
Eine Wanderung rund um Bozen, eine gute Alternative zu den zurzeit meist eisigen Wegen in höheren Lagen, wo der wenige Schnee in der warmen Mittagsonne schmilzt, um nachts erneut zu frieren.
Wir fahren mit dem Bus nach Bozen bis zur Endstation bei der Rittner Seilbahn. Links der Talstation müssen wir die Straße in Richtung Rentsch weiter bis links an der Bergseite die Markierung 6 abzweigt.
Vorbei an der Schwarzen Katz
Nun wandern wir am Traditionsgasthaus „Schwarze Katz“ vorbei, den alten, schmalen Weg aufwärts zum Hügel von St. Magdalena, bekannt für den köstlichen Wein, der an den Hängen in unmittelbarer Nähe zur Landeshauptstadt wächst. Ein Gang rund um das Kirchlein ist ein Muss, dann ein Blick durchs Fenster, da bis anfangs April alles gesperrt ist, vorbei an jener Stelle, wo am 24. Dezember 1944 eine amerikanische Fliegerbombe fiel, dann müssen wir kurz die Zufahrtsstraße hinauf zum bekannten Hotel Restaurant Eberle. Das durch den großen Felssturz im Jänner 2021 teilweise verschüttete Gebäude wurde nach umfangreichen Sicherungsarbeiten wieder aufgebaut. Daran vorbei haben wir schon die Höhe erreicht. Und immer wieder schweift unser Blick hinüber zum Rosengarten.
Karl Ritter von Müller
Durch brüchiges Gelände, wo sich nur der Feigenkaktus und der im Herbst so wunderbar leuchtende Perückenstrauch angesiedelt haben, kommen wir zum Erinnerungsort von einem der bedeutendsten Männer Bozens. Wenn hier nicht sein Denkmal stünde, würde sich wohl niemand mehr an den großen Tourismuspionier Karl Ritter von Müller erinnern. Es geht nun durch einen Wald von Flaumeichen, Zürgelbaum und Blumeneschen immer in Richtung Sarner Schlucht. Schon sehen wir den grünen Turmspitz von St. Peter in Karnol, sowie auf der gegenüberliegenden Talseite St. Georgen, etwas versteckt rechts darunter St. Jakob im Sand und gleichsam als Wächter über Bozen und das Sarntal die Ruine Rafenstein. Auch den Gscheibten Turm, die Fagenschlucht mit dem Wasserfall und der hohen Brücke, die sich über die Schlucht spannt, können wir erblicken.
Über die Talfer
Bald sind wir am Ende der Oswald-Promenade und gehen nun in dieselbe Richtung weiter, unter dem Ansitz Klebenstein mit der Sankt-Anton-Kapelle vorbei zur Brücke, die wir überqueren. Unter uns fließt die Talfer, die gerade das Sarntal verlassen hat.
Wir nehmen die kleine Straße gegenüber, die sich nach links am Mauracherhof vorbei zieht, dann den Fagenbach entlangführt und schließlich bei der Villa Fortuna in die alte Jenesierstraße mündet. Ein paar Schritte müssen wir abwärts zur Brücke über den Fagenbach gehen. Jenseits der Brücke geht es gleich wieder hinauf bis zum Beginn des Weges nach Guntschna. Wir folgen nun der Markierung 5 und gelangen über Stahltreppen, nahe an den als Naturdenkmal ausgewiesen Wasserfall hinauf.
Wo der Wasserfall rauscht
Wir wandern weiter, zunächst der Jenesierstaße entlang aufwärts, durch eine Unterführung und dann wieder abwärts. Wir überqueren die Straße und erreichen sofort wieder unsere Promenade. Nun müssen wir in weiten Serpentinen abwärts und kommen dabei immer wieder an Informationstafeln vorbei, die uns so manches Interessante vermitteln. Im untersten Teil berühren wir auch einige Male den alten Pflasterweg, der vom Höhendörflein Glaning nach Gries führt. Immer häufiger begegnen uns hier in dieser geschützten Lage auch mediterrane Pflanzen, die gut gedeihen.
Schließlich erreichen wir direkt hinter der alten Grieser Pfarrkirche das Ende unserer Wanderung. In wenigen Schritten sind wir am Grieser Platz mit der Stiftskirche der Benediktiner, die dem hl. Augustinus geweiht ist und der Bushaltestelle. Hier hält auch unser Bus in Richtung Meran. Froh über diesen Tag fahren wir heim.
Christl Fink