

Das als Kulturhaus bekannte Raiffeisenhaus ist der zentrale Treffpunkt für Kultur und Gesellschaft in Lana. Nach langem Hoffen und Bangen wird es nun endlich saniert.
Wir haben mit Bürgermeister Helmut Taber über die Entwicklung und das Bauvorhaben gesprochen.
Herr Bürgermeister, ob Proben der Freilichtspiele, kulturelle Aktivitäten der Laienbühnen, das Valentinskonzert des Musikvereins, Faschingsrevuen, Jubiläumsfeiern, Jahreshauptversammlungen oder offizielle Empfänge – das Raiffeisen- bzw. Kulturhaus ist ein wichtiger Ankerpunkt für das kulturelle und gesellschaftliche Leben. Seit wann gibt es das Haus?
Helmut Taber: Das Raiffeisenhaus wurde 1972 von der Raiffeisenkasse Lana errichtet. Der Architekt Willy Gutweniger schuf damit ein Gebäude mit markanten architektonischen Elementen, während seine Frau Lilly Gutweniger die Innengestaltung verantwortete. Ursprünglich konzipierten die Architekten das Gebäude vor allem als Raum für Theater- und Musikaufführungen.
So war der Theatersaal anfangs sogar vollständig mit Teppich ausgelegt. Erst später, als vermehrt Bälle und größere Festveranstaltungen stattfanden, wurde dieser entfernt. Vor der Errichtung des Raiffeisenhauses handelte es sich um eine Wiese im Eigentum der Stiftung Lorenzerhof (Seniorenwohnheim).
Seit einigen Jahren gehört das Gebäude nun der Marktgemeinde Lana. Was waren die Hintergründe und Gründe für den Übergang von der Raiffeisenkasse an die Gemeinde?
Zunächst hatte sich die Marktgemeinde Lana das Erbbaurecht gesichert, bevor sie im Jahr 2021 entschied, das Gebäude im Einvernehmen mit der Raiffeisenkasse vollständig zu übernehmen. Ziel war es, das für Lana so zentrale Haus umfassend zu sanieren, zu modernisieren und damit langfristig für die Bevölkerung zu sichern. Mit dem Eigentumsübergang gewann das Kulturhaus deutlich an öffentlichem Charakter: Neben kulturellen Veranstaltungen finden dort unter anderem ein Großteil des Mensadienstes für Grund- und Mittelschüler sowie zahlreiche Gemeinde- und Vereinsveranstaltungen statt.
Seit dem Eigentümerwechsel wurden die Rufe nach einer dringend notwendigen Sanierung und Modernisierung immer lauter. Inzwischen gibt es bereits konkrete Pläne, einen festen Zeitplan und ein Startdatum für die Bauarbeiten. Was ist der aktuelle Stand der Dinge?
Der Beginn der Bauarbeiten ist für Oktober dieses Jahres vorgesehen. Geplant ist eine umfassende Modernisierung, die das Gebäude qualitativ und funktional auf ein neues Niveau hebt. Das Vorhaben umfasst unter anderem einen neuen, leicht abfallenden Theatersaal für rund 150 Personen, eine Vergrößerung des Foyers, die Neuorganisation und Verlegung der Küche, eine vollständige Erneuerung der Audio- und Lichttechnik sowie eine energetische Sanierung der Energieeffizienzklasse.
Damit soll das Kulturhaus zukunftssicher werden und den gestiegenen Anforderungen von Vereinen, Publikum und Gemeinde gerecht werden.
Der Umbau bringt auch spürbare Einschränkungen mit sich. Was bedeutet das konkret für die ortsansässigen Vereine während der Bauphase?
Ein Umbau dieser Dimension bringt unvermeidlich Einschränkungen mit sich.
Voraussichtlich werden sowohl das Gebäude als auch der zugehörige Parkplatz für mindestens zweieinhalb Jahre nicht zugänglich sein. Die Gemeinde will gemeinsam mit den Vereinen Ausweichlösungen organisieren – bevorzugt in Lana, bei Bedarf aber auch in umliegenden Gemeinden. Konkrete Absprachen stehen jedoch vorerst noch aus.
Philipp Genetti