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Zur Schneidalm

Hoch über Pfelders, dem rauschenden Bergbach entlang aufwärts wandern, dort, wo der Frühling dem Herbst zu begegnen scheint – so vielfältig ist die Blumenpracht – mit einer gastlichen Almhütte in einmaliger Aussichtslage als heutiges Ziel!

Leuchtende Hauswurz am Felsen

von Christl Fink

Ende August – und ein sonniger Tag ist uns versprochen! So nützen wir ihn und fahren mit dem direkten Bus oder mit dem Auto von Meran bis nach Pfelders im hintersten Passeiertal.

Schöne Steine im Bach!

Die gastliche Schneidalm in Pfelders

Wir gehen ins Dorfzentrum und finden auch gleich die Markierung 6 A hinauf zur Schneidalm. Beim Brunnen zur Erinnerung an das Jahr des Wassers 2003 biegen wir nach rechts ab, überqueren den Pfelderer Bach und wenden uns jenseits gleich nach rechts und aufwärts. Nun müssen wir wieder über eine kleine Brücke, wobei wir auf so manche, ganz besonders schöne Steine aufmerksam werden. Durch ein kleines Holzgatter geht es weiter, der Steig führt stetig bergauf. Die Steigung merken wir kaum, denn immer wieder entdecken wir Neues: die leuchtend rote Hauswurz am Felsen, ebenso wie die kleinen blauen Blüten der Glockenblumen, zarte, rosa Büschel von Felsennelken und zwischendrin das leuchtende Gelb des Wundklees.

Die Wege teilen sich
Nun kommen wir zur Abzweigung. Der oberste Wegweiser, der mit der Markierung 6 B geradewegs zum Kreuzjoch aufwärtsführt ist zwar weggebrochen, wir wenden uns nach links der Schneidalm zu. Erst führt der Steig dem kleinen Bach entlang, bis wir ihn dann auf einer „einarmigen“ Brücke überqueren. Ein zweites Mal geht es auf einer solchen Mini-Brücke über einen Graben. Nun durchqueren wir plötzlich ein Gebiet das mit dichtem Erlengebüsch bewachsen ist, ehe wir wieder zu einem breiteren Bach mit einer richtigen Brücke kommen. Noch ein paar Serpentinen, die uns wieder in freies Almgelände führen, dann sehen wir auch schon die flatternde Fahne der Alm. Doch zuvor kommen wir noch an vielen Orchideen vorbei, wobei die dunklen Brunellen besonders duften!

Auf der Schneidalm

Von den Schneezungen rinnen überall kleine Bäche

So viele Berggipfel, doch wer kann sie alle zählen? Tief unter uns liegt nun das kleine Bergdorf Pfelders, auf der gegenüberliegenden Talseite die Grünbodenhütte und die Falt­schnalalm. Die Aussicht ist einmalig. Hinter uns reichen Schneezungen noch weit herunter und so wird uns auf unsere Nachfrage auch dringend abgeraten, zum anvisierten Kreuzjoch aufzusteigen, da die Schneebretter, die zu überqueren wären, nun faul und brüchig sind. Ein guter Steig führt steil von der Schneid­­alm hinauf zur Zwickauer Hütte, doch heute begnügen wir uns. Es ist gemütlich hier und die beiden jungen Mädchen flitzen emsig hin und her, um die vielen Hungrigen rund um die Hütte zu verköstigen. Gleich hinter dem Gatter weiden die Kühe, weit hinter der Hütte duckt sich der Stall unter einem Felsen.

In Richtung Lazins

Schneegebeugte Lärchen und Steinstufen

Ein letzter Blick zurück, dann geht es auf demselben Steig bis zur Abzweigung. Auf Markierung 44 B wandern wir nun in weiten Serpentinen abwärts. Zwischendurch ist wiederum ein Bächlein zu überqueren und dann entdecken wir eine winzige Hütte, die sich tief unter einen Felsen duckt. Auf diese Weise rutschen etwaige Lawinen darüber hinweg, ohne sie zu schädigen. Immer wieder grüßt gleichzeitig der Frühling mit herrlichen Margariten und kündigt sich bereits der Herbst mit dem knospenden Heidekraut an. Noch eine Kurve, dann wandern wir ziemlich eben nur mehr taleinwärts. Über einen Wassergraben springen wir, die Landschaft ändert sich, große und kleinere Felsblöcke scheinen plötzlich wie von Riesenhand in das alpine Gelände hineingestreut. Nun wird es sumpfiger, der Steig führt über Steinplatten und zu beiden Seiten wiegt sind das Wollgras im leichten Wind.

Talaus nach Pfelders
Viele junge Lärchen sind vom Schnee des vergangenen Winters niedergedrückt, und dann geht es nochmals abwärts zum Forstweg, der binnen weniger Minuten nach Lazins, dem ganzjährig bewirtschafteten Gasthaus mit der kleinen Kapelle nebenan führt.
Nach einer letzten Rast können wir entweder zur anderen Talseite queren und auf dem Forstweg, der im Winter als Rodelweg genützt wird, zurückwandern; oder es geht auf dem Weg, den wir ein kleines Stück hergekommen sind, über die Höfegruppe Zeppichl mit drei weiteren Möglichkeiten zur Einkehr nach Pfelders zurück. Ein letztes Mal schauen wir hinauf in Richtung Schneidalm, dann bringt uns der Bus talaus.

 

info
Anfahrt: Mit dem SAD – Bus 240 oder mit dem Auto von Meran nach St. Leon­hard und weiter nach Pfelders.
Ausgangspunkt: Bushaltestelle Pfelders (1628 m) im hintersten Passeiertal
Ziel: Schneidalm: 2159 m und Lazins (1772 m)
Gehzeit: insgesamt rund 4 – 4,30 Std.Pfelders – Schneidalm: 1,50 – 2 Std. > Lazins: 1,40 Std. – 2 Std. > Pfelders: 40 Min.