Profi mit Profit

Was ist ein sogenannter „Profi“? In Wikipedia findet man dazu folgende Definition: „Ein Profi, Kurzwort von veraltet Professionist, ist jemand, der im Gegensatz zum Amateur oder Dilettanten eine Tätigkeit beruflich oder zum Erwerb des eigenen Lebensunterhalts als Erwerbstätigkeit ausübt.“ Es vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht über Rundfunk, Fernsehen und über die Presse informiert werden, was unsere Tennisprofis geleistet haben. Ich möchte die sportlichen Leistungen von Andy, vormals aus Kaltern und Jannik, vormals aus Sexten in keiner Weise gering schätzen. Was ich jedoch nicht verstehen will ist die Tatsache, warum wir diese so weltbewegend wichtigen Nachrichten bekommen sollten. Profis sind Unternehmer. Auf Profit ausgerichtet. Manchmal mit weniger, manchmal mit mehr Erfolg. Mit gleichem Recht müssten wir laufend darüber informiert werden, wieviel Umsatz im letzten Monat der Unternehmer XY gemacht hat, welchen neuen Großkunden er bei Ausschreibungen in 3 oder 4 Sätzen gewonnen hat. Oder etwa nicht? Und was hat Kaltern davon, wenn sein Profi in Colorado/USA residiert und Sexten, wenn der Pusterer zum Monegassen mutiert ist? Den Millionären, die spielerisch ihr Geld verdienen, steht es natürlich frei, wo sie ihr Vermögen anlegen. Von den vielen Südtiroler Unternehmern, die hart im Lande arbeiten und für viele Familien einen sicheren Arbeitsplatz schaffen, würden wir gerne öfter etwas hören. Ihnen gebührt Dank und Anerkennung. Trotzdem, auf unsere Sportler dürfen wir stolz sein. Aber mit Maß und Ziel.
Und weil wir schon beim Thema geschuldeter Dank sind: Allen, die in dieser schwierigen Zeit der Corona-Pandemie im Gesundheitswesen arbeiten gilt unser aller Dank. Ein riesengroßes Vergelt’s Gott den Frauen und Männern in den Krankenhäusern und Pflegeheimen. Hoffen wir, dass nun endlich Licht am Ende des Tunnels leuchten möge.

von Walter J. Werth