Mit wem ins Politbett?

In unseren Briefkästen und auf den Straßen und den Plätzen ist längst wieder Ruhe eingekehrt. Auch ist das Lesen der Zeitungen wieder einfacher geworden, seitdem die Wahlen vorbei sind. Nicht vorbei ist jedoch das Gerangel um einen Platz an der Sonne, sprich: an den Hebeln der Macht. Das geht erst jetzt so richtig los. 

Nach einem starken Landes-Langzeithäuptling schlug dem neuen jungen Landesvater vor 5 Jahren eine überwältigende Welle der Sympathie entgegen. Wohl nur diesem Umstand war es zu verdanken, dass die SVP-Wähler damals noch einmal gnädig über den Filz hinweggeschaut haben. Dem etwas verwelkten Edelweiß wurde nur ein einziges Blütenblatt gerupft. Das eine Blatt aber, der eine Sitz, der zur absoluten Mehrheit im Landtag fehlte, bereitete der SVP-Parteiführung nicht wenige Schwierigkeiten bei der Bildung einer Regierungskoa­lition. Und wie sieht es diesmal, 2018 aus? 

Zwei weitere Blütenblätter fehlen dem Edelweiß. Jetzt wird᾿s heiß. Der Bonus des neuen Landeshauptmannes vor 5 Jahren ist bedenklich geschrumpft. Dies auf Namensgleichheit mit einem weiteren Kandidaten zurückzuführen, ist dürftig. Zudem hat sich eine neue Volksbewegung vom Stand aus mit 6 Sitzen kräftig gemeldet und würde auch gerne Regierungsverantwortung übernehmen. Starre Statuten im Autonomiegesetz verhindern dies jedoch. Andererseits gibt᾿s auf der Seite der italienischen Mitbürger eine neue starke Kraft, die jedoch sehr schwer einzuschätzen ist, was die Autonomie- und Europa­freundlichkeit betrifft. 

Wünschen wir uns, dass unsere „Erleuchteten und Auserwählten“ eine glückliche Hand haben mögen, um das Wohl des Volkes über die Machtgelüste bei den schwierigen Verhandlungen zu stellen. Das Wahlgesetz selbst wäre auch zu hinterfragen. Wie kann es sein, dass in einer Partei rund 6000 Stimmen nicht für ein Mandat reichen, in einer anderen hingegen wenige 100 Stimmen für einen Sitz in unserem Landesparlament genügen.