Das Gute im Blickfeld

Der Jahreswechsel 2022/2023 liegt gerade hinter uns. So mancher machte sich dabei Gedanken, oder gar vermeintlich gute Vorsätze, die dann, vielleicht schon, wenn Sie diese Zeilen lesen, als nicht durchführbar weggeschoben wurden. Das alte Jahr und das begonnene neue haben sehr viel Negatives gebracht: Krieg, Krisenherde, steigende Inflation, Flüchtlingswellen, Terrorismus, wirtschaftliche Instabilität, Armut, begrenzte Energieressourcen, Umweltzerstörung, gesellschaftliche Spannungen, Pandemie. Vieles wurde dazu schon gesagt, geschrieben, gehört, gesehen. Und es gäbe noch vieles zu sagen, schreiben, hören und sehen. Doch versuchen wir, das Gute ins Zentrum unserer Gedanken zu rücken.
Konzentrieren wir uns mit Blick auf das kommende Jahr auf das Gute. Es ist das, was uns am Leben erhält, uns Perspektive gibt und Grundlage unserer Urteile sein sollte.
Doch was ist gut? Das ist eine Frage der Sichtweise jedes Einzelnen, ist aber auch eine gesellschaftlich verpflichtende Frage in einem modernen, erfolgreichen und demokratischen Land wie unseres. Jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Der warme Winter (wenn dieses Wort aktuell überhaupt Berechtigung hat) ist schlecht für Flora und Fauna, schlecht für die Gebiete, die vom Tourismus leben. Gut ist er für die, welche geringeren Res­sour­cenverbrauch anstreben, gut für die, die ein schmales Budget für Heizkosten haben.
Jeder Mensch hat sein eigenes Verständnis von gut und schlecht, von wertvoll und nachteilig. Neben dem Streben nach Individua­lität sollte in der Beurteilung auch stets der Gedanke ans Gemeinwesen mitwirken. Jede Haltung, jede Handlung hat eine Auswirkung – auf uns selbst und unsere soziale Umwelt, auf unser eigenes Heute und auf das Morgen anderer.

Gutes entsteht vor allem dann, wenn man es nicht nur für sich behält. Darum: Rücken wir das Bestmögliche für uns und unsere Mitmenschen ins Zentrum im Jahr 2023.

 

Walter J. Werth