Sie haben die Wahl …

Der „goldene Herbst“ hat uns wieder. Stahlblauer Himmel, frische Nächte und warme Wandertage erfreuen uns und die geldbringenden Gäste. Für die einen ist es der Auftakt zum beliebten Törggelen, für die anderen noch Erntestress.
Stress der hausgemachten Art gibt’s auch für eine Menge an Landtags-Kandidaten, die alle ins Hohe Haus drängen. Da wird geranggelt bis zum Schluss. Parteien kämpfen naturgemäß untereinander. Meistens, indem sie andere schlecht machen. Ob sie dabei selber besser werden, ist fraglich. Auch innerhalb der Parteien geht’s nicht minder kämpferisch zu. Da fällt mir die abgewandelte Steigerungsform des Wortes Feind ein: „Feind, Erzfeind, Parteifreind“. Verbände demonstrieren anfangs Überparteilichkeit und überschwemmen dann das Land mit Mitteilungen, Vorträgen und Informationsabenden, nur um eine ganz bestimmte Person in den Landtag zu schieben. Es muss der gemeine Wähler schon sehr aufpassen, um sich nicht blenden zu lassen.
Information ist gut und notwendig. Was wir damit anfangen, liegt alleine an uns selbst. Es ist richtig, mitzudiskutieren, es ist notwendig, sich interessiert einzubringen, dann wird man nicht auf plumpe Wahlwerbeversprechen hereinfallen. „Nie wird so viel gelogen wie nach der Jagd und vor den Wahlen“. Aber wir sind ja alle mündige Bürger und brave Wähler. Oder etwa nicht?
Ja, brave Wähler sollten wir schon sein. Das heißt, vom Recht wählen zu dürfen, sollten wir unbedingt Gebrauch machen. Denn das Wahlrecht ist bei Gott nicht eine Selbstverständlichkeit. Und wer nicht wählt, hat auch kein Recht, sich nachher über alles aufzuregen und über die Politik zu schimpfen. Seien wir froh, dass sich überhaupt noch seriöse Kandidaten für unsere politische Vertretung zur Verfügung stellen. Und es gibt sie zum Glück noch, die seriösen, ehrlichen Kandidaten. Natürlich ebenso, und vor allem – auch ohne die sogenannte „Frauen-Quote“- die Kandidatinnen.

von Walter J. Werth