Der Landwirt schafft …

Ja, Sie lesen richtig. Nicht „Die Landwirtschaft“ – sondern „Der Landwirt schafft“ steht da, denn ich möchte die Betonung darauf legen, was der Landwirt alles schafft. Aktuelle Anlässe sind die rasante technische Entwicklung im Bereich der landwirtschaftlichen Geräte und Hilfsmittel sowie das weltweit bedeutende Ereignis der „Grünen Woche“ in Berlin, das vom 15. bis zum 27. Jänner in Form von Messe und Expertentreffen die Landwirtschaft unter die Lupe nimmt.
In den vergangenen 50 Jahren hat sich die globale Nahrungsmittelproduktion verdreifacht. Dennoch leiden noch immer mehr als 821 Millionen Menschen an Hunger, und über 2,5 Milliarden sind mangelernährt. Die Weltbevölkerung steigt weiter und benötigt immer mehr Ressourcen wie Wasser, Land und Energie. Lösungen müssen also her, die es der Landwirtschaft ermöglichen, ihre Erträge zu steigern und zugleich ressourcen- und umweltschonender zu wirtschaften. Die Digitalisierung bietet hier großes Potenzial. Doch wie kann erreicht werden, dass alle Landwirte Zugang zu diesen Technologien erhalten und sie nutzen können? Und wie können dabei Datensicherheit und Datenhoheit gewährleistet werden? Dies waren zwei der zentralen Fragen, die in Berlin diskutiert wurden. Über 2000 Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft nutzten den Erfahrungsaustausch.
EU-Agrarkommissar Phil Hogan beklagte die digitale Kluft in Europa: Noch immer seien viele ländliche Gebiete nicht ausreichend mit Breitbandtechnologie versorgt. „Dies ist nicht nur eine Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch für die Wirtschaftskraft der Regionen“, so Hogan. Die EU-Mitgliedstaaten sollten die Digitalisierung nicht nur in ihre Politikplanung aufnehmen, sondern vor allem sicherstellen, dass die Programme und Technologien auch tatsächlich um- und eingesetzt werden. Unser designierter Landesrat für den Bereich Breitband wird sich dies wohl zu Herzen nehmen.

von Walter J. Werth