
Von den Reben in den Schnee, von der Geschäftigkeit im Tal zur großen Stille unter den wilden Felsabbrüchen des gesamten Mendelkamms, die sich bis nach Mezzocorona ziehen.
Zum einsamen Fennberg
Von den Reben in den Schnee, von der Geschäftigkeit im Tal zur großen Stille unter den wilden Felsabbrüchen des gesamten Mendelkamms, die sich bis nach Mezzocorona ziehen.
Nach der sehr abwechslungsreichen Fahrt von Meran im Zug bis Margreid, und weiter mit dem Bus 125 direkt über den „Fennhals“ zum abgeschiedenen Weiler Fennberg, starten wir unsere Wanderung an der Endhaltestelle des Kleinbusses.
St. Leonhard und der Fennberger See
Fennberg war bereits seit Jahrhunderten der Rückzugsort all jener Talbewohner, die es sich leisten konnten, in den Sommermonaten den Malaria verseuchten sumpfigen Gebieten des Etschtals zu entfliehen. Das einfache Gasthaus neben der Haltestelle sorgt auch heute noch für Hungrige und Durstige. Wir machen erst einen Rundgang zur kleinen Kirche aus dem 13. Jh., die dem heiligen Leonhard geweiht ist. Dann geht es durch den Schnee weiter zum Biotop Fennberger See. Während zurzeit alles eine tiefe Stille atmet, können wir uns das frohe Treiben im Sommer, wo sich viele Besucher aus dem Tal tummeln, kaum vorstellen.
Zu Maria im Schnee
Wir müssen zurück zur Bushaltestelle und nun folgen wir bis fast am Ende unseres Weges immer der Markierung 3, die in Margreid, ganz in der Talsohle endet. Erst geht es, leicht ansteigend am Plattenhof, einem ehemaligen Gasthof, vorbei und dem Wald zu. Ein Marienbildstock steht an unserem Weg. Gut auf die Markierung achtend, wandern wir nun durch den Wald und kommen an einem Gehöft vorbei schließlich zur kleinen Kapelle Maria Schnee, die sogar geöffnet ist. Diese Kapelle ist das Ziel für jene Wanderer, die den zum Teil steilen Abstieg von rund 800 Höhenmetern scheuen.
In die Fenner Schlucht
Wir wandern immer weiter in Richtung Margreid. Bei einem Wegkreuz geht es rechts durch eine geöffnete Schranke, dann durch noch winterlich kahlen Buchenwald abwärts, ober einem Speicherbecken vorbei. Eine Gedenktafel erinnert an den Priester Peter Kerschbaumer, der an dieser Stelle tot aufgefunden wurde. Immer wieder ergeben sich herrliche Ausblicke ins weite Etschtal, darüber hinweg zum mächtigen Madruttknott, nach Norden bis zum Rittner Horn und zur Sarner Scharte, gegen Süden zur Salurner Klause. Auch die beiden Gipfel des Weiß- und Schwarzhorns lugen hervor. Nun geht es an einem Bildstock zur hl. Familie auf der Flucht nach Ägypten vorbei, und ins Tal hinein. Wir kommen in die Enge der Fenner Schlucht, die sich bis nach Margreid hinunterzieht.
Hinunter nach Entiklar
Immer näher rücken die Felsen zusammen bis zur kleinen Brücke über die Schlucht. Bald entdecken wir an der Bergseite eine hölzerne Gedenktafel zur Erinnerung an ein gut ausgegangenes Unglück. Dort finden wir die ersten Christrosen am Wegrand. Wir wandern nun wieder talaus. Jetzt ist der Weg asphaltiert und steiler, zum Leidwesen für uns Fußgänger. Aber nicht mehr lange, und wir kommen zu einer Kreuzung. Da es bis Margreid nochmals 10 Minuten steil abwärts ginge, ziehen wir die 20 Minuten nach Entiklar (Markierung 3 A!) vor, zumal auch dort der Bus 125 hält. Direkt am, leider verschlossenen Kirchlein, laden uns in der Sonne Bänke und ein Tisch ein, nochmals eine gemütliche Rast bis zur Abfahrt des Busses zu halten, denn hier ist auch die Haltestelle.
Dankbar für die abwechslungsreiche Fahrt und den nicht minder interessanten Weg kehren wir mit müden Beinen, aber glücklichen Augen wieder ins Burggrafenamt zurück.
Christl Fink