Mode nachhaltig?

Sogenannte „Nachhaltige Mode“ gewinnt immer mehr an Bedeutung. Aber kann Mode überhaupt nachhaltig sein? 100% nachhaltige Mode ist fast unmöglich – und doch gibt es einige Dinge zu beachten, um den eigenen Konsum nachhaltiger zu gestalten. Unsere Kleidung ist immerhin verantwortlich für ein Zehntel der Treibhausgasemissionen weltweit.

Kleidung zählt zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Praktische, funktionale Kleidung vor allem. Hierbei spielt der ästhetische Aspekt keine große Rolle. Anders jedoch der soziale Aspekt. Wir unterwerfen uns einem Gruppenzwang um „dazuzugehören“ oder zumindest nicht aufzufallen. Es kann schwierig sein, diesem sozialen Druck zu widerstehen. „Dresscodes“ werden in bestimmten Situationen erwartet. Mode wird hier als Mittel genutzt, um den eigenen gesellschaftlichen Status zu zeigen und den Erfolg zu demonstrieren. Mode kann uns ohne weiteres selbstbewusst und positiv fühlen lassen. Dies sollte uns aber nicht zu einem übermäßigen Konsum verleiten und stets dem „letzten Schrei“ zu gehorchen.

Die Modeindustrie spielt sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich eine große Rolle. Sie ist ein Milliardenmarkt und eine Schlüsselindustrie für viele Länder. Es ist wichtig, dass wir unser eigenes Verhältnis zur Mode definieren. Wir sollten uns fragen, wie wichtig uns Mode ist und ob unsere modischen Entscheidungen mit unseren persönlichen Werten übereinstimmen. Nachhaltige Mode kann eine Möglichkeit sein, diese Fragen zu beantworten und unsere Verantwortung gegenüber der Umwelt wahrzunehmen. Wer nachhaltig leben möchte, muss nicht auf Mode verzichten, sondern lediglich umdenken. Also weniger neue Kleider kaufen, vorhandene Garderobe länger tragen, beim Kauf auf Qualität in Material und Herstellung achten und durch richtige Pflege die Langlebigkeit fördern. Dies alles schont die Umwelt, macht uns zufriedener und belastet die Brieftasche auch weniger

 

 

Walther J. Werth