Thunberg: Berg zu tun

Man kennt den Namen Greta Thunberg mittlerweile wohl auf der ganzen Welt. Da ihre Aussagen bezüglich des Klimas schwer zu dementieren sind, sehen wohl einige Politiker und Unternehmer keinen anderen Weg, als Greta als Person anzuzweifeln. Sie bezweifeln, dass ein so junges Mädchen so wortgewandte Reden schreiben kann, wie Greta es tut. Sie werfen ihr vor, von ihren Eltern für deren Vorteile instrumentalisiert zu werden. Sie behaupten, dadurch dass Greta das Asperger-Syndrom, eine milde Form des Autismus, hat, sei sie nicht fähig, die Lage um das Klima, die Politik und die Wirtschaft zu begreifen und anzuprangern.
Diese Reaktionen zeigen nur umso mehr, wie Recht Greta hat, den Entscheidern in unserer Welt Versagen vorzuwerfen. Denn wenn wir ehrlich wären, dann wüsste jeder, dass es unser geringstes Problem ist, wenn Jugendliche freitags die Schule schwänzen.
Greta ist in dieser Bewegung nicht nur Vorreiterin, sondern Schlüsselfigur geworden. Und das macht sie so wichtig. Es hilft den Jugendlichen zu sehen, dass Greta mit ihren Forderungen auf wichtige politische Treffen eingeladen wird und dass ihre Stimme eine Plattform findet. Die Jugendproteste in aller Welt geben Hoffnung und Optimismus, dass sie etwas ändern und bewegen können.
Alle müssen wir endlich aufhören, die Wahrheit zu verschleiern, zu verdrängen. Wir alle müssen anfangen zu handeln. Besonders aber jene, die die Macht haben und den Reichtum. Greta betont, der Klimawandel trage sich hauptsächlich auf den Schultern der armen Länder der Welt aus. Sie sagt auch: „ihr sagt immer, ihr liebt eure Kinder mehr als alles andere auf der Welt. Und trotzdem stehlt ihr ihnen die Zukunft, direkt vor ihren Augen.“
Das Verbot der EU von Produktion und Gebrauch von Einwegplastik im vergangenen Dezember beinhaltete auch Gegenstände wie Strohhalme und Wattestäbchen. Scheint lächerlich, doch vielleicht ein erster Schritt in die richtige Richtung.

von Walter J. Werth