Für dumm verkauft

Wenn Sie diese Zeilen lesen, liegen die Parlamentswahlen wohl schon eine Weile zurück. Sicher haben Sie dazu bereits unzählige Kommentare gehört und gelesen. Wie immer haben alle gewonnen, auch die, die eigentlich verloren haben. Aber sehen wir es positiv, wenn auch Politiker es positiv sehen. Weniger positiv sehe ich jedoch, dass parteipolitisches Gerangel ein reales Handeln zum Wohle der Menschen im Lande nicht zulässt.
Es ist für einen normalen Staatsbürger nicht einsehbar – nicht „nachvollziehbar“ und nicht „nachhaltig“, so müsste man es dem Zeitgeist gemäß sagen – dass für unverändert produzierte Güter plötzlich das Doppelte, bis Dreifache verlangt wird. Nehmen wir als Beispiel die Holzpellets als Heizungsenergie. Südtirols Holzlager quellen über. Der Borkenkäfer frisst jetzt angeblich das Holz, macht mehr Schäden als der Sturm Vaja. Also lassen wir lieber das Holz verfaulen oder vom Käfer fressen, anstatt zu Pellets zu pressen. Einfacher ist es, den Preis zu verdreifachen. Vom Strom möchte ich gar nicht mehr sprechen. Dasselbe Bachl vom selben Berg fließt in dieselbe Turbine und kommt durch dieselbe Leitung in meine übliche Steckdose. Kostet aber von heute auf morgen das Doppelte und noch mehr. Jemand macht „Übergewinne“. Diese werden zwar versteuert, diese Steuermehreinnahmen werden dann zum Teil Bedürftigen gegeben, um die hohen Stromrechnungen zu bewältigen. Dann könnten wir doch gleich alles beim Alten belassen, doch dann würden die „Übergewinne“ für Gewisse nicht entstehen. Aber wir sind ja autonom und den Strom haben wir ja längst „heimgeholt“, so wurde es uns verklickert. Wozu muss die IDM-Tourismuswerbung und Filmförderung Millionenbeträge ausgeben, um Gäste für unsere „Destination“ anzulocken, die nach dem „Bettenstopp“ dann keine Schlafgelegenheit mehr finden werden? Wie lange noch wollen wir diesen undurchsichtigen Machenschaften noch zusehen?

Walter J. Werth