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Im Märzen der Bauer …

Der März ist der Startschuss zur Pflege für Stauden, Gehölze und das Vorziehen von Gemüse und jetzt gibt es für Hobbygärtner kein Halten mehr. Der Garten ist weit mehr als nur eine Grünfläche – er ist ein erweitertes Wohnzimmer, ein privates Refugium und in Zeiten von Nachhaltigkeit und gesunder Ernährung immer häufiger auch eine wichtige Quelle für frische, gesunde Lebensmittel. Doch damit das eigene Paradies im Sommer in voller Pracht steht, müssen jetzt im Frühling die richtigen Weichen gestellt werden.
Den Winterschlaf beenden
Bevor die ersten Setzlinge in die Erde dürfen, steht der Kassensturz an. Der März ist die ideale Zeit, um den Garten von den Spuren des Winters zu befreien. Doch Vorsicht: Wer zu radikal aufräumt, schadet oft nützlichen Insekten. Altes Laub und hohle Stängel dienten Marienkäfern und Wildbienen als Winterquartier. Diese sollten behutsam entfernt und idealerweise auf einem Komposthaufen im Garten belassen werden. Nach der Reinigung folgt die Bodenpflege. Ein gesundes Pflanzenwachstum beginnt unter der Erdoberfläche. Mit einer Bodenanalyse lässt sich feststellen, welche Nährstoffe fehlen. In vielen Südtiroler Gärten wirkt eine Portion hochwertiger Kompost Wunder, um den Boden nach der Frostperiode wieder zu beleben.
Der Trend zum Hochbeet
Ein Thema, das in den letzten Jahren immer wieder für Aufmerksamkeit gesorgt hat, ist das Hochbeet. Besonders regionale Lösungen zeigen, wie funktional und ästhetisch moderner Gartenbau sein kann.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Durch die rückenschonende Arbeitshöhe und die optimale Erwärmung des Erdreichs beginnt die Erntesaison hier oft schon Wochen früher.
Ob klassisches Gemüse wie Radieschen und Salate oder mediterrane Kräuter, die den Duft des Südens in den Garten bringen – im Hochbeet gedeiht fast alles. Zudem schützt die Konstruktion die empfindlichen Pflanzen vor Schneckenfraß und Wühlmäusen, was den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oft überflüssig macht.
Die Basis für reiche Blüte
Obstbäume und Ziersträucher benötigen jetzt Aufmerksamkeit. Der „Auslichtungsschnitt“ sorgt dafür, dass Licht und Luft wieder ins Innere der Krone gelangen. Das beugt Krankheiten vor und fördert die Fruchtbildung. Besonders bei Rosen gilt die Faustregel: Wenn die Forsythien blühen, ist die Zeit für den Rückschnitt gekommen. Vergessen Sie dabei nicht die Gartengeräte. Scheren, Spaten und Hacken sollten gereinigt und geschärft werden. Ein sauberer Schnitt an der Pflanze verheilt schneller und verhindert das Eindringen von Pilzen und Bakterien.
Ein Paradies für die Sinne
Neben der Nutzpflanze rückt der Wohlfühlfaktor immer stärker in den Fokus. Moderne Gartengestaltung setzt auf eine Mischung aus Struktur und Wildnis. Während Steinmauern und gepflasterte Wege (typisch für unsere alpine Architektur) den Rahmen bilden, sorgen Staudenbeete für Dynamik. Ein aktueller Trend ist der „insektenfreundliche Garten“.
Statt englischem Rasen setzen immer mehr Gartenbesitzer auf Blühstreifen mit heimischen Wildblumen. Das sieht nicht nur wunderschön aus, sondern unterstützt auch unsere Honig- und Wildbienen, die für die Bestäubung der Obstbäume in unserer Region unerlässlich sind.

Beratung vom Fachmann
Das Burggrafenamt bietet eine Vielzahl an exzellenten Gärtnereien und Fachbetrieben. Wer beim Kauf von Pflanzen und Zubehör auf lokale Anbieter setzt, profitiert nicht nur von der hohen Qualität, sondern auch von Pflanzen, die an das hiesige Klima angepasst sind. Ob robuste Reben für die Pergola oder frostharte Kübelpflanzen für die Terrasse – Fachleute wissen, was in unserer Gegend am besten gedeiht.
Die „Königin der Blumen“
Unsere Kulturrose wird auch oft als „Königin der Blumen“ oder auch „Stachelige Schönheit“ genannt. Rose ist dabei ein Sammelbegriff für die Pflanzengattung Rosa aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie bereitet den Besitzern viel Freude, verlangt jedoch auch intensive Pflege und Hingabe. Eine erfolgreiche Rosenpflege im Garten beginnt bei der Auswahl der Sorte und dem optimalen Standort. Mit der richtigen Kombination aus Schnitt, gezielter Düngung und natürlicher Schädlingsprävention entwickeln sich Rosen zu langlebigen, blühfreudigen Gartenbewohnern.
1. Standort und Auswahl
Rosen gelten als „Sonnenkinder“. Ein idealer Standort bietet mindestens vier bis fünf Stunden direkte Sonne pro Tag.
Bodenbeschaffenheit: Bevorzugt wird ein tiefgründiger, humoser und gut durchlässiger Boden, idealerweise sandiger Lehm mit einem pH-Wert zwischen 6 und 7.
Luftzirkulation: Ein luftiger Platz ist entscheidend, damit Blätter nach Regen schnell abtrocknen, was Pilzkrankheiten vorbeugt.
Sortenwahl: Für Einsteiger eignen sich besonders robuste Sorten wie Heidetraum, Leonardo da Vinci oder Lions-Rose. Bei den Südtiroler Gärtnern gibt es zertifizierte Rosen, zum Beispiel mit dem ADR-Siegel (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung), das für hohe Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten steht. Besonders hervorzuheben ist die „Bozner Duftrose“, ein Paradebeispiel für zertifizierte Qualität direkt aus unserem Land. Sie wird unter kontrollierten Bedingungen in Bozen gezüchtet und zeichnet sich durch ihren intensiven Duft und kurze Transportwege aus.

2. Der richtige Schnitt
Der Hauptschnitt erfolgt im Frühjahr, traditionell zur Zeit der Forsythienblüte (etwa März).
Grundregeln: Entfernen Sie zuerst totes, krankes oder zu dünnes Holz. Schneiden Sie stets ca. 5 mm schräg über einer nach außen gerichteter Knospe (Auge).
Beet- und Edelrosen: Diese vertragen einen kräftigen Rückschnitt auf etwa 15–20 cm (ca. 3–5 Augen). Strauch- und Kletterrosen: Hier wird meist nur um ein Drittel eingekürzt oder lediglich ausgelichtet, um die Form zu erhalten.
Sommerschnitt: Entfernen Sie Verblühtes bis zum nächsten voll entwickelten Blatt, um eine Zweitblüte anzuregen.

3. Düngung für
Kraft und Blüte
Rosen haben einen hohen Nährstoffbedarf und werden in der Regel zweimal pro Saison gedüngt. Erste Düngung (März/April): Er­folgt direkt nach dem Frühjahrsschnitt mit organischem Langzeitdünger wie Rinder- oder Pferdedung. Zweite Düngung (Juni/Juli). Nach der ersten Hauptblüte hilft eine Nachdüngung für den zweiten Flor.
Ab August sollte nicht mehr stickstoffbetont gedüngt werden, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen können.
Hausmittel: Kaffeesatz dient als guter Langzeitdünger, während kleingehackte Bananenschalen wert­volles Kalium liefern.

4. Schädlingsbekämpfung und Gesundheit
Vorbeugung ist der beste Schutz gegen Blattläuse, Sternrußtau oder Mehltau.
Richtiges Gießen: Wässern Sie Rosen immer bodennah. Nasse Blätter fördern Pilzinfektionen massiv.
Mischkultur: Das Pflanzen von Knoblauch oder Lavendel in der Nähe kann Pilzkrankheiten und Schädlinge fernhalten.
Natürliche Helfer: Bei Blattlausbefall helfen oft schon ein kräftiger Wasserstrahl oder der Einsatz von Brennnesseljauche. Achten Sie auf Nützlinge wie Marienkäfer im Garten.
Hygiene: Entfernen Sie krankes Laub konsequent aus dem Beet (nicht auf den Kompost), um eine Neuinfektion im nächsten Jahr zu vermeiden. Und schon jetzt ein guter Tipp für den Herbst: Pflanzen Sie neue Rosen am besten im Oktober oder November, damit sie über den Winter gut einwurzeln können.

Mischkultur bringt gute Ernte im Gemüsegarten
Ein harmonischer Gemüsegarten ist weit mehr als die Summe seiner Beete. Wer geschickt kombiniert, nutzt das Prinzip der Mischkultur. Pflanzen beeinflussen sich gegenseitig durch Wurzelausscheidungen und Duftstoffe; sie können sich vor Schädlingen schützen oder das Wachstum des Nachbarn fördern.

Nachfolgend finden Sie ein paar Beispiele für ein friedliches und produktives Miteinander im Beet.
Die Klassiker –
Tomaten und Kräuter
Die Tomate ist der Star vieler Gärten, doch sie ist wählerisch. Hervorragend versteht sie sich mit Basilikum. Das Kraut profitiert vom leichten Schatten der Tomatenblätter, während sein intensiver Duft die gefürchtete Weiße Fliege fernhält. Auch Knoblauch und Zwiebeln sind gute Partner für Tomaten, da sie durch ihre antibakterielle Wirkung Bodenpilzen vorbeugen.

Das „Dream-Team“ –
Karotten und Zwiebeln
Dies ist die wohl bekannteste Zweck­gemeinschaft im Gartenbau. Die Karottenfliege mag den Geruch von Zwiebeln nicht, und die Zwiebelfliege macht einen Bogen um das Aroma der Karotten. Werden beide in abwechselnden Reihen gesät, schützen sie sich gegenseitig effizient vor Totalausfällen.

Die „Drei Schwestern“
Eine uralte, hocheffiziente Kombination aus Mittelamerika besteht aus Mais, Bohnen und Kürbis. Der Mais dient den Bohnen als natürliche Rankhilfe. Die Bohnen wiederum binden Stickstoff aus der Luft im Boden und düngen so den hungrigen Mais. Der Kürbis am Boden wirkt mit seinen großen Blättern als „lebender Mulch“, der die Erde beschattet, Feuchtigkeit bewahrt und Unkraut unterdrückt.

Kohl braucht Leibwächter
Kohlarten sind oft anfällig für den Kohlweißling. Hier hilft Sellerie. Dessen starker Eigengeruch verwirrt den Schmetterling so sehr, dass er seine Eier lieber woanders ablegt. Auch Tomaten in der Nähe von Kohl haben einen ähnlichen Abwehreffekt. Lauch hingegen ist ein toller Partner für Erdbeeren, da er hilft, Schimmelpilze einzudämmen.

Was gar nicht geht
Wo Freundschaften blühen, gibt es auch Rivalitäten. Erbsen und Bohnen vertragen sich meist schlecht mit Zwiebelgewächsen. Ebenso sollten Tomaten und Kartoffeln räumlich getrennt werden. Da beide zur Familie der Nachtschattengewächse gehören, übertragen sie sich gegenseitig die gefürchtete Kraut- und Braunfäule.
Vorteil der guten
Partnerwahl
Wer Starkzehrer wie Kohl mit Schwachzehrern wie Salat klug kombiniert und auf passende Nachbarschaft achtet, erntet mehr und fördert zugleich ein stabiles, gesundes Ökosystem im eigenen Garten.

Alles für Ihr Wohlbefinden
Der Frühling ist die Zeit der Hoffnung und der Tatkraft. Mit der richtigen Vorbereitung, hochwertigen regionalen Produkten und einem Herz für die Natur verwandelt sich jeder Garten – egal wie groß oder klein – in eine Oase der Erholung. Greifen Sie zur Schaufel und genießen Sie die frische Luft

Walter J. Werth