#zomholten

Kaum jemand hätte sich gedacht, dass nach rund einem Jahr „Corona“ noch kein Ende in Sicht ist. Ganz im Gegenteil. Immer neue Virusvarianten werden entdeckt, die Forscher werden auf harte Probe gestellt und die Impfstoffherstellung verzögert sich. Die Volksvertreter und Verantwortlichen in den Sanitätsstrukturen sind bei Gott nicht zu beneiden. Sie tun bestimmt alles Mögliche und werden dabei noch ausgebuht. Nur Schreien, Kritisieren und sich über alle Verbote hinwegsetzen, um vor dem Landhaus zu demonstrieren, hilft niemandem. Im Gegenteil, ein solches Verhalten schadet allen, auch den Revoluzzern selbst. Wir Südtiroler können uns aber auch von einer anderen Seite zeigen. Von einer menschlichen, effizienten und edlen. Ein schönes Beispiel ist die private Initiative unter der schlichten Bezeichnung „zomholtn“. Zusammenstehen, gerade in dieser prekären Situation, wo wir physisch Abstand halten müssen, das ist gefragt. Dank unbürokratischen Anpackens, von Nächstenliebe geleitet und vor allem mit Hausverstand durchgeführt, hat die spontane Hilfsaktion „zomholtn“ ein unglaubliches Echo erfahren. In knapp 4 Tagen sind 20.000 Südtiroler aus allen Bevölkerungsschichten, Landesteilen und Altersstufen eingesprungen. Mit Sachspenden und Geldspenden. Ohne monatelanges Warten, ohne zig Gesuche und x-Erklärungen kann bedürftigen Mitmenschen geholfen werden. Wer sich unverschuldet in Not befindet, darf sich nur nicht schämen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Organisatoren dieser schönen Aktion in unserem Land rufen dringend dazu auf, die Hilfe auch anzunehmen. Stolz ist hier fehl am Platz. Jeder von uns kann einmal in eine Notlage gelangen. Einige, die hier an vorderster Front selbstlos helfen, waren selber auch schon in einer Notlage.
Und sogar das soziale Netz „Facebook“ kann bei der Aktion „zomholtn“ auch einmal gute Dienste leisten!

von Walter J. Werth