Wann ist Muttertag?

Muttertag ist bei uns am 2. Sonntag im Mai. Wir bringen Blumen, eine Torte, laden Mutter zum Essen ein, fahren mit ihr ins Grüne oder sonst wohin, wünschen „Alles Gute zum Muttertag“. Der Muttertag ist ein Tag, an dem wir unsere Mütter ehren und ihnen für ihre Arbeit und Liebe danken sollen. Es gibt verschiedene Theorien über den Ursprung des Muttertags, aber die am weitesten verbreitete Geschichte stammt aus den USA. Anna Marie Jarvis, eine amerikanische Frauenrechtlerin setzte sich dafür ein, einen Feiertag für Mütter zu schaffen, um ihre eigene Mutter zu ehren und auf die Probleme von Frauen aufmerksam zu machen.

Während des Nationalsozialismus wurde der Muttertag von den Nazis für ihre Propagandazwecke genutzt. Mütter mit vielen Kindern wurden als Heldinnen des Volkes gefeiert und es wurden Auszeichnungen für besondere Gebärleistungen vergeben. Der Muttertag wurde somit ein Teil der Nazi-Ideologie. Obwohl der Muttertag oft mit der Kommerzialisierung in Verbindung gebracht wird, hat er eine lange Tradition, die bis zur griechischen Antike zurückreicht. Muttertag ist ein Tag, an dem wir unseren Müttern zeigen können, wie sehr wir sie schätzen und lieben, obwohl wir dies natürlich auch an jedem anderen Tag des Jahres tun könnten. Und auch sollten. Es ist nicht selbstverständlich, wenn eine Frau sich als Partnerin und Mutter gänzlich in ihren Bedürfnissen zurücknimmt, um ihren Lieben ein bequemes Leben zu ermöglichen. Auch eine Mutter braucht regelmäßig anerkennende Worte, um motiviert zu sein, zumal sie selbst in der Gesellschaft zur Familienmanagerin mutiert ist, nur leider nicht mit Managergehalt. Im Gegenteil, denn hat eine Mutter irgendwann ihre Aufzieharbeit beendet, dann zeigt sich oft der Weg der Einsamkeit und der Armut. Mutter hat ausgedient, ist unbequem geworden und man hat kaum Zeit für sie. Muttertag darf daher nicht nur am 2. Sonntag im Mai sein, sondern an allen Tagen im Jahr.

Walter J. Werth