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Innere Falkomai-Alm

Wer die Einsamkeit liebt und das Überklettern und Umgehen gefallener Bäume nicht scheut, wer eine herrliche Flora und das Rauschen des noch jungen Kirchbachs erleben will, der komme mit ins Ultental.

von Christl Fink

Der letzte Sonntag im Mai beschenkt uns mit strahlendem Sonnenschein und so fahren wir mit dem Auto ins Ultental. Gleich nach St. Pankraz zweigt rechts die Straße nach St. Helena ab. Sie zieht sich höher und höher, an einsamen Berghöfen vorbei, dabei achten wir gut auf den Hinweis St. Helena bis zu einem kleinen Parkplatz und der Verbotstafel fürs Weiterfahren. Hier starten wir.

Die Markierung 8
Erst wandern wir rund einen halben Kilometer den gesperrten Forstweg leicht aufwärts, bis links der Wegweiser steil den Waldhang hinaufweist. Der Steig zieht sich ziemlich bergan, immer wieder heißt es, über umgestürzte Bäume zu klettern, bzw. sie zu umgehen. Trotzdem kommen wir gut voran. An einem Wegkreuz und der Abzweigung zur Falkomai-Kuhalm vorbei erreichen wir schließlich den, sich vom Ortlerhof hochziehenden Forstweg. Nun geht es diesen kurz entlang, ehe der Fußsteig wieder rechts aufwärts in den Wald führt. Es wird etwas steiler, bis wir fast den Hügelkamm erreicht haben. Hier steht ganz idyllisch eine Jägerhütte mit Tischen und Bänken, die zu einer Trinkpause einladen.

Zum Hühnerspiel (2040 m)
Die Naturnser Hochwart grüßt von der anderen Seite des Kammes. Der Steig zieht sich nach links und senkt sich bald zum Ortler – Hühnerspiel. Hier endet auch der Forstweg, den wir ein kurzes Stück entlanggegangen sind. Wegweiser zeigen den Weiterweg an, ein Rastplatz lädt zum Verweilen. Wir blei­ben weiter auf Markierung 8. Doch hier, an der Nordseite des lan­gen Kammes, der sich bis zum Gipfel des Peilsteins hochzieht, erleben wir statt des uns bekannten, gemütlichen, breiten Weges eine Schneelandschaft.
Sobald dieser Wandertipp erscheint, hat die Sonne sicher auch den letzten Schnee geschmolzen, doch wir stapfen mühsam, Schritt für Schritt bis zum Ziel und die Fotos zeigen noch eine Winterlandschaft.

Die Innere Falkomai-Alm (2051 m)
Sie scheint sich noch im Schnee zu ducken, ist winterfest geschlossen und als einzige Besucher wählen wir den schönsten, sonnigsten Tisch für eine ausgiebige Mittagsrast. Im Sommer ist sie bewirtschaftet und eine beliebte Einkehr. Hinter uns in Richtung Peilstein und „Drei Seen“ ist tiefster Winter, vor uns beginnt es zaghaft zu grünen. Ganz in der Ferne entdecken wir die markante Sarner Scharte. Nachdem aller Abfall in den Rucksack gepackt ist, brechen wir wieder auf. Heute verzichten wir auf den Besuch des Falkomai- Sees, der sicher noch im tiefsten Winterschlaf liegt und der Äußeren Falkomai-Alm am jenseitigen Sonnenhang. Wir wandern nun talwärts. Immer mehr grüne Flecken entstehen zwischen dem letzten Weiß und die ersten Krokusse sprießen.

Dem Kirchbach entlang
Am Talgrund angekommen, müssen wir erst über den Bach, der hier schon mächtig rauscht, denn von allen Seiten fließt ihm das Schmelz­was­ser zu. Und dort, wo es grünt, hebt ein großes Blühen an: Krokusse, die zarten Soldanellen in ihren Fransenröckchen, die Pelzanemonen, Enzian und Huflattich leuchten um die Wette. Haben wir bei der Alm die große Stille genossen, so erfreut uns jetzt das Schäumen und Gurgeln, Plätschern und Rauschen der von allen Seiten kommenden Bächlein, die in den Kirchbach münden, der dem Tal seinen Namen schenkt. Es geht dem Bach entlang abwärts, er ist unser treuer Begleiter. Doch schließlich überqueren wir ihn dort, wo der Steig zur Äußeren Falkomei-Alm steil aufwärtsführt. Auf einem breiten Forstweg wandern wir weiter.

Das Mariolberger Albl

Die Falkomai-Kuhalm (1672 m)
Sie wird auch das Mariolberger Albl genannt und ist bereits bewirtschaftet. Von hier haben wir über das langgestreckte Schindeldach der Stallungen hinweg einen herrlichen Blick zu den Dolomiten. Nun könnte man auch über den Waal zum Ausgangspunkt zurück, aber da wir heute genug über Bäume geklettert sind, wählen wir die einfache und auch kürzere Variante. Wir umrunden auf dem Forstweg den Waldrücken, den wir im Aufstieg bestiegen haben und erreichen glücklich und gesund müde das Auto am Abstellplatz.

 

INFO

Anfahrt: Mit dem Auto nach Ulten bis zum Parkplatz vor St. Helena
Ausgangspunkt: Parkplatz am Verbotsschild zur Weiterfahrt (rund 1600 m)
Ziel: Innere Falkomai-Alm
Gehzeiten: insgesamt rund 4,30 Std. Parkplatz > Innere Falkomai-Alm: 2,20 – 2,30 Std. > Falkomai-Kuhalm (Mariolberger Albl) 1Std. > Parkplatz: 50 Min.
Beste Zeit: je nach Schneemenge Juni bis Spätherbst