, die Vereine bestmöglich zu unterstützen. Die zuständige Referentin für die Vereine ist hier sehr engagiert und kümmert sich mit großem Einsatz um die verschiedensten Anliegen und Bedürfnisse der Vereine. Der regelmäßige Austausch und die enge Zusammenarbeit sind uns dabei besonders wichtig. Auch an finanziellen Beiträgen mangelt es nicht: Wir bemühen uns, die Vereine im Rahmen unserer Möglichkeiten gezielt zu fördern und ihnen die notwendige Unterstützung zu geben – sowohl finanziell als auch organisatorisch und infrastrukturell. Gleichzeitig versuchen wir, den Vereinen in sämtlichen Belangen zur Seite zu stehen und gute Rahmenbedingungen für ihre wertvolle Arbeit zu schaffen. Ich bin überzeugt, dass eine lebendige Vereinskultur wesentlich zur Lebensqualität in unserer Gemeinde beiträgt. Deshalb möchten wir auch in Zukunft alles daransetzen, dieses freiwillige Engagement zu stärken und wertzuschätzen.“
Wenn Sie an die nächsten vier Jahre denken – welche zwei Projekte liegen Ihnen ganz besonders am Herzen?
„Wenn ich an die kommenden vier Jahre denke, dann liegt mir besonders der Ausbau des Schulzentrums am Herzen. Unsere Schule stößt bereits heute an ihre Grenzen, deshalb ist es mir ein großes Anliegen, hier zeitnah moderne und zukunftsorientierte Lösungen zu schaffen. Kinder und Jugendliche sollen in Algund beste Bedingungen zum Lernen und Wachsen vorfinden – das ist eine Investition in die Zukunft unserer gesamten Gemeinde.“
Philipp Genetti