Forderung nach Förderung

Wo geht’s hier zur nächsten Förderung? Wo kann man den Antrag für den Beitrag an der Unkostenbeteiligung für die Nachhaltigkeitsstudie im Erweiterungsgebiet des im Rahmen des EU-Entwicklungsplanes Futura 3000 mitgeförderten Paradigmenwechsels einreichen? Ich gebe zu, dass der letzte Satz keinen wirklichen Sinn ergibt. Er liest sich aber gar nicht weit entfernt von so manchen amtlichen Texten. Sei es von unserer Landesverwaltung als von einigen Verbänden, deren aufgeblasene Bürokratie solche Blüten hervorbringt. Und überhaupt. Sind wir in Südtirol derart zu Förderungs- und Beitragsempfängern degradiert, dass ohne Hilfe der sogenannten öffentlichen Hand nichts mehr zu gehen scheint. Brauchen wir alle diese Gremien, die sich mittels Studien von hochbezahlten – meist ausländischen „Experten“- gegenseitig kritisieren? Und brauchen wir eine Untersuchungskommission des Landtages, die eingesetzt wird, um Licht ins Dunkel zu bringen, wo einige einen Schatten vermuten. Eine Kommission, die keine rechtlichen Befugnisse hat und sich nur um „die politische Dimension“ der vermuteten Maskenaffäre kümmern sollte, was immer das auch bedeuten mag. Die Staatsanwaltschaft ermittelt ja eh. Das ist ziemlich beruhigend, denn dann weiß man, dass man einige Jahre Ruhe hat. „Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher“ – sagt ein altes Sprichwort. Dies gilt auch für Italiens Justiz, nur mit dem berechtigten Zweifel, ob sie auch sicher mahlt. Langsam garantiert. Auch in der Zeit des sogenannten „Lockdowns“ konnten die Gerichte natürlich nicht arbeiten. Die riesigen Säle der Gerichtsgebäude waren dazu nicht geeignet. In kleinen Lebensmittelgeschäften und überfüllten Intensivstationen war das Arbeiten hingegen wesentlich leichter. Also, es wird vertagt. Halt um ein paar Jahre mehr. Inzwischen kann man ja um einen Beitrag ansuchen. Oder hoffen, dass endlich konkrete Reformen angegangen werden. Mit Hilfe von EU-Milliarden-Förderungen.

von Walter J. Werth