Glimpfliches Jahr?

Was sagte Albert Einstein zum Jahreswechsel? „Wenn’s alte Jahr erfolgreich war, Mensch, freue Dich aufs neue, und war es schlecht, ja, dann erst recht.“ Dieser weise Ausspruch ist einfach und genial zugleich. In diesem Sinne möchte ich Ihnen für das neue Jahr 2021 alles Gute wünschen. Vor allem Gesundheit. Sie ist wohl das Thema Nummer eins im abgelaufenen Jahr gewesen und wird uns auch weiterhin beschäftigen.
Das Jahr 2020 wird in die Geschichte als das Jahr der globus­umspannenden Pandemie eingehen. Dachten wir bisher, dass die Globalisierung nur Waren, Dienstleistungen und den Tourismus betrifft, so belehrte uns ein unsichtbarer Winzling eines Besseren und lehrte die ganze Welt das Fürchten. Er deckte die Schwachstellen unserer Gesellschaft schonungslos auf und machte uns bewusst, dass die Natur allemal am längeren Hebel sitzt. Egal ob Gesundheit, Pflege, Handel oder Produktionsprozesse, alles kam mindestens ins Stottern. Als Resümee der Pandemie gibt es die Erkenntnis, dass Gesundheit und Pflege wieder eine gesellschaftliche Aufgabe sein müssen.
Vieles hat sich verändert und vieles wird sich noch ändern müssen, damit unsere Welt halbwegs wieder in Ordnung ist. Auch wenn der Blick in die Zukunft getrübt sein mag, sollten wir Ruhe und einen kühlen Kopf bewahren. Immer wieder hören wir den Wunsch, endlich wieder zur sogenannten „Normalität“ zurückzukehren. Aber was ist denn die Normalität? Ist es wirklich normal, alles dem absoluten Gewinnstreben unterzuordnen?
Die kommende Zeit wird Menschen benötigen, die unbequem, dafür aber ehrlich sind. Wichtig ist, dass wir sensibel für die Vorgänge in Gesellschaft und Politik bleiben. Uns aktiv einbringen, also selbst anpacken anstatt nur hinterher zu kritisieren. Selbst uns gewissenhaft an die empfohlenen Regeln halten und auch mal auf etwas verzichten können. Denn weniger kann auch mehr sein!

von Walter J. Werth